Die Sänger aus Pivitsheide tragen den Namen „Eintracht“ zu Recht

Tanja Watermann

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Eine große musikalische Gemeinschaft: Der Männergesangverein „Eintracht" Pivitsheide besteht seit 133 Jahren. Die Sänger sind auch heute noch ein immer gern gehörter Gast bei Konzerten – nicht nur in Lippe. - © Tanja Watermann
Eine große musikalische Gemeinschaft: Der Männergesangverein „Eintracht" Pivitsheide besteht seit 133 Jahren. Die Sänger sind auch heute noch ein immer gern gehörter Gast bei Konzerten – nicht nur in Lippe. (© Tanja Watermann)

Detmold-Pivitsheide VH. Seit dem Jahr 1884 ist der Männergesangverein „Eintracht" Pivitsheide ein wichtiger Verein in Pivitsheide, der die Kulturgeschichte des Ortes nicht unwesentlich geprägt hat. Seit 133 Jahren treffen sich die aktiven Mitglieder einmal wöchentlich, um gemeinsam zu singen und für große Auftritte zu proben.

Kurz nach dem Millennium hat Chorleiterin Carola Müller-Schmidt aus Lage im Jahr 2001 den Chor übernommen. Sie hat es geschafft, den Chor und das Repertoire auch für das 21. Jahrhundert sangestechnisch modern aufzustellen. Gerhard Henken-Mellies (84) ist seit 27 Jahren Vorsitzender des Männergesangvereins und begeistert vom Zusammenhalt und dem Engagement der Mitglieder. „Ich bin stolz auf die tolle Truppe. Sowohl der Vorstand als auch die Sänger haben ein Superverhältnis zur Chorleiterin", sagt Henken-Mellies.

Die vergangenen 16 großen Jahreskonzerte konnte der Chor jeweils vor ausverkauftem Haus geben. Auch wenn in der heutigen Zeit das gesellschaftliche Leben nur wenig Raum für traditionelle Chöre lässt, halten die Mitglieder an ihrem MGV fest. Denn das gemeinsame Singen erfordert viel Übung – bei den Konzerten würden die Zuhörer unsaubere Einsätze sofort heraushören.

Auf eines ist der Chor ganz besonders stolz: Alle Mitglieder singen bei den Auftritten komplett ohne Noten oder Texte. Auch wenn es bei neuen Stücken viel Auswendiglernen erfordert, sind die Sänger stolz darauf, ihre gesamten zu präsentierenden Lieder frei und auswendig singen zu können. Dadurch, dass die Gesichter der Bässe und Tenöre nicht durch Notenblätter oder Textmappen verdeckt werden, entsteht ein viel offenerer Kontakt zu den Besuchern der Konzerte und beide Seiten können die Stimmungen besser aufnehmen.

Die „Eintracht" aus Pivitsheide ist auch schon beim WDR in der Sendung „10 um 10" zu Gast gewesen. Hier bespricht der Kameramann das weitere Vorgehen mit dem Vorsitzenden Gerhard Henken-Mellies und Chorleiterin Carola Müller-Schmidt. - © Tanja Watermann
Die „Eintracht" aus Pivitsheide ist auch schon beim WDR in der Sendung „10 um 10" zu Gast gewesen. Hier bespricht der Kameramann das weitere Vorgehen mit dem Vorsitzenden Gerhard Henken-Mellies und Chorleiterin Carola Müller-Schmidt. (© Tanja Watermann)


Im Vereinsleben spielt nicht nur der Gesang, sondern auch der soziale Stellenwert des Chores für viele Mitglieder eine Rolle. Der Name „Eintracht" wird zu Recht getragen, denn obwohl das Singen im Chor doch einige Disziplin erfordert, sind alle generationsübergreifend mit Spaß und Freude bei der Sache. Um insbesondere auch jüngere Männer für das gemeinsame Singen begeistern zu können, hat Maico Thorsten Landwehr (45) die Funktion des „Beirats für jüngere Generationen" inne.

Er selbst ist mit 24 Jahren in den MGV eingetreten, weil er auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung war. Da er seit der Jugend im Mandolinenorchester aktiv ist und Sport nie „sein Ding" war, bot sich die zweite musikalische Beschäftigung an. „Ich war damals mit Abstand der jüngste und wurde trotzdem toll in die Kameradschaft aufgenommen. Auch wenn mein neues Hobby im Freundeskreis zunächst müde belächelt wurde, kann ich jedem empfehlen, zum MGV zu kommen. Heute weiß jeder, dass es zu mir gehört und dass wir im Chor großen Wert auf Spaß und Geselligkeit legen", sagt Landwehr.

In den 133 Jahren kann der Männergesangverein auf viele Highlights zurückblicken. Unvergessen ist die aufgenommene Schallplatte zum 100-jährigen Bestehen, die 1984 produziert wurde, und auch an das Mitwirken bei den Benefizkonzerten der Detmolder Schützengesellschaft denken Sänger und Gäste gern zurück.

Mit zahlreichen, gut besuchten Auftritten sind die Sänger ein immer gern gehörter Gast bei Konzerten in Lippe, doch auch außerhalb der Kreisgrenzen fanden sie Gehör. 2004 fuhr der Verein mit zwei Bussen nach Speyer und gab beim Hochamt im dortigen Dom ein Konzert, von dem die Teilnehmer noch heute schwärmen.

Neue Stimmen sind im Verein immer herzlich willkommen, nähere Auskünfte geben die Vorstandsmitglieder. Zu den wöchentlichen Treffen dürfen sich Interessierte gern einfinden. Es gibt kein „Vorsingen", sondern man kann sich die Proben des Chores und die Arbeit der Chorleiterin in Ruhe anschauen.

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