Auch in Jerxen sind die Tore zu niedrig - Redakteure nehmen 18 Sportplätze unter die Lupe
Kreis Lippe. Die Tore müssen 2,44 Meter hoch und 7,32 Meter breit sein, die Länge des Platzes darf zwischen 90 und 120 Metern variieren. Erfüllen die heimischen Plätze diese Norm? Zwei LZ-Redakteure sind durch Lippe getourt, haben rund 300 Kilometer zurückgelegt, Plätze in allen 16 Städten und Kommunen gecheckt. Mit interessanten Ergebnissen.
Unsere Rundschau beginnt auf dem Jerxer Sportplatz. Mit Maßband (bis 25 Meter), Zollstock, Wasserwaage und Leiter betreten wir eine der neuesten Anlagen in Lippe. "Hier muss alles passen", denken wir. Die Netze sind in den SVE-Farben blau und weiß, kaputte Stellen sind mit Klebeband am Pfosten befestigt. Kinder, die nebenan kicken, beobachten uns und sind sich sicher: "Das sind Schiedsrichter." Einer von uns steigt auf die Leiter, setzt das Maßband unterhalb der Latte an. Der andere hat die erste Überraschung parat: "Nur 2,40 Meter, das gibt's doch nicht." Auf der anderen Seite sind es immerhin 2,42 Meter. Eigentlich kann es jetzt nur noch schlimmer werden. . .
Auf die neue folgt eine traditionsreiche Anlage, Jahnplatz unter den Pinneichen. Hier feierte der TSV Detmold seine größten Erfolge, bevor es bergab ging. Mit skeptischem Blick beobachtet uns ein Interessierter aus der Ferne. Mit Werten zwischen 2,40 und 2,42 Metern schneidet der Platz ordentlich ab. Als wir die Aschefläche verlassen, fragt uns der Interessierte: "Spielt der TSV hier noch." "Ja", bekommt er als Antwort: "Inzwischen sonntags um 14.30 Uhr." Dann werde er mal vorbeischauen.
Die Maße eines Tores sind vom Weltfußballverband (FIFA) vorgegeben. Das Tor muss 7,32 Meter breit und 2,44 hoch sein. Die Abmessungen stammen aus England, dem Mutterland des Fußballs. Dort legte die 1863 gegründete Football Association (FA), dass ein Tor acht Yards breit und acht Feet hoch sein muss. Ein Yard ist genau 0,9144 Meter lang und ein Feet 0,3038 Meter. Daraus ergeben die etwas "krummen" deutschen Maße für ein Tor. Der Abstand der gegnerischen Spieler beim Freistoß zum Ball muss genau zehn Yards betragen, also 9,15 Meter. (ero)
Wir machen uns auf den Weg gen Lage, der Werreanger ist inzwischen zum "Carl-Heinz-Reiche-Stadion" umbenannt worden. Hochkarätige Leichtathletik-Veranstaltungen finden hier immer wieder statt, die Fußballer des SuS kicken hingegen nur noch in der A-Liga. Die Spielfläche erreicht dieses Niveau nicht, sie ist offensichtlich schief. Das gilt auch für das Tribünendach. Und die Tore? Die Netze sind ausgehängt, bei den Pfosten bröckelt die Farbe. Das rechte Tor kommt auf eine stürmerfeindliche Höhe zwischen 2,35 und 2,37 Meter. Der linke Kasten liegt hingegen bei 2,40 und 2,41 Metern, sorgt bei uns aber für einen Lacher. Denn: Der linke Pfosten ist oben abgesägt.
Auf dem Weg nach Bad Salzuflen freuen wir uns auf die Anlage Waldstraße. Hier ist der SC, schon im dritten Landesliga-Jahr, zu Hause. Das vordere Tor misst an beiden Seiten 2,44 Meter. Klasse, aber: Die Latte hängt durch, in der Mitte kommen wir nur auf 2,42 Meter. Noch größer ist der Unterschied beim zweiten Gehäuse - 2,38 bis 2,41 Meter. Auch Unebenheiten auf der Spielfläche sind nicht zu übersehen. Der Ascheplatz direkt nebenan gilt als kleinster in Lippe. Bevor wir genau messen, fällt uns auf, dass die Mittellinie wohl als die schiefste im Gedächtnis bleiben wird. Die Platzlänge verpasst die Mindestnorm mit 89,3 Metern um 0,7 Meter. Noch knapper ist es beim Kunstrasenplatz in Augustdorf, bei dem wir auf 89,9 Meter kommen. Mütter samt Nachwuchs im Kinderwagen sind auch ganz neugierig. "Was die da wohl machen?", flüstert eine Mutter ihrem Sohn zu.
Beim Kunstrasen Aspe stehen wir vor verschlossener Tür, in Lockhausen stechen uns die Halbkreise vor den Strafräumen direkt ins Auge. Sie sind jeweils genau 7,95 Meter breit und 17 Meter lang. Die Elfmeterpunkte sind 11,85 beziehungsweise 11,6 Meter vom Tor weg. Nach acht Plätzen und 80 Kilometern endet Tag eins.
Auf rund 200 Kilometer kommen wir am zweiten Tag, in ganz Lippe sind wir unterwegs gewesen. Den Dienstwagen haben wir ganz schön verschmutzt. Wo wir auch messen, es fehlen überall ein paar Zentimeter. Die wichtigsten Erkenntnisse nach Auswertung der Ergebnisse sind: Die niedrigsten Tore stehen auf der Westalm in Lemgo und in Niese. Auf die vorgeschriebenen 2,44 Meter kamen die Chronisten nur in Bad Salzuflen. Als schönste Plätze bleiben der in Niese, Bexterhagen und Heidelbeck in Erinnerung.
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