Airport Paderborn: Pläne für Luftfahrtmuseum reifen

Karl Finke

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Weitere Bebauung Richtung Paderborn geplant: Während am Airport-Forum (l.) die Flagge im Wind steht, reifen auf den Grünflächen hinter der Frachtgut-Abfertigung (r.) Gedankenspiele für ein Luftfahrtmuseum am heimischen Flughafen. - © Marc Köppelmann
Weitere Bebauung Richtung Paderborn geplant: Während am Airport-Forum (l.) die Flagge im Wind steht, reifen auf den Grünflächen hinter der Frachtgut-Abfertigung (r.) Gedankenspiele für ein Luftfahrtmuseum am heimischen Flughafen. (© Marc Köppelmann)

Kreis Paderborn/Büren. Nostalgie leidet niemals Not. Am Flughafen Paderborn/Lippstadt funktioniert das Thema historische Technik vorzüglich. Neben dem Quax-Hangar beherbergt hier seit 2014 eine zweite Halle "Legenden am Himmel". Jetzt reifen die Pläne für ein neues, weitaus größeres Luftfahrtmuseum auf der anderen Seite des Airportforums.

Noch werden weitere Investoren für das mit 15 Millionen Euro kalkulierte Projekt gesucht. Entwickelt wird es von Dirk Sadlowski, Hobbyflieger und Inhaber der Oldtimer-Restaurationswerksstatt PS Automobile in Lippstadt. Der Flugzeugliebhaber treibt die Planungen "losgelöst" von den beiden bisherigen Projekten. Ein Grobentwurf liege vor, sagt er auf Nachfrage von dieser Zeitung. Die Detailplanungen würden sicher das gesamte Jahr 2016 beanspruchen. Ein Spatenstich sei frühestens 2017 möglich, "wenn alles gut klappt".
Neues Projekt entwickelt: Dirk Sadlowski, Automobil-Restaurator und Hobbyflieger. Neues Projekt entwickelt: Dirk Sadlowski, Automobil-Restaurator und Hobbyflieger.

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Von Quax und den Legenden

Schon mit der Eröffnung des Quax-Hangars 2011 setzte der gleichnamige Verein (inzwischen über 500 Mitglieder) auf die Faszination der historischen Flugzeuge. Er besitzt elf Maschinen in Gemeinschaftseigentum. Über der Flugzeughalle schwebt das Café mit Aussichtsterrasse.

Im 2014 nebenan eröffneten Hangar II mit dem Titel „Legenden am Himmel“ finden 12-20 historische Flugzeuge Platz. Bis zu 50 Hobbypiloten werkeln das Jahr über hier an ihren Lieblingsobjekten.

Auf 6.000 bis 8.000 Quadratmetern soll mit direktem Zugang zur Start- und Landesbahn "eine private Luftfahrtsammlung" mit über 3.000 Exponaten und 40 historischen Flugzeugen ihren Platz finden. Die Sammlung kommt "andernorts aus Deutschland", so viel verrät Sadlowski. Über den geplanten Umzug nach Paderborn/Lippstadt habe er mit dem Eigentümer einen Vorvertrag abgeschlossen.

Erstes "fliegendes Museum" in NRW

Der Projektplaner strebt ein "lebendiges Museum" an. Beherbergen soll es Maschinen, die voll flugtauglich sind. In einer gläsernen Werkstatt würden Piloten und Mechaniker am Fluggerät basteln, während Besucher die historische Technik hautnah in Augenschein nehmen dürfen. In Nordrhein-Westfalen gebe es kein derartiges "fliegendes Museum", so Sadlowski.

Der Bauausschuss der Stadt Büren hat dafür am Dienstagabend einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplanes eingeleitet. In Vorgesprächen haben der Kreis Paderborn und die Bezirksregierung in Detmold die Genehmigungsfähigkeit der Planungen in Aussicht gestellt.

"Alle wollen an einem Strang ziehen", freute sich Sadlowski über das Zusammenwirken von öffentlichen Institutionen und privatem Engagement: "Das Projekt kostet uns viel Zeit." Paderborn/Lippstadt liege lediglich eine Stunde von den Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen entfernt und sei damit ein idealer Standort für die nostalgische Fliegerei. Obwohl sich das Projekt noch im Anfangsstadium befindet, zweifelt der Flugzeugliebhaber keine Sekunde an der Realisierbarkeit seiner Pläne - er sagt: "Ich bin davon überzeugt."

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