Lehrer verteilt Arbeitsblatt
mit Hitler-Konterfei

Gütersloher vom Dienst suspendiert

VON ANKE SCHNEIDER

Schüler, Eltern und Kollegen zeigten sich entsetzt über den Inhalt des Arbeitsblattes. - © Repro: NW
Schüler, Eltern und Kollegen zeigten sich entsetzt über den Inhalt des Arbeitsblattes. (© Repro: NW)

Gütersloh/Borgholzhausen. Ein Satz auf einem Arbeitsblatt aus dem Schulunterricht ließ einigen Eltern in Borgholzhausen (Kreis Gütersloh) den Atem stocken. "Und im blinden Vertrauen auf meinen Führer zieh ich das mega cool durch", stand da.

Außerdem prangte auf dem Zettel ein Foto des Diktators Adolf Hitler. "Ich bin mächtig schockiert", drückt eine Mutter aus, was die meisten Eltern der betroffenen Schüler der Gesamtschule fühlen. Der verantwortliche Lehrer ist jetzt suspendiert worden.

Das Arbeitsblatt war nicht Teil des Geschichtsunterrichts. Vielmehr bot es den Schülern eine Anleitung, wie man ein Referat vor Mitschülern hält. Was Adolf Hitler auf dem Zettel zu suchen hat, konnten sich weder Schüler noch Eltern erklären. Die Eltern beschlossen aufgebracht und verunsichert, die Bezirksregierung zu informieren.

Die Kinder diskutieren in sozialen Netzwerken über den Lehrer. Auch unter den Kollegen ist das Arbeitsblatt Thema. Eine rechtsradikale Neigung des Lehrers schließen die meisten aus. "Er ist Antifaschist", ist sich eine seiner Kolleginnen sicher.

Die Bezirksregierung Detmold hat den Lehrer mit sofortiger Wirkung vorläufig suspendiert. "Die Maßnahme ist notwendig geworden, weil dem Beamten wegen des Verdachts der unzulässigen Verwendung von nationalsozialistischen Symbolen im Unterricht erhebliche Dienstpflichtverletzungen vorgeworfen werden", heißt es in einer Presseerklärung.

Staatsanwaltschaft Bielefeld informiert

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe habe die Bezirksregierung sofort begonnen, den Sachverhalt aufzuklären. Das werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Da die Vorwürfe auch den strafrechtlichen Bereich berühren, hat sich die Bezirksregierung zudem entschieden, die Staatsanwaltschaft in Bielefeld zu informieren, heißt es weiter.

Schulleiterin Ulla Husemann zeigt sich bestürzt. "Wichtig ist aber auch mir, den Kollegen nicht vorzuverurteilen, bevor die Ermittlungen der Bezirksregierung nicht abgeschlossen sind", sagt sie.

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