Präsident der Bundesnetzagentur informiert Politiker und Bürger über Suedlink-Stromtrasse

David Schellenberg

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- © Symbolfoto: dpa
Erdkabel (© Symbolfoto: dpa)

Höxter. Die Suedlink-Stromtrasse kommt – daran ließ der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, beim Spitzentreffen mit politischen und gesellschaftlichen Repräsentanten in Höxter keinen Zweifel. Ebenso wenige Zweifel jedoch hat er daran, dass der größte Teil der Strecke mit Erdkabeln versehen wird, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen.

Mit dem Erdkabelvorrang, der in den kommenden Wochen in Gesetzesform gegossen werden soll, beginnen die Planungen quasi von vorn. Und der Trassenverlauf wird sich ändern. Das liegt für Homann auf der Hand, denn Erdkabel sind wesentlich teurer als Freistromleitungen – entsprechend geradlinig werde der beauftragte Netzbetreiber Tennet versuchen, vom Ausgangspunkt in Wilster (Schleswig-Holstein) zum Endpunkt in Grafenrheinfeld (Bayern) zu gelangen. Jeder gesparte Kilometer ist bares Geld. Doch wie der Trassenverlauf konkret aussehen könnte, darüber wollte der Präsident der Bundesnetzagentur nicht spekulieren. Nur soviel: „Nehmen sie ein Lineal und ziehen sie eine Linie zwischen Wilster und Grafenrheinfeld. Dann können sie erahnen, wo sie entlangführen wird“, erklärte er. In diesem Falle würde die Region Ostwestfalen-Lippe nicht mehr tangiert, aber Homann wies auch darauf hin, dass beispielsweise Hannover genau auf der Linie liegen würde und die Stadt als Stromtrasse sicherlich nicht infrage kommt.

Homann lobte die Gesetzesinitiative der Bundesregierung, mit der dem Erdkabel generell Vorrang gegeben werden soll. Mit drei Ausnahmen. Eine davon ist, wenn die neue Trasse direkt an einer bestehenden entlangläuft – so, wie es beispielsweise im Kreis Höxter bisher geplant war. Doch Homann versuchte gestern zu beruhigen: „Wenn neue Masten zu Umweltbeeinträchtigungen führen, dann gilt diese Ausnahme nicht“, erklärte er – und fügte an, dass Strommasten fast immer eine Umweltbeeinträchtigung seien. Weitere Ausnahmen des Erdkabelvorrangs beziehen sich auf Umweltschutzgebiete.

Inwieweit von Erdkabeln Gesundheitsgefahren ausgehen könnten, ist noch unerforscht – denn bisher gibt es die geplante Variante nur im Testbetrieb. Doch durch die gute Abschirmung sei die Gefahr der elektromagnetischen Strahlung geringer als bei Freileitungen, sagt Homann.

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