Reitstunde: Üben für den Ritt in den Sonnenuntergang

Freya Köhring

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Selbstversuch: Beim Reit- und Fahrverein Lemgo hat LZ-Volontärin Freya Köhring an einer Reitstunde teilgenommen. - © Vera Gerstendorf-Welle
Selbstversuch: Beim Reit- und Fahrverein Lemgo hat LZ-Volontärin Freya Köhring an einer Reitstunde teilgenommen. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Lemgo. Auf dem Pferd dem Sonnenuntergang entgegen reiten - eine romantische Vorstellung. Doch bevor ein Reiter soweit ist braucht er Übung, wird mir bei einer Reitlektion auf dem Hof an der Rintelner Straße klar.

Information
Reiten in Lemgo

Der Reit- und Fahrverein Lemgo e.V. wurde 1925 gegründet und liegt an der Rintelner Straße 140. Er verfügt über vier Schulpferde, eine eigene Reithalle mit angrenzender Zirkelhalle und einem Außenreitplatz mit Dressurviereck und Springplatz. Eine Reitstunde auf dem Schulpferd kostet 12 Euro für Kinder und 15 Euro für Erwachsene. Außerdem wird der verantwortungsvolle Umgang mit den Tieren vermittelt. Zum Kennenlernen bietet der Verein Schnupperstunden an. Am Sonntag, 27. September, findet auf dem Hof ein großes Hallenturnier statt. Weitere Infos unter www.reitverein-lemgo.de

Alle Teile der Serie "Wir bewegen Lippe" finden Sie unter www.LZ.de/wirbewegenlippe

Knapp zwölf Jahre ist es her, dass ich auf einem Pferd saß. Gerade deshalb bin ich hoch motiviert, habe mir Reithose, Helm und Chapsletten (Beinschutz) von einer Freundin geliehen und bin bereit mich aufs Pferd zu schwingen. Erst einmal bleibe ich aber auf dem Hallenboden und beobachte, wie Reiterin Daniela de Vries vier Mädchen im Auftrag des Vereins unterrichtet.

„Jetzt antraben Ronja“, ruft sie einer jungen Reiterin zu. Da Daniela nicht weiß, wie weit meine Reitkünste fortgeschritten sind, will sie sich für mich extra Zeit nehmen. Mir ist das auch lieber. Das Pferd striegeln und satteln muss ich heute nicht. Das gehört zum Sport aber natürlich auch dazu, ebenso wie die Versorgung der Tiere und das Sauberhalten der Ställe, verdeutlicht Christa Held, Geschäftsführerin des Reit- und Fahrvereins Lemgo. „Man muss Zeit mitbringen“, fügt sie an.

„Kontrolliere deinen Takt“, fordert Daniela de Vries eines der Mädchen auf. Je mehr ich zuschaue, umso nervöser werde ich. "Ach, Reiten verlernt man nicht", macht mir die erfahrene Reiterin Mut. Ich bin mir da nicht so sicher. Erst recht nicht als ich erfahre, dass ich gleich auf Belinda, einer braunen Stute, reiten darf. Denn Belinda ist nicht nur wunderschön, sondern auch groß.

Doch dann geht es los. Nach ein paar Streicheleinheiten bringe ich zunächst die Steigbügel auf die richtige Länge, indem ich sie an meinen ausgestreckten Arm halte. Anschließend wird noch der Sattelgurt kontrolliert - passt. Jetzt also rauf aufs Pferd. Daniela hält schon Trick 17 bereit – eine kleine Leiter. Da komme ich mir etwas blöd vor, aber es klappt wunderbar. Linker Fuß rein in den Bügel und das rechte Bein rüber geschwungen. „Jetzt sanft in den Sattel sinken, nicht plumpsen“, weist Daniela mich an und hält Belindas Zügel.

An der Longe, ähnlich einer langen Leine, mache ich meine ersten Übungen. Rücken gerade, Hacken nach unten und die Fußspitzen zeigen in Richtung von Belindas Kopf, lautet die Einweisung. „Jetzt schließ die Augen. Keine Angst“, fordert Daniela mich auf und ich vertraue ihr. Ich soll mich voll und ganz auf Belindas Gang und ihren Rhythmus konzentrieren. Es ist ein schönes Gefühl, ich kann richtig die Muskeln des Pferdes spüren. Aber auch für meine eigenen Muskeln ist der Pferdesport gut.

„Reiten ist ein sehr intensiver Sport“, klärt Christa Held auf. Es trainiert Bauchmuskeln, Beine, vor allem aber die Rücken- und die Schultermuskulatur, ergänzt Daniela de Vries. Deshalb steht für mich jetzt Schultern lockern an. Dazu den Sattel loslassen, die Arme erst etwas hängen lassen und dann langsam nach oben und unten bewegen. Am Anfang etwas wackelig finde ich schnell Halt im Sattel. Anschließend drehe ich noch einige Male den Oberkörper um 90 Grad, bevor es eine Gangart schneller weitergeht.

Selbstversuch: Beim Reit- und Fahrverein Lemgo hat LZ-Volontärin Freya Köhring an einer Reitstunde teilgenommen. - © Vera Gerstendorf-Welle
Selbstversuch: Beim Reit- und Fahrverein Lemgo hat LZ-Volontärin Freya Köhring an einer Reitstunde teilgenommen. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Leichttraben heißt das Stichwort. Dazu hebe ich im Takt der Trabtritte des Pferdes meinen Po aus dem Sattel und lasse ihn wieder zurücksinken. „Eins, zwei, eins, zwei, eins“, zähle ich und bin im nächsten Moment aus dem Takt. Gar nicht so einfach.Doch so schlecht war es nicht, muntert mich Daniela auf. Langsam klappt es immer besser. Aber ich merke auch, wie anstrengend es für mich als ungeübte Reiterin wird. Auf Voltigieren und Springreiten verzichte ich daher heute noch, ist aber im Reit-und Fahrverein Lemgo auch möglich. Ebenso wie Dressurreiten. „Wir sind ein gemischter Verein, das ist uns sehr wichtig“, sagt Christa Held. Das beziehe sich ebenso auf die Reiter. Auch Späteinsteiger seien willkommen.

Abschließend möchte ich die Zügel selbst in die Hand nehmen. Ich reite Belinda noch einige Runden im Schritt, um die Reitlektion ausklingen zu lassen. Jetzt noch absteigen. Beide Füße aus den Steigbügeln nehmen – das ist wichtig – Schwung holen und geschafft. Ein bisschen wackelig, fühlen sich meine Beine an und ich spüre meine Muskeln. Ärgerlich, dass ich so eingerostet bin, doch gleichzeitig habe ich wieder richtig Lust am Reiten bekommen. Vielleicht wird es ja doch noch etwas mit dem Sonnenuntergang.

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Zur Kräftigung des Trizeps und der Brustmuskeln ist der Liegestütz die ideale Übung. Auf den Knien starten, die Hände sind etwas weiter als schulterbreit abgestützt. Anschließend die Beine ausstrecken und die Füße aufstellen. Die Arme nicht ganz durchgestrecken - es sollte immer eine kleine Beugung in den Ellenbogen vorhanden sein. Nun den Körper nach unten absenken bis die Nase fast den Boden erreicht, währenddessen zeigen die Ellenbogen nach außen. Dafür wird die Kraft der Arme und der Brustmuskeln genutzt. Anschließend den Körper wieder nach oben drücken.

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