Jugendkoordinator des TuS Lipperreihe im Interview

Oliver König

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Lipperreihes Jugendkoordinator Frank Fulland hat seine Mappe unter die Arme gelegt. - © Oliver König
Lipperreihes Jugendkoordinator Frank Fulland hat seine Mappe unter die Arme gelegt. (© Oliver König)

Oerlinghausen-Lipperreihe. Das Bundesliga-U 10-Masters am vergangenen Wochenende, der U 9-Cup am folgenden Samstag und Sonntag. Ein Mammutprogramm hat die Fußball-Jugendabteilung des TuS Lipperreihe zu bewältigen. Doch sie macht es gerne. Wie es hinter den Kulissen der beiden großen Nachwuchsturniere zugeht, das erklärt Jugendkoordinator Frank Fulland.

Jetzt mal ehrlich: Können sie nach diesen Tagen noch eine Sporthalle von innen sehen?

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Persönlich


Der 52-jährige Frank Fulland ist ist für den TuS Lipperreihe gleich in mehreren Funktionen tätig. Der Jugendkoordinator trainiert die B-Junioren und gehört dem Trainerteam um Timo Kapale bei der ersten Senioren-Mannschaft an. Diese geht in der Kreisliga A Lemgo auf Tore- und Punktejagd.

Vor seinen Tätigkeiten in Lipperreihe war Fulland unter anderem Trainer beim TuS Hillegossen. Doch sein Herz schlägt vor allem für den Jugendfußball. Gemeinsam mit einem großen Organisations- und Helferteam („Da bin ich besonders stolz drauf.") ist er unter anderem verantwortlich für das U 10-Bundesliga-Masters, das am vergangenen Wochenende zum fünften Mal über die Bühne ging.

Frank Fulland: Ja. Denn ich freue mich über das Ergebnis, was hier im Gesamtpaket entsteht. Wenn die Betreuer, die Trainer, die Zuschauer zufrieden sind, dann ist alles gut.

Es ist aber schon stressig?

Fulland: Stress? Den haben wir fast 365 Tage im Jahr. Denn nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Da muss viel geplant werden, die Mannschaften kommen aus ganz Deutschland, aus England, Serbien oder Österreich. Und dann steht ja auch noch das Pfingstturnier vor der Tür.

Wie viele Stunden verbringen Sie in der Halle?

Fulland: Die ersten Mannschaften sind bereits um 7.30 Uhr da, die letzten fahren gegen 19.30 Uhr nach Hause. Dann haben wir den Auf- und Abbau unter anderem mit der Rundumbande und die Vorbereitung. Da kommen schon mal 40 Stunden für ein Turnier zusammen. Das machen wir alles ehrenamtlich.

Mit vielen Helfern?

Fulland: Na, klar. Zum Orga-Team gehören Ralf Marquardt, Oliver Pape, Kati Owen, die Familien Rook und Taverner und meine Wenigkeit – dazu das große Helferteam.

Zur Organisation gehört auch, dass 44 Mannschaften teilnehmen. Viele von ihnen müssen untergebracht werden. Eine Herkulesaufgabe?

Fulland: Das läuft reibungslos. Wir sind in dieser Sache erprobt und können uns auf Gasteltern verlassen, oder die englischen Teams übernachten gern im Haus Neuland. Dort sind sie seit Jahren. Die Spieler wollen ja auch außerhalb des Fußballs beschäftigt werden, dort haben sie unter anderem einen großen Freizeitraum. Wir tun was – auch in Zeiten der WhatsApp-Generation.

Der TuS Lipperreihe ist ein Werbeträger für Oerlinghausen?

Fulland: Auf jeden Fall. Der TuS Lipperreihe tut was – für die Stadt, für den Ort.

Zum sportlichen Aspekt. Sieht man im Verlauf der Wochenenden schon in diesen Altersklassen einen Unterschied zwischen einem Dorfverein und einem Bundesliga-Klub?

Fulland: Die Nachwuchsspieler der Bundesligisten sind viel schneller, taktisch stärker, technisch versierter – eigentlich in allen Komponenten besser.

Ihre Turniere haben sich etabliert, der U 13-Wettbewerb des SC Bad Salzuflen ist eine feste Größe. Allerdings ist das A-Junioren-Masters in Lemgo weggebrochen. Wäre ein Turnier dieser Altersklasse für Euch reizvoll?

Fulland: Erst einmal nicht. Das wäre schließlich eine finanzielle Hausnummer, die noch zu hoch ist. Sehen Sie: Bei unseren beiden Turnieren der U 10 und U 9 nehmen wir keinen Eintritt, sondern freuen uns über jede Spende.

U10-Turnier des TuS Lipperreihe in Oerlinghausen

U10-Turnier des TuS Lipperreihe in Oerlinghausen

Europäisches Flair in Oerlinghausen

Erneut arbeiten die 
beiden Bergstadt-Vereine TuS Lipperreihe und TSV Oerlinghausen Hand in Hand. Der 
Premiere des U 9-Cups folgt an diesem Wochenende die zweite Auflage.

„Die Zusammenarbeit hat sich bewährt", wird Lipperreihes Jugendkoordinator Frank Fulland in einer Pressemitteilung zitiert. In der Vorrunde kämpfen in vier Gruppen insgesamt 20 Teams um das Weiterkommen. In der Gruppe 1 laufen Borussia Hohenlind, Füchse Berlin, SC Verl, Luton Town FC (England) und FC Hansa Rostock auf. In Gruppe 2 spielen FK Vojvodina Novi Sad red (Serbien), TSV Oerlinghausen, SC Siemensstadt Berlin, TuRa Elsen und Southend United FC (England). Der Gruppe 3 gehören Viktoria Berlin, TuS Altwarmbüchen, VfB Schloß Holte, FK Vojvodina Novi Sad white (Serbien) und FC St. Pauli an. In Gruppe 4 messen sich RW Essen, FSC Rheda, Berliner SC, RB Leipzig und TuS Lipperreihe.

Die Gruppenersten sowie die Sieger der Play-off-Spiele zwischen den Gruppenzweiten und -dritten qualifizieren sich für die Goldrunde am Sonntag in der Oerlinghauser Sporthalle am Schulzentrum. Hierfür sind Werder Bremen, der Hamburger SV, der 1. FC Köln und Rapid Wien gesetzt. „Diese vier Mannschaften spielen am Samstag noch ein Hallenturnier in Ummeln", so Frank Fulland. Die Gruppenvierten und die Verlierer der Play-offs starten am Sonntag in der Silberrunde, die mit dem Kooperationsverein FC Stukenbrock in der Dreifachhalle Stukenbrock ausgetragen wird. Der erste Anstoß erfolgt am Samstag und Sonntag jeweils um 9 Uhr.

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