Mordfall Senne: Verdächtiger bestreitet die Tat

Jens Reichenbach

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Polizeitaucher: Sie suchen in dem Teich nach der Schrotflinte, mit der Tanja S. getötet wurde. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Polizeitaucher: Sie suchen in dem Teich nach der Schrotflinte, mit der Tanja S. getötet wurde. (© Elke Niedringhaus-Haasper)

Bielefeld/Bad Oeynhausen. Nach den tödlichen Schüssen auf Tanja S. (41) aus Bielefeld hat die „Mordkommission Eister" am Monatg ein letztes Mal nach der Schrotflinte gesucht, mit der Unternehmer Georgios S. (53) am 15. September seine Ex-Frau erschossen haben soll.

Doch die Suche mit Polizeitauchern in einem Anglerteich in Bad Oeynhausen verlief ergebnislos. Trotzdem verdichten sich Beweise und Indizien gegen den Unternehmer. Ein Anwohner hatte am Tag der Tat (gegen 8 Uhr am 15. September) an dem Anglerteich, der zwischen der Firma des Tatverdächtigen und seiner Privatwohnung liegt, einen schwarzen Mercedes und einen aufgeregten Mann beobachtet.

Der Tatverdächtige wurde damals gut zwei Stunden nach der Tat tatsächlich in einem schwarzen Mercedes CLA festgenommen. „Da die Weg-Zeit-Berechnung vom Tatort hierher und die Nähe zu seinem Unternehmen passte, konnten wir den Hinweis nicht ignorieren", sagte die ermittelnde Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann.

Aber trotz großer Hoffnung konnten die Polizeitaucher aus Bochum in dem zwei Meter tiefen, trüben und zehn Grad kalten Fischgewässer keine Waffe finden. Trotzdem: Ein DNA-Treffer auf einer Schrotpatronenhülse am Tatort und weitere Spuren des Verdächtigen auf einem gefundenen Gewehrfutteral und einer Skimaske belasten den 53-Jährigen ohnehin schwer.

Dennoch bestreite er nach wie vor, dass er mit der Tat etwas zu tun habe, so Jürgenlohmann. Vielmehr habe der 53-Jährige durch seinen Verteidiger mitteilen lassen, dass er sich für den Tattag in seiner Firma abgemeldet habe, weil er einen Termin beim Orthopäden hatte. Das bestätigt auch die Sekretärin.

Dass er bei seiner Festnahme einen gepackten Koffer mit Bargeld und mehreren Uhren dabei hatte, erklärt er damit, dass er an jenem Tag mit einer OP und anschließend mit einer längeren Reha gerechnet habe. Einen Orthopäden, der den angeblichen OP-Termin bestätigt, sucht die MK Eister noch.

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