TBV Lemgo tritt nach 24:24 auf der Stelle

Jörg Hagemann

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Machte viel Druck: Andrej Kogut bot trotz Ellenbogenproblemen eine sehr couragierte Leistung.
 - © Jörg Hagemann
Machte viel Druck: Andrej Kogut bot trotz Ellenbogenproblemen eine sehr couragierte Leistung. (© Jörg Hagemann)

Lemgo. Der TBV Lemgo wartet im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga weiter auf den Befreiungsschlag. Das 24:24 (13:12) in einem dramatischen Spiel gegen den Mitkonkurrenten TVB 1898 Stuttgart fühlte sich im ersten Moment eher nach einem Punktverlust als nach einem Punktgewinn an. Denn bis zwei Minuten vor Schluss lagen die Kehrmann-Schützlinge noch mit 24:22 vorne. Mit dem siebenten Feldspieler verkürzten die Schwaben in der 59. Minute durch Rechtsaußen Bobby Schagen auf 24:23.

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46 Sekunden vor dem Ende beantragte Trainer Kehrmann noch einmal eine Auszeit. Doch nach einem technischen Fehler erspitzelte sich Stuttgarts Abwehrchef Dominik Weiß den Ball und versenkte den Gegenstoß zum 24:24. Lemgo blieb nur noch ein direkter Freiwurf von Azat Valiullin, der jedoch in der Mauer der Gäste hängen blieb. Gleichwohl bot der TBV kämpferisch eine tadellose Leistung und kompensierte den Ausfall seiner drei Linkshänder Hermann, Bartok und Ebner durch Tim Suton und Jonathan Stenbäcken nach bestem Gewissen. Zwischenzeitlich bekam auch Philipp Vorlicek, Torjäger des Lemgoer Drittligateams, Einsatzzeiten. Trotz einiger mutiger Aktionen blieb ihm bei seinem Bundesligadebüt jedoch ein Treffer versagt.

Fotostrecke: TBV Lemgo - TVB 1898 Stuttgart

Beste Lemgoer Werfen waren Andrej Kogut (6), Jonathan Stenbäcken (4), Patrick Zieker (4) und Tim Hornke (4/2). Treffsicherste Schützen beim TVB Stuttgart waren Bobby Schagen (6/4) und Marian Orlowski (4). Mimi Kraus (2) schied mit Verdacht auf Mittelhandbruch aus.

Wort zum Sport: "Mannschaft lebt trotz Punktverlust"

von Jörg Hagemann

Es mag sein, dass der Punkt aus dem Stuttgart-Spiel dem TBV Lemgo am Ende der Saison fehlt. Doch sollte es nach 34 Jahren 1. Liga tatsächlich erstmals eine Etage tiefer gehen, so lag es nicht an der Leistung vom 30. Spieltag. Kämpferisch ist niemand ein Vorwurf zu machen. Die Mannschaft lebt – was sie auch schon in Flensburg bewiesen hat.

Allerdings haben die Ausfälle der drei Linkshänder Rolf Hermann, Donat Bartok und Dominik Ebner ein kapitales Loch gerissen. In der Bezirksliga mag so etwas mit Rechtshändern noch halbwegs zu kompensieren sein, nicht jedoch auf allerhöchstem Niveau in der Bundesliga. Dadurch ist der TBV aktuell deutlich limitiert.

Einen zarten Hoffnungsschimmer gibt es in der Abwehr. Nur gegen Coburg (32:22) und Balingen (20:23) ließen die Lemgoer Torhüter in dieser Saison weniger Gegentreffer zu. Außerdem hat die Abstiegskonkurrenz das Remis zwischen dem TBV und dem TVB nicht nutzen können. Balingen unterlag 23:33 bei den Rhein-Neckar Löwen, der BHC war froh über ein 18:18 gegen Wetzlar und Gummersbach verpasste den Befreiungsschlag mit dem 30:31 in Coburg.

Die fünf Teams zwischen Rang 13 und 17 trennen nur zwei Zähler. Das 24:24 mag sich wie ein Punktverlust anfühlen. Tatsächlich hat sich der TBV in der Tabelle sogar um einen Platz verbessert.

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