Pferdezüchter Heinrich Meyer zu Hücker im Video-Porträt

Torben Gocke

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Heinrich Meyer zu Hücker mit Moderatorin Julia Ures. - © Torben Gocke
Heinrich Meyer zu Hücker mit Moderatorin Julia Ures. (© Torben Gocke)

Detmold-Diestelbruch. Heinrich Meyer zu Hücker aus Diestelbruch züchtet Pferde und hat damit etliche Preise gewonnen. 
Als der Ortsteil noch dörflicher war, wurden die Tiere für die Arbeit auf dem Feld eingesetzt.

Wenn Heinrich Meyer zu Hücker aus Diestelbruch auf dem Bock einer Kutsche sitzt und zwei Pferde für Vortrieb sorgen, ist er voll in seinem Element und einfach glücklich. Die Fahrerdecke auf dem Schoß, die Zügel und Peitsche locker in den behandschuhten Händen, geht der Blick des bundesweit bekannten Züchters auf die herrliche Landschaft rundum.

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Schon von Kindesbeinen an empfand der 64-Jährige eine tiefe Freude an den sanften Riesen. „Los ging das für mich mit Fanny, der Kaltblut-Stute meines Großvaters. Mit meinem Vater, der hier eingeheiratet hat und später den Hof übernahm, ging ich meist mit zum Säen oder Eggen hinter Fanny her über den Acker", erzählt der Diestelbrucher. Damals sei der Ort noch wesentlich dörflicher gewesen. „Ich glaube, wir hatten hier um die 300 Einwohner. Die meisten waren Selbstversorger, so dass die Arbeit und das Leben mit den Tieren fest zum Alltag gehörten."

Die Pferde seines Großvaters spielten im Dorf eine ganz besondere Rolle, schließlich wurden die kräftigen Tiere auf dem Acker, dem Feld, selbst in den Gemüsegärten und zum Holzrücken gebraucht – für viele schwere Arbeit. Zu sehen, wie Mensch und Tier gemeinsam schafften, um ein tägliches Auskommen zu ermöglichen, sei für ihn absolut prägend gewesen. Entsprechend zwiegespalten blickt Meyer zu Hücker auf die Folgejahre des Wirtschaftswunders zurück, die auch in der Landwirtschaft große Wirkung nach sich zogen.

„Es kamen immer mehr Maschinen zum Einsatz, die den Menschen das Leben erleichterten und die Erträge steigerten", sagt der 64-Jährige. Gut für die Landwirte, schade für ihn als Tierfreund. „Ich erinnere mich noch genau daran, wie schließlich der letzte Kaltblüter bei uns vom Hof ging, das war 1964." Seitdem wuchs in Heinrich Meyer zu Hücker der Wunsch: „Eines Tages sollen diese Pferde hier wieder über die Weide laufen, eines Tages will ich selbst so ein Tier besitzen."

Viele arbeitsreiche Jahre als landwirtschaftlicher Lohnunternehmer gingen vorüber, bis er sich eines Tages mit einem Freund zum Viehmarkt nach Wilbasen aufmachte. „Es war im Grunde Liebe auf den ersten Blick.

Tatsächlich stand dort ein Kaltblüter, der sah aus wie gemalt. Ich hatte mich mit dem Händler schon auf 3500 Mark verständigt", erinnert sich der Diestelbrucher. Doch da zu Hause nichts abgesprochen war, machte ihm die Familie einen Strich durch die Rechnung – zumindest vorerst. Zwei Jahre später, im Jahr 1996, kam es dann zum Kauf.
Bei dem einen Pferd sollte es in der Folge nicht bleiben. Der Name Meyer zu Hücker ist heute bundesweit in Züchterkreisen und Kaltblutfreunden ein Begriff.

Und auch als Ausbilder seiner Tiere hat sich der 64-Jährige einen Namen gemacht. Seit 2005 ist der Betrieb in Diestelbruch offizielle Deckstation, und die Tiere aus dem eigenen Stall haben den Meyer zu Hückers etliche Preise und Auszeichnungen eingebracht – allein 76 Schleifen hängen in der Garage über dem Auto des Ehepaares.

Aktuell sind rund 20 Tiere in den Ställen am Diestelbrucher Ortsrand beheimatet, darunter sechs Stuten aus vier unterschiedlichen Zuchtlinien und der „kleine" Nils, Hückers eigener Deckhengst, sowie zwei Leihhengste aus Warendorf. Eine große und erfolgreiche Anzahl von Tieren, mitversorgt durch einen großen Kreis menschlicher Unterstützer und Helfer. „Ohne die wäre dies alles gar nicht möglich", erklärt Heinrich Meyer zu Hücker.

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