Mord in Senne: Mutmaßlicher Täter aus Bad Oeynhausen kommt vor Gericht

Dirk-Ulrich Brüggemann

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Gedenkkerzen am Eisterfeldweg. - © Sarah Jonek
Gedenkkerzen am Eisterfeldweg. (© Sarah Jonek)

Bielefeld. Der Prozess gegen den Unternehmer Georgios S. aus Bad Oeynhausen, dem der Mord an der zweifachen Mutter Tanja S. aus Bielefeld vorgeworfen wird, startet am 14. Februar vor dem Bielefelder Landgericht. Das bestätigte Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann. Für die Verhandlung hat das Gericht bisher sechs Prozesstage anberaumt. „Ich bezweifele jedoch, dass wir damit hinkommen werden", sagt Jürgenlohmann.

Am 15. September soll Georgios S. in Bielefeld-Senne seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit einem Schrotgewehr durch die Autoscheibe erschossen haben. Er hatte der 41-Jährigen vor dem Haus aufgelauert. Gut zwei Stunden nach der Tat haben SEK-Polizisten den dringend tatverdächtigen Mann in Bielefeld festgenommen. Der Tat war ein langer Rosenkrieg vorausgegangen. Seit dem Sommer 2015 lebte das Ehepaar in Trennung.

Zuletzt soll die Mutter zweier Söhne einen neuen Lebenspartner gehabt haben. Laut Obduktion wurde die 41-Jährige von zwei Schüssen getroffen. „Einer der Schüsse war tödlich", sagte Stefanie Jürgenlohmann.

Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Die Spurensicherung fand am Tatort aber Schrothülsen mit der DNA des Geschäftsmannes. Zudem entdeckten die Ermittler in der Nähe des Tatortes ein Gewehrfutteral und eine Sturmhaube, deren DNA-Spuren den Tatverdächtigen ebenfalls belasten.

Georgios S. bestritt von Anfang an nicht nur seine Täterschaft, sondern auch seine Anwesenheit in Tatortnähe. In der Polizeivernehmung hatte Georgios S. erklärt, dass er zur Tatzeit ein Musterteil zu einem Kunden in Herford bringen wollte, dieses aber in Bad Oeynhausen vergessen habe, sagte die Staatsanwältin.

Die Mobilfunknummern, die Georgios S. zugeordnet werden konnten, waren zur Tatzeit nicht aktiv, so dass sie nicht geortet werden konnten. Daher konzentrieren sich die Ermittlungen der Polizei auf die GPS-Daten des Fahrzeugs. Stefanie Jürgenlohmann und die Experten des Bundeskriminalamtes haben aber Zweifel, dass sich diese Standortdaten der Satellitennavigation des Autos entschlüsseln lassen. Die erfassten Daten sind kryptorisiert.

Bisher konnten die Fachleute eine Chipkarte des Fahrzeugs auslesen. Diese hatte aber nur Ziele gespeichert und zeigte an, wann das Navigationsgerät im Auto aktiv war. „Standorte waren auf dieser Chipkarte nicht erfasst", erklärte die Staatsanwältin.

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