TBV-Spieler schwitzen im niederländischen Trainingslager

Dietmar Welle

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Acht Kilometer: Angeführt von Co-Trainer Matthias Struck (Mitte) machen sich die Lemgoer Handballer zu einer weiteren Trainingseinheit auf den Weg. - © Paul Cohen
Acht Kilometer: Angeführt von Co-Trainer Matthias Struck (Mitte) machen sich die Lemgoer Handballer zu einer weiteren Trainingseinheit auf den Weg. (© Paul Cohen)

Zwartemeer. Wo der TBV Lemgo ist, da scheint die Sonne. Der lippische Handball-Bundesligist absolviert derzeit bei strahlend blauem Himmel ein fünftägiges Trainingslager im „Sportlandgoed" im niederländischen Städtchen Zwartemeer, nur knapp hinter der deutschen Grenze bei Meppen.

(© Paul Cohen)

„Wir haben es hier genau so, wie wir es wollen", strahlte auch TBV-Trainer Florian Kehrmann mit der Sonne um die Wette. Und wahrlich. Der erste Eindruck ist perfekt. Im gepflegten Areal am „Echtenskanaal" locken zahlreiche Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Seien es nun Tennisplätze oder ein Survival-Park, eine Paintball-Anlage oder auch ein Schwimmteich mit eingebauten Hindernissen. Die Sporthalle liegt um die Ecke. Und ein kleiner, feiner Par-drei-Golfplatz mit blitzschnellen Grüns krönte die Optik und lädt zu ein paar knackigen Schlägen ein.

„Ich habe diesen Standort vor vier Jahren mit den Youngsters entdeckt, als wir hier zu einem Turnier eingeladen waren", erinnert sich Kehrmann, dass es ihm und seinen Talenten schon damals im „Sportlandgoed" ausgezeichnet gefallen hat. Ein Jahr später folgte ein dreitägiges Trainingslager mit den Youngsters an gleicher Stelle – und jetzt schwitzen halt hier die Profis. Die sind übrigens in kleinen, bescheidenden Hütten zu zweit oder zu dritt untergebracht. Kehrmann selbst hat die Besetzung der Blockhäuser selbst eingeteilt: „Wir haben die Neuzugänge gemischt mit den Spielern, die schon länger bei uns sind." Macht Sinn, gelingt doch die Integration so umso schneller und das gegenseitige Kennenlernen wird noch intensiviert.

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Auf Komfort müssen die TBV-Profis weitestgehend verzichten. In den Unterkünften gibt es beispielsweise keinen Fernsehapparat – und nach einem Internet-Zugang muss man sich auf dem 32 Hektar großen Gelände auf die Pirsch begeben. Doch genau das hat Kehrmann so gewollt. „Wir haben hier keine Ablenkung, können uns ganz auf unsere Arbeit konzentrieren", so der Coach, der mit besonderem Wohlwollen zur Kenntnis genommen hat, dass „sich die Spieler gleich am ersten Abend vor der Hütte getroffen und sich intensiv unterhalten und ausgetauscht haben".

Dabei stellte sich heraus, dass der sonst so wortkarge Russe Azat Valiullin durchaus redselig werden kann. Andere Gruppen fanden sich zum Kartenspielen zusammen oder vertraten sich am direkt vor den Hütten gelegenen See die Beine. Apropos See: Das Wasser diente oft zur Abkühlung nach den anstrengenden Trainingseinheiten.

Bescheidenheit und Zielstrebigkeit ist also das Motto in diesen Tagen in Zwartemeer. Eine gute Kombination. Das findet auch TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike, der die Mannschaft begleitet. Zum weiteren Tross neben Kehrmann, Struck und Zereike gehören auch Physiotherapeut Bennet Risch und Mannschaftsbetreuer André David, Alle kümmern sich um das Wohlbefinden und die optimale Betreuung der Mannschaft, die allerdings auf das Beisein von Kapitän Rolf Herrmann (laboriert weiterhin an einer Schulterverletzung) verzichten muss.

Für Christoph Theuerkauf, den unverzichtbaren TBV-Motivator, ist es „eine gute Idee", nach Zwartemeer zu fahren: „Ich bin zwar auch gern in einem Fünf-Sterne-Hotel, aber wir machen das Beste aus den Gegebenheiten, entwickeln viel Teamspirit. Das schweißt zusammen. Man muss versuchen, die richtige Mischung zwischen Spaß und Belastung zu finden. Bei uns in der Hütte darf einer pro Nacht in einem Einzelbett schlafen – und muss nicht ins Hochbett..."

Erster Test unter freiem Himmel

Ein interessantes Vorbereitungsturnier absolvieren die Lemgoer von Freitag, 21. Juli, bis Sonntag, 23. Juli, in Esslingen. Unter freiem Himmel – so es das Wetter zulässt – und mitten im Herzen Esslingens auf dem Marktplatz finden sich neben den Lippern die Füchse Berlin, FA Göppingen, TVB Stuttgart, Margareten Wien und SG Bietigheim zusammen, um sich miteinander zu messen. Als kleine Unterbrechung der 500 Kilometer langen Anreise (Esslingen liegt südlich von Stuttgart) findet ein Testspiel gegen den TV Mundelsheim am Donnerstag um 19.30 Uhr in der Käsberghalle statt. Der Eintritt kostet 8 Euro, Schüler und Jugendliche zahlen 5,50 Euro.


TBV-Splitter

Klimeks Übergröße
Am Freitag steht Andreas Sukop von der TBV-Geschäftsstelle vor einer besonderen Herausforderung. Sukop reist mit 100 Salming-Schuhe im Originalkarton nach Zwartemeer. Dort sollen die TBV-Spieler in aller Ruhe alle Größen ausprobieren, um für Training und Wettkampf optimal gewappnet zu sein. Besondere Freude kommt dabei bei Christian Klimek auf. Der Abwehrspieler und Kreisläufer lebt auf großem Fuß. Die Schuhgröße 51 hatte Salming bisher noch gar nicht im Sortiment. Dazu die TBV-Pressesprecherin Stefanie Knupp: „Die Schuhe für Christian wurden eigens angefertigt."

Nur ein Juli-Kind
Als einziger aus den Reihen des Kaders beim TBV Lemgo hat Donat Bartok im Juli Geburtstag. Gestern feierte der junge Mann seinen 21. im Kreise seiner Teamkameraden und bekam nach der Laufeinheit auch eine kleine Torte. Bartok, zum Ende der vorigen Saison verletzt zwangspausierend, befindet sich wieder auf einem guten Weg.

Überraschung am Samstag
Einen ganz speziellen Tag verbringt die Mannschaft am Samstag, dem Tag vor der Rückserie ins Lipperland, in Zwartemeer. Was auf die TBV-Truppe zukommt, ist so geheim, dass nur drei Personen, darunter natürlich Trainer Florian Kehrmann, eingeweiht sind und zudem natürlich absolutes Stillschweigen vereinbart ist. Nicht nur die Spieler sind daher besonders gespannt.

Mehr Licht
Während der Kader des TBV Lemgo in Zwartemeer das Trainingslager absolviert, werkeln in der heimischen Lipperlandhalle die Handwerker. Zum einen geht es vornehmlich um die Verbesserung des Hallenbodens. Zum anderen wird die Lichtanlage optimiert. TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike: „Alle Lampe werden jetzt auf LED-Basis laufen mit einem Volumen von 1500 Lux." Eigentlich sei diese Maßnahme erst für die Saison 2018/19 zwingend erforderlich, doch hat sich Lemgo bereits für die neue Saison zu diesem Verbesserungsschritt entschlossen.

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