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22.08.2013
LAGE
Lippische Polizei klärt Serie von Auto-Aufbrüchen in NRW auf
Mutmaßliche Autoknacker aus Litauen in Hörste festgenommen - Diensthund beißt Flüchtigen

Lage/Verl (lz). Die lippische Polizei hat Dank eines Hinweises aus der Bevölkerung zwei Männer im Alter von 20 Jahren im Lagenser Ortsteil Hörste festgenommen, die für eine Serie von Autoaufbrüchen in NRW und Niedersachsen verantwortlich sein sollen. Nach Angaben der Polizei stammt das Täterduo aus Litauen und lebte in der Bundesrepublik ohne festen Wohnsitz.

Erste Spuren hinterließen die Täter in der Nacht zum 12. August in Extertal-Bösingfeld. Dort wurde vom Abstellplatz eines Autohauses ein VW Touran gestohlen. Zusätzlich bauten die Täter noch aus zwei Fahrzeugen die fest installierten Navigationsgeräte aus.

In der Nacht zum 14. August wurden auf dem Gelände eines Autohauses im niedersächsischen Melle sechzehn Fahrzeuge aufgebrochen. Aus vierzehn von ihnen bauten die Täter die festen installierten "Navis" aus und verschwanden damit. Zusätzlich stahlen sie noch vier Räder von einem Audi und bauten dessen Lenkrad samt Airbag aus.

In der Nacht zum 15. August hinterließ das Duo seine Handschrift auf dem Gelände eines Autohauses in Verl im Kreis Gütersloh, indem es aus sieben Pkws auf gleiche Art und Weise die Navigationsgeräte ausbaute und mitnahm.

In der darauffolgenden Nacht zum 16. August brachen die Männer auf dem Gelände eines Autohauses in Holzminden zehn weitere Fahrzeuge auf. Aus neun von ihnen bauten sie die teuren Navis aus und nahmen sie mit.

"Wie so oft im Leben, half im vorliegenden Fall 'Kommissar Zufall' tüchtig mit", schreibt Polizeisprecher Uwe Bauer in seinem Bericht. Zeugen entdeckten am Donnerstag vergangener Woche in einem Waldstück in Hörste ein Versteck, in dem sich eine Vielzahl von verstauten Navigationsgeräten befand.

Die Tatverdächtigen wurden noch in der Nacht festgenommen, als sie mit dem in Bösingfeld gestohlenen Fahrzeug vom Diebeszug aus Holzminden zurückkamen, um die gestohlenen Geräte ins Versteck zu bringen.

Einer von ihnen flüchtete, hatte aber nicht mit Diensthund "Leon" gerechnet, der den Mann sofort stellte. Als der Flüchtige dann auch noch nach dem Tier trat und es schlagen wollte, war die Geduld des Vierbeiners zu Ende.

Er schnappte kurzerhand mal zu und hinterließ so eindrucksvoll seine "Visitenkarte", heißt es in dem Polizeibericht. In ihren Vernehmungen beteuerten beide Männer ihre Unschuld und wiesen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück. Die Beweislage ist jedoch so erdrückend, dass beide am nächsten Tag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Detmold dem Haftrichter vorgeführt wurden, der den Gang in die U-Haft anordnete.

Vermutlich Teil einer bundesweit agierenden Bande

Beide Männer sollen bis dato noch nicht polizeilich bekannt gewesen sein. Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei geht davon aus, dass die Festgenommenen zu einer bundesweit agierenden Bande gehören, die sich in Teilgruppen auf den Diebstahl von fest eingebauten "Navis" spezialisiert hat und gewerbsmäßig vorgeht.

In den vorliegenden Fällen ging es um Fahrzeuge der Marken VW und Skoda. Die Polizei stellte 32 Navigationsgeräte sicher, die demnächst wieder den rechtmäßigen Eigentümern ausgehändigt werden sollen

Darüber hinaus sind derzeit noch weitere Täter in Lippe aktiv, die insbesondere in Straßenzügen geparkte oder auf Privatgrundstücken abgestellte Fahrzeuge angehen und daraus ebenfalls die fest installierten Navigationsgeräte ausbauen.

Hinweise dazu nimmt die Kripo in Lemgo unter der 05261-9330 entgegen.

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