Mit Video: „Der weiße Brasilianer“ ist in Blomberg in Plauderlaune

Jörg Hagemann

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Ansgar Brinkmann mit Moderator Mario Brink. Der Kultkicker ist von den Altherren des Blomberger SV zu einer Trainingseinheit eingeladen worden. Hierfür hatten Trainer Peter Jacobsen & Co. 350 Euro gesammelt. - © Foto: Jörg Hagemann
Ansgar Brinkmann mit Moderator Mario Brink. Der Kultkicker ist von den Altherren des Blomberger SV zu einer Trainingseinheit eingeladen worden. Hierfür hatten Trainer Peter Jacobsen & Co. 350 Euro gesammelt. (© Foto: Jörg Hagemann)

Blomberg. Tim Suton (TBV Lemgo), Markus Krösche (SC Paderborn) und Tom Schütz (DSC Arminia Bielefeld) haben in der vergangenen Saison eindrucksvoll bewiesen, dass sie Abstiegkampf können. Doch was ist das gegen Ansgar Brinkmann? „Ich habe 20 Jahre Fußball gespielt. Mein ganzes Leben fühlt sich an wie Abstiegskampf", berichtete der Kultkicker am Donnerstagabend beim 14. OWL-Sportstudio in Blomberg.

Das von Mario Brink zusammengestellte zweieinhalbstündige Programm im Kundenzentrum der Sparkasse verging für die 250 Zuschauer wie im Flug. Woran Ansgar Brinkmann, der in seiner 20-jährigen Karriere für 15 Klubs gespielt hat, mit seinen munteren Plauderein aus dem Nähkästchen nicht ganz unbeteiligt war.

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Unverblümt sprach der „weiße Brasilianer" von seinem Verhältnis zum Geld: „Ich bin mit null Euro Profi geworden und mit Minus rausgegangen", erzählte Brinkmann ebenso freimütig wie über eine Million netto plus Prämien, die er bei TeBe Berlin in einer Saison verdient hat. Obwohl es noch 180.000 Euro Begrüßungsgeld obendrauf gegeben habe, wollte ihm ein Berliner Mercedes-Händler den schmucken Zweisitzer nicht vermachen. Begründung: „Mit ihrer Schufa bekommen sie nicht mal ein Fahrrad."

Inzwischen weiß Brinkmann, wie das Fußballgeschäft funktioniert. Dass Lukas Poldolski in Japan 17,6 Millionen Euro für zweieinhalb Jahre verdiene, gehe auf Brinkmanns gutes Netzwerk zurück.

Doch auch die weiteren Talk-Gäste hatten Interessantes zu erzählen. Tom Schütz, der mit 15 Jahren als Nachfolger von Bastian Schweinsteiger das Zimmer im Internat des FC Bayern übernahm, berichtete über seine Erfahrungen mit dem jungen Trainer Mehmet Scholl und kann sich jetzt ein achtes Jahr bei Arminia Bielefeld vorstellen.

Markus Krösche, Geschäftsführer Sport beim SC Paderborn, hat schon vier Verträge beim Drittliga-Spitzenreiter verlängert und sieht im DFB-Pokalspiel gegen Ingolstadt eine historische Chance.

Tim Suton sieht im TBV Lemgo einen von fünf Bundesligavereinen, „bei dem man lange spielen kann". Und Torben Kietsch, Manager bei der HSG Blomberg-Lippe, berichtete von den Schwierigkeiten bei der Vermarktung des Frauenhandballs: „Wir haben 119 Partner. Da ist der Döner-Mann von nebenan genauso dabei wie Phoenix Contact."

Information
Persönlich
  • Tim Suton, 21, Allrounder des TBV Lemgo, wurde als 17-Jähriger mit 241/50 Toren für die HG Saarlouis Torschützenkönig der 2. Liga und klopft inzwischen ans Tor zur Handball-Nationalmannschaft.
  • Ansgar Brinkmann, 48, Straßenfußballer aus Bakum im Oldenburger Münsterland. Das jüngste von sieben Kindern ist einer der größten „Wandervögel" Deutschlands. Letzte Station: TSV Juist. A-Lizenzinhaber seit 2009. Buchautor von „Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich".
  • Tom Schütz, 29, Mittelfeldspieler von Arminia Bielefeld. Der Hobby-Jäger, spielte zwischen 2005 und 2010 unter Hermann Gerland bei den Bayern-Amateuren mit Hummels, Badstuber und Müller.
  • Markus Krösche, 37, gebürtig aus Bremen, mit 354 Einsätzen Rekordspieler beim SC Paderborn. Aktuell Geschäftsführer Sport beim SCP. Schaffte als Trainer innerhalb eines Jahres den Sprung von der 6. Liga (U23 SC Paderborn) in die Champions League (Co-Trainer bei Bayer 04 Leverkusen).

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