Tragödie um Fußballteam: 76 Tote bei Flugzeugabsturz in Kolumbien

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Flugzeugabsturz in Kolumbien (© dpa)

Medellín - Tragödie auf dem Weg zum Finale: Beim Absturz eines Flugzeugs mit der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense an Bord sind in Kolumbien 76 Menschen gestorben.

Nach den Worten des Leiters der Polizei Medellín, José Acevedo, wurden aus dem Wrack sechs Menschen lebend geborgen - einer von ihnen soll aber später gestorben sein. Bei den Überlebenden soll es sich um drei Spieler, einen Journalisten und ein Crewmitglied handeln. Die Mannschaft sollte in Medellín das Finale des Vereinswettbewerbs Copa Sudamericana gegen Atlético Nacional aus Medellín bestreiten.

Fußballteam ausgelöscht: 71 Tote bei Flugzeugabsturz

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Die Luftfahrtbehörde sprach offiziell zunächst von 75 Toten und sechs Geretteten - aber ein Torwart des Teams soll seinen Verletzungen später erlegen sein. Die Copa Sudamericana ist nach der Copa Libertadores der zweitwichtigste Fußball-Clubwettbewerb in Südamerika und vergleichbar mit der Europa League.

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Unter Luftfahrtexperten ist der von British Airways gebaute Avro RJ85 vor allem wegen seiner leisen und vergleichsweise schadstoffarmen Triebwerke bekannt. Der vierstrahlige, ursprünglich BAe 146 genannte Jet kommt auf der Kurz- und Mittelstrecke bei rund 60 Fluggesellschaften in mehr als 30 Ländern zum Einsatz - unter anderem bei der Lufthansa-Tochter Eurowings.

Es gibt drei verschiedene Versionen, die sich in der Länge unterscheiden und je nach Typ zwischen 70 und 112 Passagiere befördern können. Der Jet ist mit einer Reisegeschwindigkeit von 760 Stundenkilometern unterwegs und hat eine Reichweite von 2600 Kilometern.

Das Erreichen des Finals war der bisher größte Erfolg des 1973 gegründeten Teams aus der Stadt Chapecó im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, bei dem vor mehr als 20 Jahren kurzzeitig auch der spätere Bundesliga-Profi Paulo Rink spielte. Noch 2009 hatte der Provinzclub in der vierten brasilianischen Liga gespielt.

Das Flugzeug mit 81 Menschen an Bord stürzte im Nordwesten Kolumbiens ab. Nach einem Flug von São Paulo nach Santa Cruz in Bolivien war die verunglückte Maschine dort in Richtung Medellín gestartet. Sie war von dem Club gechartet worden, in der Maschine waren auch rund 20 Journalisten, die über das Final-Hinspiel berichten wollten.

Wie die Luftfahrtbehörde mitteilte, verunglückte die Maschine vom Typ Avro RJ85 der bolivianischen Gesellschaft Lamia am Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Unión. Bevor das vierstrahlige Flugzeug gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) am Montagabend vom Radar verschwunden sei, hätten die Piloten technisch Probleme gemeldet, hieß es unter Berufung auf den Kontrollturm des Flughafens von Medellín.

Der brasilianische Staatspräsident Michel Temer ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. «Ich möchte in dieser traurigen Stunde, die die Tragödie für Dutzende Familien bedeutet, mein Mitgefühl aussprechen», teilte Temer mit. Man werde alles mögliche tun, um den betroffenen Familien zu helfen. An Bord waren 72 Passagiere sowie neun Besatzungsmitglieder. Zu den Geretteten sollen unter anderem Abwehrspieler Alan Ruschel und eine Stewardess gehören. Auf Bildern war zu sehen, wie Ruschel auf einer Trage ins Krankenhaus San Juan de Dios in La Ceja gebracht wurde. Auch ein Journalist überlebte.

Polizisten seien als erste zu der schwer zugänglichen Unglücksstelle gelangt, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Die Gegend sei wegen Nebels nur auf dem Landweg zu erreichen, nicht aus der Luft. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol sagte das Finale ab. «Es ist ein trauriger Tag für den Fußball», sagte der Präsident des kolumbianischen Vereins Atlético, Juan Carlos de la Cuesta.

Chapecoense war erst 2014 in die erste Liga Brasiliens aufgestiegen. Der Absturz des Flugzeugs löste große Anteilnahme in der Fußballszene aus. Trauerschleifen, die das Wappen des Clubs umgeben, wurden auf Twitter veröffentlicht. Der FC Bayern teilte mit: «Der FCBayern gedenkt der Opfer und Angehörigen des Flugzeugabsturzes in Kolumbien. Tiefes Mitgefühl für Chapecoense Real. #ForçaChapecoense».

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