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17.02.2011
KREIS LIPPE
Parallelen zu Guttenberg: Andreas Kasper verlor nach Plagiatsvorwürfen sein Amt als Landesverbandsvorsteher
VON HUBERTUS GÄRTNER

Andreas Kasper | Archivfoto: Preuss

Kreis Lippe. Der Plagiatsvorwurf gegen den Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg lässt Erinnerungen an den ehemaligen lippischen Landesverbandsvorsteher Andreas Kasper (CDU) wach werden. Auch er hatte abgekupfert. Das blieb nicht ohne Folgen.

Sollte der Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CSU) über eine Plagiatsaffäre straucheln und seinen Doktortitel, seine gute Reputation und vielleicht sogar sein Amt verlieren, so stünde er als Politiker nicht ganz allein. Auch im Kreis Lippe hat es vor noch gar nicht langer Zeit einen Fall gegeben, der zumindest auf den ersten Blick erstaunliche Parallelen aufweist.

Er betraf den Juristen Andreas Kasper. Der junge Christdemokrat aus Hannover galt als Shooting-Star und Prototyp eines Aufsteigers. Im Juni 2008 wurde Kasper im Alter von nur 33 Jahren für acht Jahre zum neuen Vorsteher des Landesverbandes Lippe gewählt. Doch nur wenig später erlebte der neue "Fürst von Lippe" einen jähen Absturz.

Aufmerksame Wissenschaftler an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer hatten herausgefunden, dass Kasper in seinen wissenschaftlichen Arbeiten geschummelt und Texte teilweise wörtlich von anderen Autoren übernommen hatte, ohne sie ausreichend kenntlich zu machen. Auch Kaspers Promotion zum Thema Sozialsponsoring, die er im Jahr 2004 an der Universität Göttingen vorgelegt hatte, stellte sich als "ein Flickenteppich von Plagiaten" dar.

Die Hochschule erkannte Kasper im Juni 2009 den Doktortitel ab. Auch die Göttinger Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Weil Kasper ein hohes Amt bekleidete, bejahte sie in diesem Fall das öffentliche Interesse an einer Strafverfolgung und verhängte gegen Kasper wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht im Januar 2010 eine Geldstrafe von 9.000 Euro (90 Tagessätze).

Auch für die Plagiate in zwei anderen wissenschaftlichen Büchern, die im Kohlhammer-Verlag erschienen waren, wurde Kasper zur Rechenschaft gezogen. Er leistete 5.000 Euro Schadenersatz an den Stuttgarter Verlag – dem Abschreiber wurden zudem 10.000 Euro Geldbuße von der Detmolder Staatsanwaltschaft auferlegt. Anschließend war Kasper nicht mehr im Amt zu halten. Am 19. Mai 2010 wählten die Mitglieder der lippischen Landesverbandsversammlung den Vorsteher einstimmig ab.

Damit war eine kurze Ära unrühmlich zu Ende gegangen. Kasper selbst hatte sich lange Zeit uneinsichtig gezeigt und immer wieder bekräftigt, er habe nach bestem Wissen und Gewissen zitiert und wolle weiter im Amt bleiben. Kasper versuchte zudem, für die Plagiate in der Promotion seine beiden Doktorväter, ergraute ehrwürdige Kirchenrechtler, verantwortlich zu machen. In der Tat war den beiden Professoren die Schummelei nicht aufgefallen. Jüngeren Gelehrten kann das kaum noch passieren. Sie benutzen Computerprogramme, um Texte auf abgekupferte Passagen hin zu überprüfen.

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Kommentare
Na ja, Kasper hat zwar auch falsch zitiert, aber der Vergleich mit zu Guttenberg hinkt. Er hat den Fehler gemacht die Quellen nur am Absatzende anstatt hinter jedem Satz anzugeben. Außerdem fehlte in Teilen seiner Arbeit die Kenntlichmachung von wörtlicher Rede. Das hat doch eine ganz andere Qualität als die Fehler in der Arbeit von zu Guttenberg. Wahrscheinlich müsste man seinen Fall nun etwas milder bewerten.

Ich finde, dass Andreas Kasper als Landesverbandsvorsteher in Lippe gute Arbeit geleistet hat. Wie auch bei zu Guttenberg sieht man, dass solange gesucht wird bis man etwas gegen den politischen Gegner findet.

Werte Redaktion,
schauen sie mal bei der Welt und bei der Rheinischen Post nach wie die mit Eurem Copyright zu diesem Artikel umgehen
Link unterdrückt
und
Link unterdrückt

So "trifft" man sich wieder. Heute googelte ich mal zum Thema Plagiat und stieß auf einen mir bekannten Namen: Andreas Kasper. Vor 25 Jahren unterrichtet ich ihn für einige Monate an einer Orientierungsstufe bei Hannover. Soweit ich mich erinnere, war er ein nettes Kerlchen, vor allem ein kluges. Vielleicht nicht klug genug für das Haifischbecken Politik...



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