Selbstversuch im Fliegenfischen: Mit Hege und Pflege zum Fang des Tages

Beim Lemgoer Verein "Angelfreunde Brake" geht es mit dem ganzen Körper durch die Bega

Yvonne Glandien

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Auf der Jagd: Beim Fliegenfischen muss Gewässerwart Marko Siekmann durch das Wasser waten. Die selbst gebastelten Köder zucken auf der Oberfläche – ganz wie echte Tiere. - © Yvonne Glandien
Auf der Jagd: Beim Fliegenfischen muss Gewässerwart Marko Siekmann durch das Wasser waten. Die selbst gebastelten Köder zucken auf der Oberfläche – ganz wie echte Tiere. (© Yvonne Glandien)

Lemgo-Brake. Eine bunte Fliege zuckt auf der Bega, hier und da sieht man Fischmünder, die die Wasserspannung durchbrechen. Sie sind auf der Jagd. Eine wagemutige Forelle lässt sich von dem schönen Tier locken, schnappt danach – und hängt am Angelhaken.

Marko Siekmann ist Angler mit Leidenschaft. Er ist Gründungsmitglied der Angelfreunde Brake und, obwohl er mittlerweile in Bochum wohnt, kommt er immer wieder zurück zum heimischen Gewässer. „Die Bega ist ein toller Ort zum Angeln. Als Verein hegen und pflegen wir sie und wollen den Tieren dort ein gutes Zuhause schaffen", sagt der Experte. Der behutsame Umgang mit der Natur sei besonders wichitg. Deswegen ist der Verein mit seinen rund 25 Mitgliedern auch klein.

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„Unser Teil der Bega reicht von der Brücke an der Pagenhelle bis zur Kläranlage in Dörentrup. Wenn auf diesem Stück zu viele Angler unterwegs wären, könnten die Tiere dort nicht in Ruhe leben", erklärt Gewässerwart Sadik Vrajolli.

Information
Fliegenfischen

Das Fliegenfischen ist eine Methode des Angels. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass die Fliege, also der Köder, zu leicht zum Werfen ist. Beim Auswerfen der Angelschnur spielen daher das Gewicht der Schnur und die Technik eine wichtige Rolle. Angler wie Marko Siekmann benutzen Haken ohne Widerhaken, um die kleinen Tiere wieder schonend befreien und ins Wasser zurücklassen zu können.

Marko Siekmann ist derweil ein weiterer Fisch an den Haken gegangen. Beim Fliegenfischen geht es zügiger vorran, als es das verbreitete Klischee vom Angler verspricht. Hier sitzt niemand über Stunden auf einer Bierkiste und wartet. Neben den handgefertigten Ködern in Form von bunten Insekten ist das Besondere am Fliegenfischen, dass sich der Angler ins Gewässer begibt.

Ausgerüstet mit Gummihose und -stiefeln geht es dabei in die Strömung. „Die Tiere nehmen einen dabei als ganz natürlich wahr", erzählt Vrajolli. So käme man auch in den Genuss, außergewöhnliche Naturphänomene wie etwa einen landenden Eisvogel oder einen zum Flug startenden Reiher zu beobachten.

An Siekmanns Köder zappelt eine Äsche. „So etwas hatten wir hier seit Jahren nicht mehr an der Angel", erklärt Vrajolli aufgeregt. „Das ist eine Sensation!" Vor allem ist es aber ein Grund, das Tier wieder frei zu lassen. Die Äsche steht hier unter Schutz. Auch viele der Forellen, die anbeißen, dürfen danach weiterschwimmen. „Mitgenommen werden nur Fische, die dem Mindestmaß entsprechen", sagt Siekmann. In NRW liege dieses bei 25 Zentimetern – einer Größe, bei der davon ausgegangen wird, dass der Fisch wenigstens einmal im Leben gelaicht hat.

Wer angeln will, sollte sich mit der Materie auskennen. Um das von klein auf zu lernen, gibt es bei den Angelfreunden Brake eine Jugendgruppe, zu der sich insbesondere ortsansässige Jugendliche anmelden können. Erwachsene können sich auf eine Mitgliedschaft im Verein bewerben. Tagespässe für das Gewässer gibt es nicht.

www.angelfreunde-brake.de

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