Ehre für TBV-Torhüter - Mainz-Trainer Sartori hofft auf mehr Zuschauer beim U19-Masters
Laudator Sven Krause hielt die Ehrentafel bereits in der Hand, als Spieß von starken Freunden vor Glück in die Höhe gehoben wurde. "Damit habe ich wirklich nicht gerechnet", staunte der 17-jährige Schüler des Hanse-Berufskollegs über das Votum der fachkundigen Jury. Auch sein Trainer Peter Lewecke hatte für den reaktionsschnellen TBV-Torhüter in der Hannover-96-Hose gestimmt und nicht etwa für die beiden aktuellen U18-Nationaltorhüter Florian Stritzel (HSV) oder Johannes Brinkies (Rostock). Cool gab Spieß danach sein erstes Interview und wusste auf Anhieb, wo die Plakette ihren Ehrenplatz bekommt: "Bei meinem Papa auf dem Schreibtisch."
Dass das 26. A-Jugend-Bundesliga-Masters erst im Neunmeter-Schießen entschieden wurde, war für die Turnierleitung die Krönung einer einjährigen Vorbereitungszeit. "Wir sind zufrieden. Mit zirka 4.500 Besuchern bewegen wir uns im üblichen Rahmen", zeigte sich Frank Gehrmann genügsam.
Im Gegensatz zu Stefan Sartori, dem Trainer des siegreichen FSV Mainz 05. "Dieses Turnier hat viel mehr Zuschauer verdient", sagte der ehemalige Profi des SC Freiburg, der zusammen mit Holger Stanislawski 2009 als drittbester Lehrgangsteilnehmer die Fußballlehrerlizenz erlangte.
Hatten die Mainzer am Samstag mit zwei Siegen noch die Lipperlandhalle "gerockt" (O-Ton Sartori), so drohte am Sonntagmittag plötzlich die vorzeitige Abreise. "Es spricht für unsere Moral, dass wir nach dem Durchhänger zurückgekommen sind. Man hat deutlich gesehen, dass wir einen Plan hatten", meinte Sartori, der im Quadrat statt mit Kette oder Raute spielen ließ. Das hatte schon eine Woche zuvor beim Junior-Cup in Sindelfingen geklappt."Auf Kunstrasen ist es ein ganz anderes Spiel. Dagegen hat das Lemgoer Turnier seinen eigenen Charakter. Es ist überragend, mit wieviel Liebe zum Detail hier gearbeitet wird. Die Verantwortlichen kümmern sich rührend um ihre Gäste, und in der Halle stehen ganz klassisch die Mannschaften im Vordergrund", scheute sich Sartori nicht vor einem Vergleich zu dem von 9.000 Zuschauern besuchten Turnier in Sindelfingen. Von der Qualität sei Lemgo unerreicht. Sartori: "Besseren Fußball in diesem Alterssegment sieht man nirgends. Das ist ehrlicher Sport. Ich hoffe, dass der demnächst von einem größeren Publikum honoriert wird."
Das Frankfurter Orakel~Sympathiebekundungen gab es reichlich beim 26. Lemgoer U19-Masters. So freute sich Lemgos Luca Stracke über einen eigenen kleinen Fanklub, der extra Plakate mit den Worten "Luca. Unser Held" gebastelt hatte. Frankfurts Trainer Alexander Schur verriet derweil beim Gästeabend im Kongresszentrum der Lipperlandhalle ein Geheimnis aus dem vergangenen Jahr. 2011 hatte die Eintracht das Turnier gewonnen - im Finale übrigens ebenfalls gegen Hansa Rostock. Schur: "Damals hat uns der Sohn unseres Betreuers Christian Soyka Glück gebracht. Vor jedem Spiel haben wir uns um Moritz versammelt und unsere Hände auf seinen Kopf gelegt. Er ist ein echter Glücksjunge. Ich hoffe, dass er am Sonntag wieder in die Halle kommt." Und Moritz kam. Allerdings zeigte der Frankfurter Brauch nur bis zum Halbfinale Wirkung. Im Rheinhessen-Derby hatte der FSV Mainz 05 mit 2:1 das bessere Ende. (jh)
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