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03.02.2012
TBV
Martin Strobel über die EM und seine Zukunftsplanungen
"Das ist alles eine Frage des Kopfes"
VON JÖRG HAGEMANN

Kam nur kurz zum Zug | Foto: Hagemann

Lemgo. Ein Wurfversuch. Eine Zeitstrafe. Und exakt 11:58 Minuten Einsatzzeit weist die offizielle EM-Datenbank für Martin Strobel aus. Beim TBV Lemgo ist der 25-jährige Nationalspieler dagegen gefragter denn je.

Mit Sebastian Schneider (Bandscheiben-OP) fällt sein Back-up aus. Außerdem liegen die Gespräche über eine Vertragsverlängerung auf Eis.
  Sind Sie nach der Rückkehr aus Serbien schon wieder im Alltag angekommen?

Martin Strobel: Es ist alles okay. Körperlich geht es mir gut. Mental hat man jedoch noch etwas das Kratzen.

Carsten Lichtlein war in Berlin. Wie haben Sie an den zwei freien Tagen abgeschaltet?

Strobel: Ich habe die Zeit mit meiner Freundin verbracht. Wir haben uns ja längere Zeit nicht gesehen. Da wollten wir einfach nur unsere Ruhe haben.

Wie sind Sie mit der nachträglichen Streichung aus dem Kader umgegangen?

Strobel: Es ist eine schwierige Situation, wenn man zum Zuschauen verdonnert ist und nicht viel helfen kann. Doch ich war die gesamte Zeit bei der Mannschaft. Es war ja nicht so wie bei Olympia, wo man sich in einem anderen Hotel und fern seines Teams bewegt.

Info
Die Generalprobe

Im letzten Test vor dem Flensburg-Spiel am kommenden Dienstag um 20.15 Uhr in der Lipperlandhalle trifft der TBV Lemgo Freitag, um 19 Uhr auf den Bergischen HC. Austragungsort ist die Sparkassen-Arena in Versmold, wo bereits vor einem Jahr eine ähnliche Vorbereitungspartie gegen den TuS N-Lübbecke stattfand. Für Nils Dresrüsse, der schon heute zur neu geschaffenen B-Nationalmannschaft nach Leipzig anreisen muss, wird Trainer Dirk Beuchler voraussichtlich Dominik Formella nominieren. (jh)

Was haben Sie als Ersatzmann gemacht? Gab’s da eine spezielle Funktion?

Strobel: Ich habe versucht zu helfen. Und sei es nur, dass ich die Physios beim Anmixen der Getränke unterstützt habe. Von der Tribüne sieht man auch einige Dinge mehr als von der Bank. Da habe ich in der Halbzeit versucht, Hinweise und Tipps zu geben.

Und wie wurde trainiert?

Strobel: Bei dieser EM gab es ja erstmals nach jedem Spiel einen Tag Pause. Somit haben wir alle zwei Tage Mannschaftstraining absolviert. Ansonsten bin ich jeden morgen mit unserem Physio Peter Gräschus laufend unterwegs gewesen. Mit Co-Trainer Frank Carstens habe ich Wurftraining gemacht. Die Krafteinheiten haben wir selber organisiert.

Pascal Hens hat seinen Rücktritt erklärt. Michael Haaß fällt monatelang aus. Und im Juni geht’s gegen Bosnien um die WM-Qualifikation. Da dürften Sie doch jetzt eigentlich unverzichtbar sein?

Strobel: Ich habe keine Ahnung, ob sich etwas ändert. Das wird sich wohl schon bald herausstellen. Für mich zählt jetzt erstmal der Blick auf Lemgo, wo ich mit dem TBV noch eine gute Rückrunde spielen will.

Gutes Stichwort: Ihr Vertrag läuft am Saisonende aus. Wie ist der Stand in Sachen Verlängerung?

Strobel: Vor der EM war das alles zu stressig. Wir werden die Gespräche jetzt wieder aufnehmen.

Gibt’s auch andere Angebote?

Strobel: Da will ich jetzt nichts zu sagen. Erster Ansprechpartner ist für mich der TBV. Wir sind in guten Gesprächen. Und die sind vorrangig. Alles andere ist im Moment für mich kein Thema.

Am Samstag treffen sich die Nationalspieler ja schon wieder in Leipzig. Wie sinnvoll ist solch ein Allstar-Game zu diesem Zeitpunkt?

Strobel: Das ist ein Termin, der halt da ist. Früher, als im Juni gespielt wurde, hat sich auch keiner gefreut. Ob das Anfang Februar jetzt sinnvoller ist, weiß ich auch nicht. 

Schon am Dienstag geht es dann in der Bundesliga weiter. Fühlen Sie sich fit?

Strobel: Klar, hätte ich gerne noch etwas länger Zeit gehabt. Doch zum einen hat unser Trainer eine klare Richtung. Außerdem habe ich schon gegen Minsk gemerkt, dass ich mich umstellen muss. Das ist alles eine Frage des Kopfes. Von der physischen Belastung haben es andere Spieler sicher schwerer.


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