Rugby: Mit Gebrüll auf die Jagd nach dem Ei

Benjamin Möller

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Die Mannschaft der Lippe Lions. - © Benjamin Möller
Die Mannschaft der Lippe Lions. (© Benjamin Möller)

Lemgo. Seit den 90ern gibt es die „Lippe Lions“. Anfangs balgten sich hauptsächlich ehemalige britische Soldaten und deren Angehörige auf dem Rasen am Lemgoer Vogelsang. Heute geht eine Multi-Kulti-Truppe auf Punktejagd mit dem eiförmigen Ball.

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Alle Teile aus der Reihe "Wir bewegen Lippe" finden Sie unter www.LZ.de/wirbewegenlippe

Mädchen für alles – irgendwie will der Begriff zu Peter Schröder-James nicht so recht passen. Die Nase des gebürtigen Waliseres scheint mehr als einmal gebrochen gewesen zu sein, die Tätowierung „Death before Dishonour” auf dem muskulösen Unterarm ist ein Überbleibsel aus der Zeit beim britischen Militär. Und trotzdem ist „Pete“, so nennen ihn die Rugby-Spieler der „Lippe Lions“, eben doch das Mädchen für alles.

Er organisiert, mäht und verwaltet. Den Trainer unterstützt er von außerhalb des Platzes. Und derzeit ganz wichtig: er sorgt für den richtigen Empfang im Vereinsheim, wenn die Spiele der Rugby-WM gezeigt werden.

Seit der Gründung der Lippe Lions 1995, mittlerweile sind sie eine Abteilung im TV Lemgo, ist Peter Schröder-James dabei.

Anfangs als Spieler und Trainer, ein paar Hüftoperationen später als Berater von Coach Dennis Batdorf. Wenn es also um Fragen rund um das Spiel mit dem Ei geht ist „Pete” der Ansprechpartner in Lippe.

Die Frage, die vielen auf der Seele brennt: Geht es beim Rugby wirklich so rau zur Sache? Von Schröder-James gibt es dazu ein klares „Ja“. Allerdings ergänzt er mit seinem Waliser-Akzent: „...was auf dem Platz passiert, bleibt auf dem Platz”. Soll heißen: Egal, wie sehr sich die Rugbyspieler auf dem Grün malträtieren, das Bierchen nach dem Spiel wird immer gemeinsam getrunken.

Und damit es nicht all zu heftig auf dem Rasen zugeht, gibt es schließlich auch noch einen Schiedsrichter. Dessen Rolle beschreibt Schröder-James in seinem unnachahmlichen Denglisch kurz und knackig: „Schiri is God”. Anders als beim Fußball werden seine Entscheidungen nicht in Frage gestellt. Wer meckert bekommt Gelb und darf zehn Minuten zuschauen.

Auch wenn es auf dem Platz heftig zur Sache geht, der Respekt vor dem Gegner und dessen Gesundheit ist groß. Das ist auch der Grund, warum beim Rugby auf sperrige Körperrüstungen und Helme verzichtet wird. Der Gegenüber könnte dadurch verletzt werden. Einzig die Ohren können geschützt werden, um die „Blumenkohl-Ohren”, die durch das Aneinanderreiben im Gedränge entstehen, zu verhindern. Auch ein Zahnschutz ist Pflicht, darauf bestehen die Versicherungen der Vereine.

Trainiert wird bei den „Lippe Lions“ immer freitags ab 18 Uhr auf dem Englischen Sportplatz am Lemgoer Vogelsang. Neue Gesichter sind immer gerne gesehen. Wer mitmachen möchte sollte robuste Sportkleidung in den Turnbeutel packen. Rugby-Anfänger zwischen 14 und 16 Jahren können bei einem gemeinsamen Projekt des TV Lemgo und der Heinrich-Drake-Hauptschule vorbeischauen, das immer mittwochs ab 14 Uhr stattfindet.

Weitere Infos gibt es unter www.tv-lemgo.de und www.rugbyverband-nrw.de

Ernährungstipp: Das englische Lebensgefühl
Ein Rugbyspiel dauert 80 Minuten, dazu kommen Pausen und Unterbrechungen. Der Griff zu fettigen und süßen Snacks ist da beim Zuschauen verlockend. Es gibt allerdings auch gesunde Varianten wie das Hähnchen-Avocado Sandwich.

Dafür zerdrücken Sie etwas Avocadofruchtfleisch mit 0,5 TL Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Bestreichen Sie die Hälfte einer Scheibe Vollkornbrot mit dem Avocadomus. Belegen Sie das Brot mit Salatblatt, gebratenem Hähnchenfilet, Tomatenscheiben und Mozzarella. Als Extra können Sie das Sandwich mit Brunnenkresse garnieren. Guten Appetit!

(Silka Göhler und Steffi Rempel, Ernährungsberatung und Diättherapie)

Fitnesstipp: Seitliche Bauchmuskeln

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Anna Muer empfiehlt eine Übung zur Stärkung der seitlichen Bauchmuskulatur. Dazu legt sie sich zunächst auf den Rücken. Der linke Arm und das linke Bein sind parallel zum Boden gestreckt, der linke Arm ist hinter dem Kopf, das rechte Bein angewinkelt. Nun das linke Bein und den rechten Arm gestreckt nach oben bringen, so dass die Hand den Fuß erreicht. Danach wieder runter bis knapp über den Boden bringen. Diese Bewegung sollte 20 mal wiederholt werden, danach wird die Seite gewechselt.

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