Ediz Türkmen: "Mit dem TBV habe ich mir nach oben keine Grenze gesetzt"

Sebastian Lucas

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Mit dem Rennrad vorne weg: Ediz Türkmen, Vorstand, Trainer und Sponsor des TBV Lemgo, unterhält sich mit Sportlicher Leiter Ulas Tokdemir. - © Sebastian Lucas
Mit dem Rennrad vorne weg: Ediz Türkmen, Vorstand, Trainer und Sponsor des TBV Lemgo, unterhält sich mit Sportlicher Leiter Ulas Tokdemir. (© Sebastian Lucas)

Lemgo. Seit Anfang des Monats ist Ediz Türkmen nicht nur Vorstand des TBV Lemgo, sondern auch Trainer der Fußball-Bezirksliga-Mannschaft. Der 51-jährige Ex-Profi, der seine Karriere aufgrund einer schweren Verletzung früh beenden musste und ein erfolgreicher Unternehmer ist, lässt sich von seinem Weg nach dem Abgang von Andreas Goll nicht abbringen.

Der Ex-Stürmer sagt: „Ich mache dieses Projekt, weil ich Lemgo über meine Frau lieben gelernt habe." Und weiter: „Einmal Fußballer, immer Fußballer. Ich habe eine Vision, ohne Visionen gäbe es heute keine Flugzeuge und auch keine TSG Hoffenheim oder RB Leipzig in der Bundesliga. Mit diesen Klubs möchte ich mich nicht vergleichen, aber nach oben ist keine Grenze gesetzt. Ich sage nicht: In der Ober- oder Regionalliga ist Schluss." Doch nun gelte es erst einmal, sportliche Erfolge zu liefern. Der LZ lieferte er interessante Aussagen zu...

... der Präsentation auf dem Marktplatz: „Ich sehe sie auch rückblickend positiv und habe viele Reaktionen in diese Richtung erhalten. Gefreut hat mich, dass niemandem offenbar langweilig wurde: Es ist keiner aufgestanden und gegangen. Natürlich fanden einige die Aktion übertrieben.Aber: Wir wollen einen anderen Weg gehen, die Präsentation war eine Wertschätzung für unsere Spieler.

Das Sponsoren-Echo war auch positiv, weil sie unser Konzept kennen. Dazu gehört unter anderem selbstbewusstes Auftreten, und der Marktplatz ist das Wohnzimmer der Stadt. Klar ist dennoch: So etwas kannst du nicht jedes Jahr machen. Für 2018 denken wir uns etwas anderes Schönes aus."

... die Ziele für die neue Saison: „Wir wollen unter die ersten Drei, Vier. Vor allem Kaunitz und Wellensiek schätze ich stark ein, von vielen anderen Teams konnte ich mir noch kein genaues Bild machen. Sicher mischt auch ein Überraschungsteam vorne mit."

... seinen ersten Eindruck von der neuen Mannschaft: „Er ist sehr positiv, bei fast allen Einheiten waren alle Neuen anwesend, mit Ausnahme von zwei, drei Urlaubern. Auch zu den freiwilligen Einheiten kommen alle. Wer nicht kann, läuft morgens um 6 Uhr und holt damit das Training nach. Über eine App nehmen die Spieler ihre Daten auf und mailen sie uns. Es zeigt den guten Charakter der Jungs."

... die Doppelrolle Vorstand und Trainer: „Optimal wäre, wenn ich nicht beide Funktionen ausüben würde. Aber: Aus der Situation haben wir so das Beste ’rausgeholt, für einen neuen Trainer wäre es schwer gewesen, unser Konzept umzusetzen. Die Entscheidung von Andreas Goll traf uns völlig unvorbereitet, zwei Tage vor dem Trainingsstart, wir hatten mit ihm geplant. Bis zum Saisonende werde ich beide Posten übernehmen. Kommen wir unter die ersten Drei, wäre der richtige Zeitpunkt für einen Cut."

... die Minis für die Spieler: „Vor kurzem bekam ich ein Bild von einem Sponsor, dem unsere Autos alle entgegen gekommen waren. Er schrieb: ,Ein Traum, diese Autos zu sehen.’ Natürlich beurteilen viele diese Sache kritisch, aber sie wissen nicht, wie wir sie umgesetzt haben. Bei dieser Philosophie spielen Sponsor, Verein und Spieler eine Rolle. Es geht auch um Bindung zum Verein, zudem um ein Gesamtkonstrukt. Derzeit stellen wir sechs Spielern einen Wagen, zwei weitere Minis sind noch nicht ausgeliefert. Um ein Auto zu bekommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein."

... das TBV-Projekt mit der Jugend: „Nicht nur Lemgo und der TBV werden profitieren, sondern die ganze Region. Wenn unser Konzept aufgeht, bekommt Lippe viele gut ausgebildete Spieler, die Vereine können sich bedienen, auf der anderen Seite werden wir talentierte Kicker holen. Die Spieler müssen nicht mehr nach Bielefeld oder Paderborn wechseln. Der logistische Aufwand verringert sich somit."

... die Finanzen und seine Schwerpunkte: „In erster Linie bin ich Vorstand, dann Trainer und zuletzt Sponsor. Ich brauche aber auch die lippische Wirtschaft."

TBV holt 2:2 gegen Westfalenligist TuS Sinsen

Von Freitag bis Sonntag ist der TBV Lemgo im Trainingslager in Kaiserau gewesen. Neben vielen Einzelgesprächen und Teambuilding-Maßnahmen stand unter anderem auch ein Testspiel gegen den Westfalenligisten TuS Sinsen an. Die Lipper boten dem Konkurrenten Paroli und knöpften ihm ein 2:2 ab. Zweimal glich Oliver Hett (Zugang vom SC Verl) für den TBV aus.

Die Neuen, Khalil Rhilane, Fabio Hildebrand (beide krank) sowie die Urlauber Ilker Siviloglu und Karwan Derwisch, fehlten. Das nächste Testspiel bestreiten die Lemgoer am Donnerstag zuhause gegen den FC Stukenbrock (Anstoß: 19.30 Uhr).

Weitere Tests von lippischen Bezirksligisten:

  • Post-TSV Detmold – Bad Pyrmont 0:1
  • Blomberger SV – Hagen 1:3
  • TSV Horn – Willebadessen 4:1 (drei Tore von Markus Wittmann)
  • TSV Oerlinghausen – SC Vlotho 2:4
  • TuS Asemissen – Türk. Herford 2:3.

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