1,46 Millionen Euro für in Breitband-Ausbau in Lippe

VON MATTHIAS BUNGEROTH

1,49 Millionen für Breitband-Ausbau - © Lippe
1,49 Millionen für Breitband-Ausbau (© Lippe)

Kreis Lippe. Ein leistungsfähiges und schnelles Netz von Datenautobahnen ist für den Lebensraum und die Wirtschaft in Ostwestfalen-Lippe "einer der maßgeblichen Standortfaktoren". Das sagt Bernd Wesemeyer, Vizepräsident der Bezirksregierung Detmold. Deshalb wurden seit 2009 gemeinsam mit den Kommunen insgesamt 11,9 Millionen Euro öffentliche Mittel in den Ausbau des Breitbandnetzes investiert.

"Wir wollen, dass wir überall eine Bandbreite zur Verfügung haben, die an die 50 MBit/s geht", sagt Wesemeyer und verdeutlicht damit zugleich, dass die Region auf dem Weg des Ausbaus der Datenautobahnen keineswegs stehenbleiben darf und will. Aktuell gehe es um die Grundversorgung der Region auch in den dünner besiedelten Gebieten, so Wesemeyer. Darunter versteht man eine Downloadrate, die bis 2 MBit/s reicht.

Mehr als die Hälfte der bis 2009 noch nicht versorgten Gebiete sei mittlerweile ans schnellere Datennetz angeschlossen, bilanziert Wilfried Ploeger, Breitbandexperte bei der Bezirksregierung Detmold. Aktuell gibt es vornehmlich Ausbauaktivitäten in den Kreisen Lippe und Herford, auch die Kreise Gütersloh, Minden-Lübbecke und Paderborn stehen auf der Agenda. Bisher wurden 177 Ortsteile und 29 Gewerbegebiete in OWL versorgt.

Den Stand der realisierten Projekte zeigt die Grafik.
Den Stand der realisierten Projekte zeigt die Grafik.

"Ich halte das für super angelegtes Geld der Wirtschaftsförderung", sagt Rainer Heller, Bürgermeister der Stadt Detmold. Eine halbe Million Euro öffentlicher Mittel flossen dort in den Ausbau der Breitbandversorgung von 13 Ortsteilen, 100.000 Euro gab die Stadt Detmold selbst dazu, wie Heller berichtet. Wollte man die Residenzstadt komplett mit einem Glasfasernetz ausstatten, müsse man etwa 50 Millionen Euro in die Hand nehmen, weiß Heller. "Das sind echte Herausforderungen."

Wilfried Ploeger zitiert Schätzungen, wonach eine komplette Versorgung der Bundesrepublik Deutschland mit Glasfasertechnik mindestens 80 Milliarden Euro verschlingen würde. Doch damit OWL im Wettbewerb der Regionen weiter mithalten kann, seien weitere Investitionen in diese wichtige Infrastruktur unverzichtbar.
"Die Breitbandversorgung ist neben der Verkehrsanbindung und der Energieversorgung ein wichtiges Thema für Unternehmen in Ostwestfalen", sagte dazu Hendrik Schrenk, Referatsleiter Verkehr, Stadt- und Regionalplanung bei der IHK zu Bielefeld.

Konkrete Pläne für den Kreis Lippe

Noch sind längst nicht alle Ortsteile und  Gewerbegebiete in Lippe an das schnelle Internet angeschlossen, aber ein weiterer Schritt in diese Richtung ist getan. Gut 1,46 Millionen Euro fließen in den kommenden Wochen in neun lippische Städte und Gemeinden. Die entsprechenden Förderbescheide gab es jetzt von der Bezirksregierung Detmold.
 
Bereits 2009 hatte der Kreis Lippe über eine Million Euro aus dem Konjunkturpaket II in den Breitbandausbau in Lippe gesteckt. Seinerzeit davon profitiert haben Alverdissen, Bentrup-Loßbruch, Klüt, Herberhausen, Eschenbruch, Humfeld, Leopoldstal, Lieme, Lockhausen Süd, das Gewerbegebiet in Lockhausen sowie Silixen.

Die vielerorts bereits vorhandene Versorgung durch den Mobilfunkstandard LTE hätte sich für Lippe beinahe als Förderhindernis erwiesen, denn der Breitbandatlas des Bundeswirtschaftsministeriums weist den Kreis als mit dieser Technik versorgt aus. Der für Geoinformationen und Vermessung zuständige Fachbereich 5 des Kreises Lippe unter der Leitung von Dr. Stefan Ostrau hatte jedoch durch eigene Messungen nachgewiesen, dass diese Versorgung im Kreis nur lückenhaft vorhanden ist und einer Förderung der Versorgung mit anderen Techniken (Glasfaser, Richtfunk) durch das Land damit nicht mehr im Wege steht.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.