Vogelgrippe: Mehrere Zoos schließen

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Vogelgrippe im Tierpark Hagenbeck - © Foto: Bodo Marks
Der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt (l), und Michael Flügger, Veterinär des Tierparks Hagenbeck, sprechen mit Medienvertretern. (© Foto: Bodo Marks)

Hamburg - Der Hamburger Tierpark Hagenbeck bereitet nach ersten Fällen von Vogelgrippe die Keulung von 20 Gänsen vor. «Das ist nötig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern», sagte der Veterinär des Tierparks, Michael Flügger.

Zuvor hatten Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts bei drei am Montag tot aufgefundenen Gänsen des Tierparks das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 nachgewiesen.

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Bis weitere Infektionsfälle ausgeschlossen werden könnten, bleibe der Tierpark geschlossen, sagte der Sprecher von Hamburgs Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt. «Morgen, vermutlich auch übermorgen, bleibt der Tierpark geschlossen. Weiter können wir noch nicht planen», sagte er. In den kommenden Tagen gelte es nun, den Vogelbestand des Tierparks zu untersuchen.

Ob nach den Funden Sperrgebiete ausgeweitet oder neu eingerichtet werden müssten, sei noch unklar. Auch wie das Virus in den Tierpark gelangt sei, müsse geprüft werden. Neben einer Ansteckung durch Wildvögel sei auch eine Ansteckung durch Futtermittel oder die Ein- und Ausfuhr von Tieren möglich. «Wir prüfen alle Möglichkeiten», sagte Flügger.

Bisher wurde in Hamburg bei sechs toten Vögeln Geflügelpest festgestellt. Hunde und Katzen dürfen im gesamten Stadtgebiet nicht frei herumlaufen, damit sie nicht mit Kadavern toter Wildvögel in Kontakt kommen und den Erreger weiterverbreiten.

Auch der Opel-Zoo im hessischen Kronberg wurde geschlossen, nachdem die H5N8-Variante bei einem toten Pelikan gefunden wurde. In den vergangenen Tagen hatten bereits zwei Tierparks in Mecklenburg-Vorpommern - Ueckermünde und Sassnitz - nach Vogelgrippe-Nachweisen vorläufig die Tore geschlossen.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mahnte weiter zu Wachsamkeit bei der Eindämmung der Vogelgrippe. Es bestehe überhaupt kein Anlass zu Entspannung oder für eine Reduzierung der Vorsorgemaßnahmen, sagte der CSU-Politiker. Das Krisenmanagement von Bund und Ländern habe seine Wirkung bisher aber nicht verfehlt. De facto gebe es zumindest in den Risikogebieten fast flächendeckende Schutzvorkehrungen wie eine Stallpflicht.

Man könne nicht davon ausgehen, dass sich die Epidemie in sehr kurzer Zeit wieder erledigen werde, sagte der Präsident des bundeseigenen Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit, Thomas Mettenleiter. Die derzeit europaweit kursierende H5N8-Variante ist bisher in 13 der 16 Bundesländer nachgewiesen worden.

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