"70 Jahre Lippe in NRW": Austellung im Düsseldorfer Landtag eröffnet

Florian Pfitzner

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Ausstellungseröffnung: Jürgen Berghahn (von links), Axel Lehmann, Ute Schäfer, Dennis Maelzer, Carina Gödecke , Walter Kern, Anke Peithmann. - © Lukas Peuckmann
Ausstellungseröffnung: Jürgen Berghahn (von links), Axel Lehmann, Ute Schäfer, Dennis Maelzer, Carina Gödecke , Walter Kern, Anke Peithmann. (© Lukas Peuckmann)

Düsseldorf/Detmold. Man sagt ihnen ein recht hohes Maß an Selbstbewusstsein nach, gleichzeitig eine gewisse Knauserigkeit – und wehe, jemand verkürzt den Namen der Region im Nordosten des bevölkerungsreichsten Bundeslandes und vergisst hinter Ostwestfalen den Bindestrich-Zusatz Lippe. Angeblich lesen manche im „LIP"-Kürzel des Nummernschilds gar nur eines: „Leben im Paradies".

In zehn Tagen, am 21. Januar, gehören Rhein, Ross und Rose im nordrhein-westfälischen Wappen sieben Jahrzehnte zusammen. Dazu hat der Landtag eine kleine, aber runde Ausstellung arrangiert. „Durch Lippe wird unser Bundesland erst komplett", findet Dennis Maelzer (SPD), heimatlich tief verwurzelter Landtagsabgeordneter aus Heidenoldendorf bei Detmold. Walter Kern, CDU-Abgeordneter aus Lemgo, schätzt Aufgeschlossenheit und Stolz der Menschen, die „echt lippsker" Mentalität.

So viel leidenschaftlichen Lokalpatriotismus ist man im dagegen eher zerklüfteten Ruhrgebiet, der Heimat von Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD), kaum gewohnt. „Die Lipper haben sich ihre Identität bewahrt", sagt sie bei der Ausstellungseröffnung von „70 Jahre Lippe in NRW" im Hohen Hause.

Gödecke nennt den Zusammenschluss eine „Erfolgsgeschichte" und greift das auf, was sie bereits während der Landesfeierlichkeiten im Vorjahr erwähnt hat: Nordrhein-Westfalens Vorzüge lägen gerade in seiner Vielfalt. In Lippe seien sie „zuverlässig und bodenständig", sagt Ute Schäfer (SPD), ehemalige NRW-Familienministerin.

Im Nachkriegsdeutschland war es Landespräsident Heinrich Drake, der – nach ergebnislosen Gesprächen mit den gleichfalls erdverwachsenen Niedersachsen – die Verhandlungen mit den westlichen Nachbarn geführt hat. Mit dem damaligen Ministerpräsidenten Rudolf Amelunxen vereinbarte er den Anschluss des dritten Landesteils an NRW, womit die rund 800-jährige Selbstständigkeit Lippes endete. In den „Lippischen Punktationen" verankerten sie das Landesvermögen im „lippischen Gebiet".

Im Landtag würdigt die Präsidentin Drakes „große Lebensleistung". Sie weiß, was Lippe trotz zugeschriebenem Geiz dem Land über die Jahrzehnte so alles gegeben hat: Große Persönlichkeiten wie Altbundeskanzler Gerhard Schröder und den derzeitigen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, beide Sozialdemokraten, oder Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts; außerdem das Hermannsdenkmal und das Freilichtmuseum, die Externsteine und die Adlerwarte; man kennt das Anwendungszentrum des Fraunhofer-Instituts und die Hochschule OWL, die Musikhochschule in Detmold und den TBV Lemgo.

So rühren sie in Düsseldorf die Werbetrommel: Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann sagt, NRW habe mit Lippe einen „landschaftlich schönen, kulturell reichen sowie wirtschaftlich erfolgreichen und innovativen Landesteil hinzugewonnen". Die Ausstellung, vorangetrieben von Abgeordneten um Jürgen Berghahn (SPD), führe einem die Geschichte vor Augen.

Zum Geburtstag am Samstag, 21. Januar, wird das Landeskabinett nach Lippe reisen. Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) und ihre Ministerriege tagen am Nachmittag in Detmold. Anschließend werden sie bei einem Festakt im Landestheater erwartet.

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