Wie die Mehrheit mit politischer Korrektheit umgeht

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Der Eintrag zu "Political Correctness" im Duden. - © Franz-Peter Tschauner/dpa
Der Eintrag zu "Political Correctness" im Duden. (© Franz-Peter Tschauner/dpa)

Berlin (dpa). Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind nach eigenen Angaben "noch nie" darauf hingewiesen worden, dass eine eigene Aussage nicht "politisch korrekt" gewesen sei. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Auf die Frage "Wurden Sie von Ihrem Umfeld schon einmal darauf hingewiesen, dass eine Aussage von Ihnen nicht "politisch korrekt" gewesen ist?" antworteten demnach 62 Prozent "Nein, noch nie". 22 Prozent antworteten "Ja, aber nur sehr selten", 6 Prozent mit "Ja, aber nur gelegentlich" und 4 Prozent mit "Ja, schon öfter". Der Rest machte keine Angabe.

In Bezug auf sogenannte Minderheiten und Randgruppen in Deutschland wie beispielsweise Nicht-Weiße, Lesben und Schwule, Behinderte, Muslime oder Juden sehen viele Menschen in Deutschland kein Problem in ihrer Wortwahl: So stimmten 42 Prozent der befragten Erwachsenen der Aussage zu "Ich nutze stets die Wortwahl, die mir gerade in den Sinn kommt. Über eine politisch korrekte Wortwahl mache ich mir keine Gedanken." Bei Männern waren es 46 Prozent, bei Frauen 39 Prozent.

Der Aussage "Ich bemühe mich stets, eine politisch korrekte Wortwahl zu nutzen, es gelingt mir jedoch nicht immer" stimmten demnach 28 Prozent zu. Der Aussage "Ich bin mir oft unsicher, welche Wortwahl ich nutzen soll" stimmten 11 Prozent zu. 10 Prozent sagten laut YouGov-Umfrage "Ich nutze stets eine politisch korrekte Wortwahl". Der Rest machte keine Angabe.

Auf die Frage "Bei welchen Gruppen fällt es Ihnen besonders schwer, eine politisch korrekte Wortwahl zu finden?" gaben 56 Prozent bei einer Auswahl gängiger Gruppen zu, es falle ihnen bei mindestens einer davon schwer. Am häufigsten - nämlich von 22 Prozent - wurde gesagt, es falle ihnen schwer bei "Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund als dem deutschen, z.B. Roma". 18 Prozent bejahten dies bei Transsexuellen, 16 Prozent bei "Menschen mit anderer als weißer Hautfarbe", 13 Prozent bei "Menschen mit anderen Glaubensrichtungen als der christlichen", also zum Beispiel Juden und Muslimen, 12 Prozent sagten dies bei "Menschen mit homosexueller Orientierung", 9 Prozent bei "Menschen mit Behinderungen".

Drei Prozent nannten "andere Gruppen" und 7 Prozent meinten laut Umfrage, es falle ihnen nicht schwer, eine politisch korrekte Wortwahl zu finden. Mit 37 Prozent ist die Gruppe der Ratlosen ("Weiß nicht/keine Angabe") auffällig groß bei dieser Frage.

Wenn es um die Selbsteinschätzung geht, so sagen drei Viertel der Menschen (74 Prozent), sie ordneten sich "keiner Minderheit/Randgruppe in Deutschland zu". Sieben Prozent ordnen sich "Menschen mit Behinderungen" zu, drei Prozent "Menschen mit anderen Glaubensrichtungen als der christlichen", weitere drei Prozent "Menschen mit homosexueller Orientierung", drei Prozent auch "Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund als dem deutschen" und zwei Prozent "Menschen mit anderer als weißer Hautfarbe". Mehrfachnennungen waren möglich. Neun Prozent machten jedoch keine Angabe oder sagten "Weiß nicht".

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