Männer aus Schieder-Schwalenberg stürzen Steinbruch hinab

Dramatische Rettungsaktion in Bad Wünnenberg / 20-Jähriger lebensgefährlich verletzt

VON RALPH MEYER

Dramatische Rettung im Steinbruch - © Bad Wünnenberg
Dramatische Rettung im Steinbruch (© Bad Wünnenberg)

Bad Wünnenberg. Zwei 20 und 21 Jahre alte Männer aus Schieder-Schwalenberg sind in der Nacht zu Samstag in einen Steinbruch in Bad Wünnenberg im Kreis Paderborn gestürzt. Der 20-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Sein Bekannter blieb auf einem Felsvorsprung liegen und wurde kaum verletzt.

Bei Frost und Wind konnten Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks die Männer retten, die den Steinbruch Düstertal der Sauerländer Hartkalkstein-Industrie GmbH (SHI) hinunter gestürzt waren.

Kurz nach Mitternacht hatten vier Männer eine Party im nahen Ortsteil Bleiwäsche verlassen und wollten "etwas Luft schnappen", so die Darstellung der Paderborner Polizei. Am nahen Steinbruch kletterten zwei Männer trotz Warnungen der anderen über den Zaun und näherten sich der Abbruchkante. Dort rutschten beide Männer aus und stürzten in die Tiefe.

Zwei junge Männer waren über die Abbruchkante eines Steinbruchs gestürzt. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Zwei junge Männer waren über die Abbruchkante eines Steinbruchs gestürzt. (© FOTO: MARC KÖPPELMANN)

Während der 20-Jährige fast 50 Meter hinabstürzte und mit lebensgefährlichen Verletzungen auf dem Boden des Steinbruchs liegenblieb, bremste ein Vorsprung nach etwa 20 Metern den Absturz seines 21 Jahre alten Bekannten. Mit einem Mobiltelefon rief er Freunde um Hilfe, die einen Notruf absetzten.

Gegen ein Uhr nachts wurden die Feuerwehren alarmiert. 65 Helfer waren bei der Rettungsaktion im Einsatz. Zehn Minuten später wurde auch die Höhenrettungsgruppe der Paderborner Feuerwehr zur Unterstützung herbeigerufen.

Noch bei der Anfahrt erfuhren die Höhenretter vom Fund des ersten Abgestürzten. "Vor Ort gestaltete sich die Rettung der abgestürzten Person aufwendig. Zunächst wurden zwei Radlader mit Schneeschiebern eingesetzt, damit die Fahrzeuge und deren Ausrüstung überhaupt in die Nähe der verunglückten Person gelangen konnten", so Einsatzleiter Richard Kühling.

Die Wege oberhalb des Steinbruchs Düstertal waren durch Schneeverwehungen nicht passierbar. Zu dem Zeitpunkt bestand über ein Mobiltelefon Kontakt zum abgestürzten 21-Jährigen.

Der Mann klagte über Schmerzen, und die Kälte machte ihm zunehmend zu schaffen. In der kältesten Nacht des Jahres am Steinbruch herrschten Temperaturen von minus neun Grad, und der Wind wehte böig, wodurch der Abgestürzte stark auskühlte.

Mit einem Seil gesichert, ließ sich ein Retter auf den Felsvorsprung herab. Nachdem er ihn gesichert hatte, begannen beide den Abstieg durch die Steinbruchwand. Nach einer rund einstündigen Rettung am Boden des Steinbruches angekommen, wurde er ins Krankenhaus eingeliefert.

Der 21-Jährige hatte Glück im Unglück und blieb bis auf die Unterkühlung unverletzt.


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