Motorsportler drehen im Gelände auf

Astrid Sewing

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Packender Zweikampf: Der Fahrer des Racing Team Ringelheim will die Fahrerin des Rollax Racing Teams überholen. Am Ende schafft die 36 auch mehr Runden auf dem Stoppelfeld in Greste. - © Astrid Sewing
Packender Zweikampf: Der Fahrer des Racing Team Ringelheim will die Fahrerin des Rollax Racing Teams überholen. Am Ende schafft die 36 auch mehr Runden auf dem Stoppelfeld in Greste. (© Astrid Sewing)

Leopoldshöhe-Greste. Dichte Staubwolken, Stroh fliegt, Benzin-Geruch liegt in der Luft, und ab und zu heben die Maschinen ab – das ist die Mischung, die die Enduro-Sportler des MSC Lippe West am liebsten haben. Der Sport verlangt Ausdauer und einen gewisse Liebe zum Putzen.

In Greste ist das Rennen im September die Gelegenheit, sich mit anderen zu messen. Michael Sadurski gehört zum Vorstand des MSC, wenn Renntag ist, steht er an der Strecke und hilft. Die Motorsportler sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Der Enduro-Sportverein wurde 1953 gegründet, mittlerweile gehören Motocross und Mofarennen zum Programm.

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Alle Teile finden Sie unter lz.de/wirbewegenlippe.


„Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen über ihre Eltern zum Motorsport. Die wachsen damit auf und wollen es dann auch selber ausprobieren", sagt Sadurski. Wer sich dafür interessiert, muss technisches Verständnis mitbringen, denn die Maschinen brauchen viel Pflege – nach jedem Training und Rennen wird geputzt. „Das gehört dazu, denn nur so ist sichergestellt, dass alles sicher funktioniert."

Preiswert ist das Ganze auch nicht. Zur Ausrüstung gehören Brustpanzer, Helm, Stiefel und Kombi, alles zusammen kostet um die 500 Euro. Ein Sportgerät, also eine Enduro-Maschine, koste gebraucht auch um die 2500 Euro. „Da ist nach oben alles offen", sagt Sadurski. Und wer trainieren möchte, der muss sein Sportgerät auf den Anhänger laden und weitere Strecken in Kauf nehmen.

 „Wir haben leider keine Übungsstrecke im Kreis Lippe und trainieren in Paderborn. Das ist umständlicher, aber wir haben schon vieles versucht, sind aber immer wieder auf taube Ohren gestoßen, wenn wir uns für ein Gelände interessiert haben. Es macht halt Lärm", sagt der Leopoldshöher.

Im Verein gebe es allerdings längst nicht nur betuchte Mitglieder, im Gegenteil. „Wer in der Lehre ist, kann sich das kaum leisten. Die Mitglieder helfen aber dabei, dass das klappt." So werden Fahrgemeinschaften gebildet, der Verein übernimmt das Nenngeld für die Rennen. „Uns geht es um den Spaß am Fahrsport im Gelände, und dafür muss man trainieren."

Wer oben mitfahren will, darf nicht ängstlich sein. „Man sollte Respekt haben und sein Können gut einschätzen, dann ist das nicht gefährlich", erklärt Sadurski. Unfälle seien sehr selten, was auch mit der guten Ausbildung zusammen hänge. „Man muss sich konzentrieren, die körperliche Fitness muss passen und die Reaktionsfähigkeit – nur dann kann man steile Hänge hinauf- und hinabfahren oder andere Hindernisse mit der Enduro meistern."

Eine Frage des Alters ist das nicht. Beim Zwei-Stunden-Rennen in Greste sind die Jungen ebenso dabei wie die Älteren. Auf dem Acker fräsen die Zweiräder die Fahrspuren deutlich in den Acker, es gibt packende Verfolgungsjagden und auch den ein oder anderen, der absteigen und die Maschine wieder anschieben muss.

Am Ende siegt „Zündapp’s letzte Rache". Und der MSC mit seinen 136 Mitgliedern feiert noch zwei Gesamtsieger der Serie. Das Team Vespa Racing mit den Fahrern Björn Lubzyk und Tobias Kassen hatte über die Saison die meisten Punkte geholt.

Der Jahresbeitrag liegt bei 30 Euro,. Wer mitmachen möchte, kann mit dem Vorstand Kontakt über www.msc-lippe-west.de/ aufnehmen.

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