Dienstag, 22.05.2012
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23.01.2012
LICHTENAU
Sohn wollte Vater töten
Staatsanwaltschaft vermutet Wahnvorstellungen als Motiv

Lichtenau (nw/lek). Ein 28-jähriger Mann steht im dringenden Verdacht, am Sonntagnachmittag seinen Vater (58) zunächst zu vergiften versucht und ihn dann mit mehreren Axthieben auf den Kopf lebensgefährlich verletzt zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchten Mordes.

Das schwer verletzte Opfer wird in einem Paderborner Krankenhaus intensivmedizinisch versorgt. Dies gaben die Staatsanwaltschaft Paderborn, die Mordkommission des Polizeipräsidiums Bielefeld und der Kreispolizeibehörde Paderborn in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt.

Nach ersten Ermittlungen der Mordkommission hatte der Tatverdächtige die wahnhafte Vorstellung, seine Eltern wollten ihn umbringen. Am frühen Nachmittag entschloss er sich deshalb, seinen Vater durch die Beimengung von Terpentin oder einer anderen Verdünnung in ein Getränk zu vergiften. Das Opfer bemerkte den veränderten Geschmack jedoch sofort und trank nur eine kleine Menge. Ärztliche Hilfe wollte der Vater deshalb nicht in Anspruch nehmen.

Mehrfach mit Axt zugeschlagen

Gegen 16 Uhr begab sich laut Pressemitteilung der 28-jährige Sohn dann in den Keller des elterlichen Hauses und schlug dort mehrfach mit einer kleinen Axt auf den Kopf seines Vaters ein. Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen, blieb aber zunächst bei Bewusstsein und konnte seinen Sohn von weiteren Schlägen abhalten. Der Tatverdächtige wählte schließlich selbst den Notruf der Polizei, schilderte den Sachverhalt und äußerte, weitere Gewalt anwenden zu wollen. Dem Polizeibeamten gelang es jedoch, den Tatverdächtigen am Telefon zu binden und ihn von weiteren Tathandlungen abzuhalten.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Täter vor dem Haus und ließ sich widerstandslos festnehmen. Der Notarzt begann im Haus sofort mit der Erstversorgung des lebensgefährlich verletzten Opfers. Der 58-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht und nach einer Notoperation in ein künstliches Koma gelegt. Sein Zustand hat sich nach Auskunft der Ärzte am Montagmorgen stabilisiert, Lebensgefahr bestehe nicht mehr. Am Tatort beschlagnahmte die Polizei das mutmaßliche Tatwerkzeug und sicherte noch bis in die Nacht die Spuren.

Der Tatverdächtige hat in seiner Vernehmung die Tat in vollem Umfang eingeräumt. Schon während des Notrufs und bei der Vernehmung des Beschuldigten haben sich Hinweise auf eine psychische Erkrankung ergeben. Darüber hinaus besteht nach einem Drogenvortest der Verdacht, dass der 28-Jährige zur Tatzeit unter Drogeneinwirkung stand. In der Wohnung des Mannes im elterlichen Haus stellte die Polizei eine nicht geringe Menge an Cannabisprodukten sicher.

Vermeintlicher Täter wird Haftrichter vorgeführt

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Paderborn soll der 28-Jährige im Laufe des Montags dem Haftrichter am Paderborner Amtsgericht vorgeführt werden.


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