Sportkegeln: Alle Neune sind eine runde Sache

Till Brand

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Kegeln beim TuS Bega 09. - © Vera Gerstendorf-Welle
Kegeln beim TuS Bega 09. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Dörentrup. „Unserem Kegelbruder Till: für diese Neun ein dreifach gut Holz, gut Holz, gut Holz“: Räume ich bei uns im Familienkegelclub alles ab, belohnt der Rest der Truppe es mit diesen Worten lautstark. Wenn die Sportkegler des TuS Bega 09 trainieren, schrillt die Glocke minütlich... und vermeldet: mal wieder eine Neun. Jubel? Gratulation? Keine Spur – da kämen die Profis ja kaum noch zum Kegeln.

- © Vera Gerstendorf-Welle
Kegeln (© Vera Gerstendorf-Welle)

Das Training tut Not. Zwei Mal in Folge ist der TuS Bega 09 aufgestiegen: Kreisliga, Bezirksliga, Oberliga. Dort nun der Abstiegskampf. Woche um Woche übt das kleine Team im Keller des Landhaus Begatal in Dörentrup die Würfe. Auf dem Tisch: Mezzo Mix anstelle von Wacholder, Wasser statt Pils. Hier sind Sportler am Werk, in Turnhose, Funktionsshirt, mit Schweiß auf der Stirn... Nein, mit Hobbykegeln hat das hier nichts mehr zu tun.

120 Würfe macht jeder: 30 pro Bahn, je 15 in die Vollen und beim Abräumen, wenn die nicht gekippten Kegel stehen bleiben. „Ohne Konzentrationsfähigkeit und Kondition funktioniert das nicht“, unterstreicht Abteilungsleiter Kurt Bischof und erklärt mir, worauf es ankommt: Kraft? Nicht das Entscheidende! Die Kugel muss präzise auf die Bahn. Erster Versuch: gerade mal vier Kegel fallen. „Gedreht, die Kugel gedreht“, korrigiert Bischofs Kegelbruder Klaus Ortmanns aus dem Rückraum.

Zweiter Anlauf: sechs Kegel, dritter: sieben – doch danach geht die Leistungskurve für das nächste Dutzend Würfe schon wieder in den Sinkflug. Kurt Bischof spendet Trost: „Beim Kegeln ist oft das Heimrecht entscheidend. Auf einer fremden Bahn zu punkten, das ist doppelt schwer“, sagt der Profi, der mit drei Kameraden in der Oberliga antritt. Hätten wir uns mal bei Rickmeyer in Retzen getroffen, rede ich mir ein. Dort kegelt unsere Familie.

Doch auch dort wäre wohl nach drei, vier Dutzend Würfeln endgültig Schluss mit der Konzentration, schenken mir die Sportkegler ein. Es schleichen sich Fehler ein – die erste Kugel rauscht durch die Rinne: null Punkte. Bei den Jungs des TuS Bega 09 sind solche Nieten absolute Ausnahme.

„120 Wurf durchzuhalten – das fällt schon schwer“, bestätigt Ortmanns. Dazu muss der Körper mitspielen: Drei kraftvolle Schritte, dann fährt das ganze Körpergewicht ruckartig ins Knie. Das Handgelenk muss die Kugel wuppen.

Ohne Training während der Saison geht nichts. Die Bahnzeiten sind dabei heutzutage nicht das Problem, sagt der Abteilungsleiter mit Bedauern in der Stimme. Selbst in den für den Ligabetrieb zugelassenen Vier-Bahn-Häusern sei eigentlich immer etwas frei. Kegeln? Trendsport ist das nicht mehr. Früher, ja früher, erinnern sich die 09er, waren die Kneipen voll. Abends, wenn Familien und Hobbyclubs anrückten und tagsüber bei den stundenlangen Turnieren.

Nachwuchs fehlt. Dabei lassen sich mit Training relativ schnell gute Leistungen erreichen. In der Oberliga mithalten? Mit Talent und Durchhaltevermögen könne das in einem Jahr zu schaffen sein, sind sich die Sportler um Kurt Bischof und seinen Sohn Sebastian einig. Und wer dann die Kugel doch wieder beiseite lege – fürs Hobbykegeln profitiere ein Ex-Profi sein Leben lang. „Man sieht es am Bewegungsablauf, ob man diesen Sport ernsthaft betrieben hat“, fachsimpelt Klaus Ortmanns. Bei mir? Sieht er das nicht.

„Die Bahn“, suche ich einen Schuldigen. Kann nicht sein, sagt Kurt Bischof. Gebohnert, wie nur wenige andere im Lippischen. „Die Kegel“, werfe ich ein. Keinesfalls. Geht mal einer kaputt, zückt der TuS sogar die aufs Gramm geeichte Waage, um den richtigen Ersatz aufzuhängen. Der König, die Dame – sie haben nicht nur Namen, sondern auch ihr eigenes Gewicht, das ihnen den nötigen Schwung verleiht.

Bleibt als Entschuldigung nur die Auswärtsschwäche, das Handicap jedes Keglers. Wer weiß? Vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder, der TuS Bega 09 und ich. Aber dann bei Rickmeyer in Retzen. Da werde ich meine Heimstärke voll und ganz ausspielen. Ein Rückspiel? Ist doch nur fair...

Weitere Inofs unter www.tus-bega-09-sportkegeln.de

Kalorienverbrauch beim Sport

Egal, ob Sie schwimmen, walken, tanzen oder kegeln, bei jeder Art von Bewegung verbrennt der Körper Kalorien. Aber oft wird dieser Kalorienverbrauch überschätzt. Er ist abhängig vom Trainingszustand, Körpergewicht und der Intensität der Bewegungseinheit.

Für einen Riegel Schokolade müssen Sie etwa 10 Minuten zügig schwimmen, 15 Minuten Fahrrad fahren, walken oder eine halbe Stunde tanzen. Um eine Bratwurst abzutrainieren müssen Sie eine Stunde joggen oder 45 Minuten Aerobic machen. Langfristig bewirkt eine regelmäßige Bewegung eine Steigerung der Muskelmasse. Dies führt dazu, dass sich der Energieverbrauch in Ruhe erhöht und der tägliche Kalorienbedarf ansteigt.

Stabilisierung für den Rücken

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Eine stabile Rückenmuskulatur ist wichtig: Als erstes einen festen hüftbreite Stand verschaffen. Anschließend den Oberkörper minimal nach vorne senken. Die Arme vor den Kopf führen. Beide Unterarme und Hände berühren sich. Zwischen Ober- und Unterarm ist jetzt ein 90 Grad Winkel. Dann die Arme aus dieser Position heraus nach hinten ziehen, die Schulterblätter werden zusammengedrückt. Danach wieder schließen. Empfehlenswert sind 20 bis 25 Wiederholungen.

Information
Alle Teile aus der Serie finden Sie unter www.LZ.de/wirbewegenlippe

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