Negativlauf beendet: HSG feiert die ersten beiden Punkte

Fuhr-Schützlinge gehen nach 30:22 gegen SVG Celle mit Schwung in die Europameisterschaftspause

Dietmar Welle

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Unglaublicher Jubel - die Lipperinnen feiern ihren Sieg - © Dietmar Welle
Unglaublicher Jubel - die Lipperinnen feiern ihren Sieg (© Dietmar Welle)

Blomberg. „Für die Steine, die uns auf dem Buckel lagen, hätten wir einen Bulldozer zum Wegräumen gebraucht." Einen Einblick in seine Gemütslage hat André Fuhr, Trainer des Frauenhandball-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe, nach dem deutlichen 30:22 (16:10) gegen SVG Celle gegeben.

Mit dem Sieg gelang es den Blombergerinnen, die ersten beiden Punkte in dieser Saison zu ergattern und den Anschluss ans Mittelfeld herzustellen. Balsam für die geschundenen Seelen. Nun gehen die Lipperinnen mit Schwung in die Pause, die durch die Austragung der Europameisterschaft in Schweden (4. bis 18. Dezember) entsteht. Erst am Mittwoch nach Weihnachten geht es weiter mit dem Auswärtsspiel in Dortmund.

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Doch bis dahin dürfen sich Spielerinnen, Coach und Fans erinnern an eine fabelhafte erste Halbzeit, die nachher als beste dieser Saison gewürdigt wurde. Mit der später zu eigensinnigen Samara da Silva auf der Mittelposition beginnend, fanden vor allem zunächst die Halben Alicia Stolle und Gisa Klaunig die Lücken mit präzisen Schüssen, oftmals in den Torwinkel. Während Stolle dann abtauchte, hielt Klaunig ihre Leistung auf hohem Niveau während der gesamten 60 Minuten in der Offensive.

Und auch die Außen trugen ihren Teil zum guten Gelingen bei. Endlich zeigte Franziska Müller dem Publikum wieder ihre langen Schritte und nach erfolgreichem Abschluss ihren legendären Torjubel mit lang ausgestreckten Armen. Und auch Patricia Cardoso ließ auf der anderen Seite ihrem zuweilen brotlosen, aber sympathischen Gute-Laune-Ansatz Bundesligatore folgen.

Im Tor steigerte sich Anna Monz im Verlauf der Partie und wurde im zweiten Abschnitt gar dreimal im Gesicht getroffen. Optimaler hätte die Ausbeute vom Kreis ausfallen können. Da geht noch was. Tolle Akzente setzte Nele Franz auf der Mittelposition, als sich da Silva verzettelte.

„Wie wir das in der ersten Halbzeit gemacht haben, das hat mir sehr, sehr gut gefallen", lobte Fuhr, dessen Euphorie sich erstaunlicherweise in Grenzen hielt: „Eigentlich war es ja ein Pflichtsieg. Aber wir haben die Punkte und haben dem Druck Stand gehalten."

Wort zum Sport: Der Kampf ums Überleben

von Dietmar Welle

Erst am Mittwoch vergangener Woche sorgte Handball-Bundesligist TBV Lemgo mit dem Sieg über Frisch Auf Göppingen für die so herbeigesehnten beiden Punkte, am Samstag zogen die Frauen der HSG Blomberg-Lippe nach.

Wertvolle Punkte für das Lipperland im Beisein einer begeistert mitgehenden Anhängerschar. Denn – so weit wollen die meisten von uns gar nicht denken – der doppelte Abstieg unserer beiden Handball-Flagschiffe hätte fatale Folgen in Bezug auf den Stellenwert, die Finanzen, die Strahlkraft, das Zuschauerinteresse usw.

Am Mittwoch (zur ungünstigen 19-Uhr-Startzeit) und am Samstag an der Ulmenallee fanden sich insgesamt fast 5000 Zuschauer ein, um die beiden Spiele zu verfolgen. Eine stolze Bilanz. In Blomberg geht es mit guten Gefühlen in die EM-Pause.

Aber es liegt noch viel Arbeit vor der Mannschaft. Denn nach wie vor rangiert das HSG-Team auf einem Abstiegsplatz. Und in Lemgo sieht es in dieser Hinsicht nicht besser aus. Der Kampf ums Überleben geht weiter.

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