22. Dezember, 19.00 Uhr: TuS N-Lübbecke - TBV Lemgo
Lemgo (dw). Wie ein Keulenschlag hat den Handball-Bundesligisten TBV Lemgo der Abgang von Spielmacher Martin Strobel getroffen. Nun gilt es, die Konzentration für das Spiel beim TuS N-Lübbecke zu wahren. Doch dieses Unterfangen (Anwurf: Samstag, 22. Dezember, 19.00 Uhr) wird erschwert durch die aktuelle Unsicherheit, die allerorten herrscht.
Vornehmlich drücken Personalentscheidungen. Das beginnt mit dem Trainer Dirk Beuchler selbst und führt durch die Reihe der auslaufenden Verträge mit Florian Kehrmann, Sebastian Preiß, Gunnar Dietrich, Jens Bechtloff, Patrik Johanson und Arjen Haenen. "Die Situation ist nicht zufriedenstellend für den Verein, den Trainer und natürlich auch die Spieler", strebt Beuchler möglichst rasch "Klarheit" an. Allerdings sei die Sachlage keinesfalls einfach: "Durch die bekannten Probleme, die im Sommer und Frühherbst ans Tageslicht gerieten, ist vieles ins Stocken geraten."
Training läuft weiter:
Keine Ruhepause gibt es für die TBV-Spieler über Weihnachten. Zur Vorbereitung auf das Heimspiel am 26. Dezemner um 20.15 Uhr gegen Göppingen bittet Beuchler seine Mannen am Heiligen Abend um 9.30 Uhr und am 1. Weihnachtstag um 17.00 Uhr zum Training. (dw)
Bis zum heutigen Tag habe es noch keinen Austausch über die aktuelle Sachlage mit der Geschäftsführung und dem Beirat gegeben, man wisse also nicht, was man sich für die Zukunft "zusammenbauen könne", so Beuchler. Andererseits hat sich der Coach zuletzt fast ausschließlich auf den Klassenerhalt mit seiner Mannschaft konzentriert. Und da zollt Beuchler seiner Truppe nicht nur Lob, sondern auch Respekt: "Erst das Finanzloch, dann die Geschäftsführer-Problematik, dann die Verletztenmisere: Vor den Spielern kann ich nur den Hut ziehen, dass sie trotz all‘ dieser widrigen Umstände weiter an einem Strang ziehen."
Dass Strobel der erste Ausscherer ist und sich ab der kommenden Saison in Balingen dem Handballsport widmet, hinterlässt Beuchler mit Sorgenfalten auf der Stirn. "Das ist ein erheblicher Verlust - und wir stehen hilflos da." Die Vertragsmodalitäten mit dem 66-fachen Nationalspieler lassen es zu, dass Strobel ohne Ablöse aus dem laufenden Kontrakt herauskommt, weil ihm besagte Option der früheren Auflösung im Sommer 2012 eingeräumt worden sei, so Beuchler.
"Martin war mein verlängerter Arm auf dem Parkett und charakterlich ein einwandfreier, vorbildlicher Mensch", trauert Beuchler seinem Spielmacher hinterher, "aber er hatte alle Optionen auf seiner Seite und hat sich gegen uns entschieden". Das "etwas in der Luft liegt", sei Strobel in den vergangenen zwei, drei Wochen anzumerken gewesen.
Nun, da Klarheit herrscht, erhofft sich der TBV-Coach einen unbelasteten Strobel, der auch in Lübbecke dazu beiträgt, dass Lemgo seinen Aufwärtstrend weiter fortsetzt. Die Arbeit am Projekt "Klassenerhalt" sollte möglichst nicht durch weitere Hiobsbotschaften belastet werden.
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