Wohnmodule in Hörste stehen bald wieder leer

Wolfgang Becker

  1. Schlagwörter:
  2. Flüchtlinge
  3. Wohnmodule
Wollen gezielt helfen: (von links) Karen Tank, Diemo Dölle, Frank Rayczik, Holger Teßnow, Heimatverein-Vorsitzender Gebhard Rösler und sein Stellvertreter Manfred Burmeier. - © Zantow
Wollen gezielt helfen: (von links) Karen Tank, Diemo Dölle, Frank Rayczik, Holger Teßnow, Heimatverein-Vorsitzender Gebhard Rösler und sein Stellvertreter Manfred Burmeier. (© Zantow)

Lage-Hörste. Im Haus des Gastes hat das erste Treffen der Dorfgemeinschaft Hörste zum Thema „Flüchtlingshilfe" stattgefunden. Bei den Gesprächen in lockerer Runde ging es darum, Angebote für Asylbewerber zu planen und zu koordinieren.

An der Zusammenkunft auf Initiative des Heimat- und Verkehrsvereins nahmen nicht nur der Vorsitzende Gebhard Rösler und weitere Vorstandsmitglieder teil. Auch Vertreter der Arbeiterwohlfahrt, des CVJM, vom Ehrenamt Lage, des RSV Hörste und Pfarrer Holger Teßnow waren dabei. Von der Stadt Lage diskutierten Fachbereichsleiter Zentraler Service und Ordnung, Frank Rayczik, sowie Fachgruppenleiter Soziales, Diemo Dölle, mit.

Information

Multifunktional

Ob die bisher aufgestellten Module für die Unterbringung von Flüchtlingen noch gebraucht werden, wird sich in der nächsten Zukunft herausstellen. Eine Fehlinvestition sind die Unterkünfte nach Auffassung der Verwaltung auf jeden Fall nicht. Sie können jederzeit umfunktioniert werden, beispielsweise in Sporthäuser. Der Heimat- und Verkehrsverein schlug vor, bei der Stadt auf Dauer eine Arabisch sprechende Kraft einzustellen.

Mitte Januar hatte eine syrische Familie eines der Module hinter der Feuerwache bezogen. „Dabei handelte es sich allerdings nur um eine Übergangslösung", stellte Fachbereichsleiter Frank Rayczik klar. Die Familienmitglieder seien als Flüchtlinge anerkannt und könnten sich auf dem freien Markt nach einer Wohnung umsehen. Deshalb werden sie zurück in die Stadt ziehen.

Dass die Hilfe bereits funktioniert, beweist die Spendenfreudigkeit der Hörster. Mittlerweile hat sich bei den Syrern Nachwuchs eingestellt. „Sie erhielten neben einem Kinderwagen auch Erstlingsausstattungen", wusste Gebhard Rösler zu berichten. Wann neue Flüchtlinge kommen werden, lasse sich im Moment nicht sagen. Sobald aber welche zu erwarten seien, werde die Dorfgemeinschaft informiert. Die dann erforderlichen Hilfsprojekte will sie mit den beiden zuständigen Sozialarbeitern Esra Pollmann und Matthias Martens absprechen.

Die Hilfsbereitschaft in Hörste sei groß, unterstrich der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins. Acht Personen hätten sich spontan bei ihm gemeldet und ihre Unterstützung angeboten. Diemo Dölle brachte den Vorschlag ein, für jedes belegte Modul der Flüchtlingsunterkunft einen Paten zu benennen. Wichtig sei es, niederschwellige Angebote zu unterbreiten.

Sobald wieder eine der Unterkünfte im Luftkurort belegt werde, wolle sich die Dorfgemeinschaft erneut treffen, um gezielt abgestimmte Hilfsmaßnahmen zu ergreifen, hob Udo Zantow, Geschäftsführer des Heimat- und Verkehrsvereins, hervor. Gab es im März vergangenen Jahres 720 Flüchtlinge in Lage, so sind es jetzt noch 530. Module wie in Hörste gibt es auch in Heiden und in Kachtenhausen. Jedoch lebt erst eine Familie in Kachtenhausen in einer solchen Unterkunft.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.