Landgasthof Potthoff: Ein Herz für regionale Produkte

Kristine Greßhöner

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Idyllisch gelegen: Der Landgasthof Potthoff in Borgholzhausen-Barnhausen. - © Kristine Greßhöner
Idyllisch gelegen: Der Landgasthof Potthoff in Borgholzhausen-Barnhausen. (© Kristine Greßhöner)

Borgholzhausen. Einen Steinwurf von der Bielefelder Straße entfernt lockt die Idylle. Im Borgholzhausener Ortsteil Barnhausen befindet sich einer der ältesten Gastronomiegärten der Region. In der Küche steht heute ein Schweizer.

Alter Baumbestand, rundherum Wiesen und Felder und in Sichtweite der Teutoburger Wald. Die Lage spricht für sich. Seit 1645 soll hier an der Barnhauser Straße, zwischen Borgholzhausen und Werther, ein Gasthaus gestanden haben. Heute firmiert das deutlich später erbaute Haupthaus als Landgasthof Potthoff.

Stefan Breidenbach und seine Frau Julia führen den Betrieb seit 1997. SeinVater hatte in die Gastwirtschaft eingeheiratet. "Wir halten die westfälische Küche hoch", sagt der Chef, der zwar auf dem Papier ein Schweizer ist, dessen Herz aber für regionale Spezialitäten schlägt.

Fischwoche besonders beliebt

Information
Rezept: Geschnetzeltes vom Karpfen

Zutaten für vier Personen:
500 g Karpfenfilet, 250 g Pfifferlinge, 600 g Kartoffeln, 120 g Wildkräutersalat, 2 EL Frühlingszwiebeln, 4 Cherry-Tomaten, 2 TL leichtes Senfdressing, gehackte Zwiebeln, Knoblauch, Butter, Erdnussfett, Salz und weißer Pfeffer.

Zubereitung: Das Karpfenfilet kurz in sehr heißem Erdnussfett von einer Seite anbraten. Den Fisch drehen und Pfifferlinge dazugeben, dann salzen und pfeffern. Zwiebeln, Knoblauch und Butter beifügen. Wenn die Butter leicht bräunt, mit Weißwein kurz ablöschen. Tomaten und Frühlingszwiebeln dazugeben und schwenken. Die Pfanne vom Herd nehmen und warm stellen. Der Fisch sollte am Garende noch leicht glasig sein.Die Kartoffeln durch eine Presse oder als Stampfkartoffeln hoch auf dem Teller anrichten. Das Filet kleinschneiden und das Geschnetzelte auf den Kartoffeln verteilen. Mit Salat garnieren, mit Dressing beträufeln.

Im renommierten Hotel "Drei Könige" in Basel hat Stefan Breidenbach seine Ausbildung zum Koch absolviert. In der Speisenauswahl schlägt sich das nieder. So gibt es einmal im Jahr, Ende Oktober, die Schweizer Woche. Besonders beliebt sei auch die Fischwoche, in der es Seezunge und Hummer gebe. "Dafür schreiben wir mehrere Hundert Gäste an." Außenwerbung betreibe der Betrieb sonst relativ wenig. Die Qualität spreche sich von allein herum, ist sich Breidenbach sicher.

"Richtig gut" sei etwa das Potthoffsche Sahneschnitzel, sagt er - ein Klassiker, in der Pfanne gebraten. "Das bieten wir seit mehr als 50 Jahren an." Die Tradition lebt weiter, viele Besucher kehren regelmäßig ein. "Es gibt Stammgäste, die seit 90 Jahren zu uns kommen." Sie seien schon als kleine Kinder zu Gast gewesen. Und auch Friedrich Wilhelm Krüger, Geschäftsführer des Vereins "Westfälisch genießen", komme gern.
Regionale Produkte, wo es möglich ist

Die Speisekarte umfasst acht Hauptgerichte sowie Vor- und Nachspeise, die Sonderkarte dazu wechselt täglich. Breidenbach setzt auf regionale Produkte, wo es möglich ist. Dadurch sei er besonders flexibel, betont er: Hat ein Obstbauer Blaubeeren im Angebot, gibt es sie am gleichen Tag im Restaurant. Sind die Temperaturen im Sommer hoch, wird spontan eine kalte Gurkensuppe angeboten.

Einen Saal hat das Gasthaus zwar nicht, dafür aber fünf Gästezimmer. "Wir nennen es Wohnzimmeratmosphäre." Breidenbachs Frau Julia kümmert sich um den Service, zwei Mitarbeiter arbeiten in der Küche, und Aushilfen helfen mit. Weiße Stoffservietten und warme Gelbtöne an den Wänden erwarten den Gast. Der Küchenchef sieht sich um und schmunzelt. Als gehobenen, gutbürgerlichen Landhausstil bezeichnet er die Einrichtung. "Aber nicht zu abgehoben."

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