TBV-Trainer Kehrmann rechnet in Gummersbach mit später Entscheidung

Jörg Hagemann

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Auge in Auge: Carsten Lichtlein kontra Tim Hornke. Der VfL-Keeper hat in Stuttgart seinen 477. Siebenmeter in 17 Jahren Handball-Bundesliga gehalten. - © Jörg Hagemann
Auge in Auge: Carsten Lichtlein kontra Tim Hornke. Der VfL-Keeper hat in Stuttgart seinen 477. Siebenmeter in 17 Jahren Handball-Bundesliga gehalten. (© Jörg Hagemann)

Lemgo. Seinen bislang letzten Auswärtssieg im Oberbergischen hat der TBV Lemgo 2011 mit Dirk Beuchler auf der Bank und Carsten Lichtlein zwischen den Pfosten gefeiert. Inzwischen ist das Duo beim Gegner gelandet, was dem Duell zwischen dem VfL Gummersbach und dem TBV Lemgo am Donnerstag ab 19 Uhr eine besondere Note verschafft.

Florian Kehrmann, seinerzeit Spielführer des TBV-Teams, pflegt noch immer einen guten Kontakt zu seinem Ex-Trainer und tauscht sich zwischenzeitlich auch mal aus. Doch vor dem heutigen Wiedersehen ruht die Freundschaft. Während man bei Beuchler nach dem 26:22 beim TVB 1898 Stuttgart einen Stein der Erleichterung plumpsen hören konnte, musste Kehrmann in Windeseile das happige 23:36 bei den Füchsen Berlin aufarbeiten – und abhaken.

„Wir dürfen nicht alles schlecht reden, nur weil wir einmal auf die Fresse bekommen haben. Es gab viele Sachen, die wir vorher besser gemacht haben. Doch wir reden von einem Gegner, der das Zeug hat, unter die Top drei zu kommen oder sogar Deutscher Meister zu werden", hofft Tim Hornke darauf, dass es sich bei der Leistung von Berlin um eine Eintagsfliege handelt.

Dass der VfL Gummersbach mit 4:12 Punkten nur mühsam aus den Startlöchern gekommen ist, kommt für Florian Kehrmann nicht von ungefähr. Simon Ernst, der Schlüsselspieler beim VfL, zog sich im Sommer einen Kreuzbandriss zu. Mit Julius Kühn (Melsungen) und Evgeni Pevnov (Hannover) gab es weiteren „hochkarätigen Aderlass".

Die acht neuen Spieler Moritz Preuss, Maximilian Hermann (beide Bergischer HC), Marvin Sommer (Leipzig), Eirik Köpp (Haslum/Norwegen), Josef Pujol (Elverum/Norwegen), Marko Matic (FC Porto), Stanislav Zhukov (Saporoschje/Ukraine) und der Ex-Lemgoer Erwin Feuchtmann (Wien) müssen sich erst einspielen. „Doch bis auf das Wetzlar-Spiel (22:33) haben sie sich nicht abschlachten lassen. In Erlangen und Berlin standen ihre Spiele Spitz auf Knopf. Und in Stuttgart muss man erst mal gewinnen", weiß Kehrmann ganz genau um die Höhe der heutigen Hürde.

Respekt hat der TBV-Coach vor der „körperlich starken Abwehr, gegen die wir viel Geduld haben müssen". Moritz Preuß, vom BHC verpflichtet, gilt als eines der größten deutschen Kreisläufertalente. Zudem steht mit Alexander Becker noch ein zweiter Kreisläufer wie eine deutsche Eiche in der Deckung.

Der nach seiner blauen Karte in Stuttgart gesperrte Linksaußen Marvin Sommer ist heute ebenso wieder dabei wie Torhüter Matthias Puhle, der seit dem Sommer mit Herzrhythmusstörungen ausgefallen war. Florian Kehrmann ist sich sicher: „Das Spiel wird erst in den letzten Minuten entschieden."

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