Schluss mit Einwegbechern: McDonald's stellt auf Porzellan um

Andrea Frühauf

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Papplastig: ein typisches McDonald's-Tablett. - © Imago
Papplastig: ein typisches McDonald's-Tablett. (© Imago)

Bielefeld/München. Die Fastfood-Kette McDonald’s will ihren Verpackungsmüll reduzieren. Bis 2019 sollen in den meisten der bundesweit 1.470 Filialen Heißgetränke wie Kaffee, Kakao und Tee am Tresen nur noch in Porzellan oder Gläsern statt in Einwegbechern an Restaurantbesucher ausgegeben werden.

Dies soll bereits jetzt in knapp 400 Filialen, die nach dem Konzept „Restaurant der Zukunft" umgestaltet sind, möglich sein – darunter in Bielefeld am Bahnhof, in Bünde, Lemgo, Detmold, Paderborn, Minden und Salzkotten. Bis Ende 2017 sollen gut 570 Filialen umgestellt sein.

Bisher gab es hierzulande Porzellangeschirr nur für Gäste der McCafé-Kaffeebars. Seit November 2016 erhalten Kunden dort 10 Cent Rabatt, die ihren Becher mitbringen.

McDonald’s habe sich global das Ziel gesetzt, bis 2020 ausschließlich recycelte Materialien oder Papier aus zertifizierter Forstwirtschaft einzusetzen. „Mit der Ausweitung der Ausgabe von Heißgetränken am Front Counter in Porzellan- und Glasbehältnissen gehen wir einen weiteren Schritt im schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen", sagte ein Sprecher.

McDonald’s Deutschland hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 13.796 (2012: 15.655) Tonnen Leichtstoffverpackungen – darunter für Getränkebecher – verbraucht. Das Unternehmen spare auch Kosten, wenn Verpackungsmengen reduziert und die Recyclingfähigkeit der Abfälle erhöht würden. Denn das Duale System Deutschland kassiere eine Lizenzgebühr für „alle von uns in Umlauf gebrachten Verpackungen".

Schon heute handelt es sich nach eigenen Angaben bei den in Filialen verwendeten Verpackungen zu 70 Prozent um Papier, Pappe und Kartonage (Abfallmenge: 32.093 Tonnen). Dabei stammten 100 Prozent des eingesetzten Frischfaserpapiers aus zertifizierter Forstwirtschaft (FSC, PEFC).

Die Schnellrestaurantkette Pizza Hut nutzt in ihren deutschen Filialen Porzellan und Gläser. Die Cola zum Mitnehmen gibt es dagegen im Wegwerfbecher. Kentucky Fried Chicken mit bundesweit 155 Filialen hat laut einem Sprecher schon früher Porzellangeschirr eingesetzt, dies aber aus „Kostengründen" gegen Einweggeschirr ersetzt. Aber Franchisenehmer hätten die Wahl. In Bad Oeynhausen gibt es anders als in Bielefeld Chicken Wings auf Porzellantellern.

Kommentar: "Nur ein erster Schritt"

von Andrea Frühauf

Es ist ein erster Schritt mit großer Signalwirkung, wenn ausgerechnet der amerikanische Fastfood-Riese McDonald’s, der mit schnellen Happen in Einmalverpackungen zur Ikone der Wegwerfgesellschaft wurde, umsteuert und weniger Müll produzieren will.

Zumindest Heißgetränke sollen Restaurantbesucher hierzulande aus Gläsern oder Porzellantassen trinken. Wie viel Müll die Deutschland-Tochter damit einsparen will, verschweigt sie. Der Löwenanteil – Burger, Pommes, Softdrinks – werden weiterhin in Wegwerfverpackungen serviert. Und den Kaffee „to go" wird Mc Donald’s kaum in der Porzellantasse aushändigen, sondern im Einmalbecher.

Der Vorstoß soll vermutlich auch das Image pflegen. Denn der Rekordumsatz von 3,25 Milliarden Euro (2012) wurde hierzulande nicht mehr erreicht. Die Deutschen achten inzwischen mehr auf Gesundheit und Nachhaltigkeit. Auf den Philippinen tut McDonald’s wenig für den Umweltschutz. Dort werden Burger noch in Styropor gepackt.

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