Lemgo-Leese. Bei der Finalrunde in der Ju-Jutsu-Bundesliga reichte es für den BSV Leese nur zu Platz vier. Trainer und Abteilungsleiter Hartmut Giebel sowie Kämpfer Raphael Rochner nehmen Stellung.
Herr Giebel, was überwiegt, die Freude über das Erreichen der Finalrunde oder die Enttäuschung über Rang vier?
Hartmut Giebel: Wir haben uns gefreut, dabei zu sein. Das war das erste große Ziel. Wenn man das erreicht hat, möchte man mehr. Da wir nicht in Bestbesetzung antreten konnten, waren die Aussichten nicht gut. Trotzdem hatten wir uns eine kleine Chance durchaus ausgeguckt.
Seit wann startet Leese in der Bundesliga?Giebel: Wir waren in beiden Jahren dabei. Los ging es mit einem Mannschaftsturnier 2009 in Hamburg. Dort sind wir Dritter geworden und hatten uns für die Bundesliga qualifiziert.
Welchen Wert hat die Zugehörigkeit zur Bundesliga für den Verein, für die Abteilung?Giebel: Die Basis im Verein ist der Breitensport. Doch die Bundesliga ist ein gutes Schaufenster.
Herr Rochner, welchen Reiz hat es für den Athleten, der ja eher ein Individualsportler ist, hier im Team anzutreten?Raphael Rochner: Der Reiz liegt im Team-Gefühl: "Alle für einen, einer für alle".
Welche Belastungen bringt die Bundesliga mit?Giebel: Das sind vor allem finanzielle Belastungen. Ein Startgeld von 400 Euro. Dazu kommen die Fahrtkosten, auch für die externen Athleten. Ein gemeinsames Essen muss drin sein. Bei Heimwettkämpfen kommen die Kosten für Schiedsrichter und Sanitätsdienst hinzu.
Wie hoch ist der finanzielle Aufwand?Giebel: In der Bundesliga gibt es inklusive Finalrunde fünf Wettkampftage. Der zusätzliche Aufwand für die Bundesliga beläuft sich auf etwa 2.000 bis 2.500 Euro.
Welchen Stellenwert haben die Kämpfe im Team im Vergleich mit jenen, bei denen man als Einzelkämpfer antritt?Rochner: Einzelturniere haben vor allem für Athleten der Nationalmannschaft einen sportlich höheren Stellenwert. Aber in der Bundesliga als Team aufzutreten, hat einen sehr großen Stellenwert.
Gibt es Unterschiede in der Vorbereitung?Rochner: Im Allgemeinen nicht. Da die Bundesliga im Winter stattfindet, ist es eine gute Gelegenheit, die Form zu halten.
Aus den üblichen Mitteln des Vereins ist die Bundesliga nicht zu finanzieren?Giebel: Die Bundesliga ist etwas ganz besonderes. Aber der normale Trainingsbetrieb steht darüber und darf finanziell nicht darunter leiden.
Was können Sie potenziellen Sponsoren anbieten?Giebel: Bei entsprechender Unterstützung würden wir auch so weit gehen, den Namen des Geldgebers in den Teamnamen zu integrieren.
Falls die Bundesliga-Teilnahme erneut realisiert werden kann, welches Ziel streben die Kämpfer des BSV Leese an?Giebel: Leider hat André Tierbach angekündigt, dass er nicht mehr antritt. Für ihn suchen wir noch einen Nachfolger in der Männerklasse bis 69 Kilo. Trotzdem wäre eine Teilnahme an der Finalrunde wieder das Ziel.
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