Schach ist ein Power-Workout fürs Gehirn

Janet König

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Herausforderung in schwarz und weiß: Jugendschachwart Wilhelm Henjes erklärt LZ-Volontärin Janet König die Grundzüge des Schachspiels. Im Bild wird gerad eine Eröffnungssituation dargestellt. - © Bernhard Preuss
Herausforderung in schwarz und weiß: Jugendschachwart Wilhelm Henjes erklärt LZ-Volontärin Janet König die Grundzüge des Schachspiels. Im Bild wird gerad eine Eröffnungssituation dargestellt. (© Bernhard Preuss)

Kreis Lippe. Zugegeben, die Ironie, Schach in einer Sportreihe zum Thema „Wir bewegen Lippe“ aufzunehmen, ist auch der Redaktion aufgefallen. Doch auch wenn nur die Figuren einen recht überschaubaren Marsch übers Spielbrett hinlegen, der Spannungsfaktor allein hat schon so manchen Spieler ins Schwitzen gebracht.

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Alle Teile aus der Serie finden Sie unter www.LZ.de/wirbewegenlippe

Es knistert an diesem Abend im Gemeindehaus, als die Liemer Schachfreunde die nächste Runde ihrer Vereinsmeisterschaft austragen. Hoch konzentriert sitzen sich die Herausforderer gegenüber, keiner sagt ein Wort, nur das Ticken der Schachuhren ist zu hören. Das Zählwerk dient allein dazu, die Bedenkzeit der Spieler auf zwei Stunden zu begrenzen, schließlich soll die Turnierdauer nicht ausufern. „Sonst könnten wir hier auch die ganze Nacht sitzen“, scherzt Jugendwart Frank Himpenmacher noch vor dem Spiel.

Einen Altersdurchschnitt an diesem Abend festzumachen ist schwierig, am langen Tisch sitzen sich die unterschiedlichsten Generationen gegenüber. Andy Himpenmacher gehört zu den Jüngeren. „Schach fördert Geist, Konzentration und den respektvollen Umgang miteinander.“, fasst der 28-Jährige zusammen.

Nicht umsonst ist das strategische Brettspiel auch eine lehrreiche Disziplin für den Schulbereich. „Strategien entwickeln und aus Niederlagen lernen – das schult den Charakter“, weiß auch Wilhelm Henjes als Jugendwart der lippischen Bezirksliga. Der Experte hat mir im Vorfeld eine erste Theoriestunde gegeben, aus der ich eine bittere Erkenntnis ziehen musste: Opas Tipps als erste kindliche Annäherung berechtigen nicht zu der Aussage „Ich kann Schach spielen“, sondern reichen allenfalls für die Erkenntnis, dass es unterschiedliche Figuren in schwarz und weiß gibt. Zielloses Drauflosspielen wie damals am Küchentisch gibt es bei einer richtigen Schachpartie nämlich nicht. Der Profi berechnet mehrere Züge im Vorfeld, weiß im besten Fall gar welche nächsten Schritte sein Gegenspieler plant. Bis zu zehn Züge vermag Andy Himpenmacher vorherzusagen, das ist die Essenz aus zwanzigjährigem Training. „Ein gewisses Talent braucht man dafür allerdings auch“, gibt der 28-Jährige zu.

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Und Geduld. Eine knappe halbe Stunde ist vergangen, bei einer der Partien im Liemer Gemeindehaus haben es gerade einmal zwei Bauern vom Spielfeld geschafft. Den Grund dafür führt Experte Wilhelm Henjes bei einer anschaulichen Übung vor Augen. Auch wenn Spielfiguren offensichtlich aus dem Verkehr gezogen werden können, muss das nicht zwingend ein Erfolgserlebnis bedeuten. „Es gibt immer verschiedene Wege, eine Figur zu schlagen. Die Kunst besteht aber darin, die bestmögliche Variante zu finden“, weiß der 66-Jährige.

Nach drei Versuchen entscheide ich mich immer noch für die schlechteste aller Möglichkeiten. Zu viele Dinge gibt es zu beachten, da will das ungeschulte Auge nicht so wirklich mit.

Bei den Liemer Schachfreunden sieht das ganze anders aus – rauchende Köpfe gibt es inklusive. Hanteltraining fürs Gehirn wäre daher eine leicht untertriebene Metapher fürs Schachspiel. Die Beschreibung Ganzkörperworkout fürs Denkzentrum trifft es da schon eher. Schade nur, dass sich der anspruchsvolle Strategiespaß nicht auch noch positiv auf die Kleidergröße auswirkt.

Alle Vereine der Region auf einen Blick gibt es im Internet unter www.schachbezirk-lippe.de

Ernährungstipp: Nervennahrung

Um in einem nervenaufreibendem Schach-Match über genügend Konzentration zu verfügen, sollte statt zu Chips, lieber öfter zu einer Nuss-Mischung gegriffen werden. Einige Nusssorten wie Mandeln, Haselnüsse, Cashews oder Walnüsse enthalten Stoffe, die die Konzentration erhöhen und die Leistungsfähigkeit steigern.

Das klassische Studentenfutter enthält neben Nüssen auch getrocknete Früchte, die durch den enthaltenen Zucker als schnell wirkende Energielieferanten dienen.

(Silka Göhler und Steffi Rempel, Ernährungsberatinnen)

Fitnesstipp: Kombinierter Plank

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Aus der Bauchlage heraus den Oberkörper auf die Unterarme stützen. Die Ellenbogen befinden sich auf Schulterhöhe. Die Unterarme sollten parallel zueinander gelegt werden. Die Füße berühren den Boden nur mit den Zehen. Nun den Körper in Spannung versetzen. Das rechte Bein wird jetzt zum rechten Ellebogen geführt. Danach die Seite wechseln. Die Grundspannung sollte immer gehalten werden und den Oberkörper zwischendurch nicht ablegen. Die Übung so lange durchführen, bis keine Kraft mehr vorhanden ist.

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