TBV-Trainer Kehrmann kritisiert Verhalten des DHfK-Geschäftsführers

Lemgo ist in Leipzig der Spaß vergangen

Jörg Hagemann

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Angefressen: Florian Kehrmann missfiel das Verhalten von DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther während des Spiels und brachte dies zum Ausdruck. - © Jörg Hagemann
Angefressen: Florian Kehrmann missfiel das Verhalten von DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther während des Spiels und brachte dies zum Ausdruck. (© Jörg Hagemann)

Leipzig/Lemgo. In Leipzig hat am Sonntag die 26. Lachmesse begonnen. Dass sich unter den 150 Künstlern, die bis zum kommenden Wochenende rund 20.000 Besucher anlocken sollen, auch Handballer des TBV Lemgo befinden, ist auszuschließen. An der Bunsenstraße ist die Stimmung nach dem 27:32 beim SC DHfK Leipzig spürbar gesunken.

Als Spaßbremse nach der freudigen Erregtheit der Leipziger über den Sprung auf Tabellenplatz fünf betätigte sich speziell Florian Kehrmann. Der TBV-Coach beglückwünschte den Gegner auf der Pressekonferenz zwar anständig zum verdienten Sieg sowie „zu dem, was hier entsteht", brachte aber auch deutlich sein Missfallen über das Verhalten des Leipziger Geschäftsführers Karsten Günther zum Ausdruck.

Außerdem störte sich Kehrmann daran, dass mit Lars Schaller einem ehemaligen EHF-Schiedsrichter, der seinen Lebensmittelpunkt in Leipzig hat, die Spielaufsicht angetragen wurde. Kehrmann: „Vielleicht sollten wir in Lemgo auch mal Leute aus der Heimat fürs Kampfgericht ausbilden und unseren Geschäftsführern sagen, dass sie Einfluss auf die Gästebank nehmen sollen. Es geht gar nicht, dass der Leipziger Geschäftsführer mehrfach unsere Coachingzone betritt und Einfluss aufs Kampfgericht nimmt. Ich bin gespannt, wie die HBL darauf reagiert."

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HBL ist nach Köln umgezogen

13 Jahre lang wurden die Geschicke der Handball-Bundesliga GmbH (HBL) aus Dortmund gesteuert. Nach dem Umzug 2003 von Kiel ins Willi-Daume-Haus – der DHB-Zentrale an der Strobelallee – wurde der Unternehmenssitz vor drei Jahren innerhalb Dortmunds verlegt. Ab sofort ist Köln der neue Sitz der HBL. Laut einer Presseinfo will man in der Medien-, Wirtschafts- und Kulturmetropole Köln „die dortigen Standortvorteile für weiteres Wachstum und für mehr Effizienz nutzen".

Leipzigs Chefcoach Christian Prokop, intern kurz CCCP genannt, blieb betont sachlich angesichts „immens wichtiger Punkte in einem richtungsweisenden Spiel gegen einen mit uns voll vergleichbaren Gegner". Zugleich bestätigte er, dass er mit seiner frühzeitigen Vertragsverlängerung bis 2021 ein Zeichen für neue Ziele setzen wollte.

„Ich habe in meinen zwölf Trainerjahren nirgends so viel Ehrgeiz wie in diesem Klub gespürt, wo an vielen Stellschrauben gedreht wird und vieles noch im Wachstum ist." Mittelfristig peile Leipzig die internationalen Plätze an, weshalb sich auch die beiden Torhüter Jens Vortmann (2020) und Milos Putera (2019) längerfristig an den Verein gebunden haben. Die drei Vertragsverlängerungen wurden direkt nach dem Schlusspfiff noch auf dem Spielfeld bejubelt.

Beim TBV Lemgo gibt es aktuell keinen Anlass zu hochfliegenden Träumen. Vielmehr wird sich Kehrmann in die Analyse der jüngsten Niederlage stürzen. Dabei stach neben der 90-prozentigen Abschlussquote von Tim Suton (nur ein Fehlversuch bei zehn Würfen) ein Lemgoer Plus bei Treffern von den klassischen Außenpositionen hervor.

Bei weiteren Leistungsparametern hinkte der TBV dagegen hinterher. Dank Jens Vortmann erzielte Leipzig bei den gehaltenen Bällen eine doppelt so hohe Quote wie der TBV. Auch bei bei den Toren vom Kreis (4:0) und aus der Fernwurfzone (15:6) besaßen die Sachsen ein klares Plus.

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