Lehrer ist nach erfolgreicher Diät endlich Beamter

Thomas Klüter

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Thomas Klüter brachte 94 Kilogramm auf die Waage. Durch gesündere Ernährung und viel Sport wiegt der Lehrer heute 82 Kilo und hat einen BMI von 27. - © Thomas Klüter/Kalischek/Jonek
Thomas Klüter brachte 94 Kilogramm auf die Waage. Durch gesündere Ernährung und viel Sport wiegt der Lehrer heute 82 Kilo und hat einen BMI von 27. (© Thomas Klüter/Kalischek/Jonek)

Detmold/Bielefeld. Es war ein weiter Weg. Nicht nur die vielen Kilometer in Laufschuhen, sondern auch der Gang durch die Bürokratie. Jetzt wurde der ehemals übergewichtige Lehrer verbeamtet.

Seit 2009 war Tobias Klüter angestellter Lehrer an der Friedrich-Murnau-Gesamtschule in Stieghorst. Wegen Übergewicht, erhöhtem Blutdruck und einem zu hohen Cholesterinwert verwehrte ihm die Bezirksregierung Detmold auf Anraten eines Amtsarztes den Beamtenstatus. Das störte Klüter lange Zeit nicht. Die Arbeit war die gleiche und sein Engagement für die Schüler sowieso. „Ich habe mich aber irgendwann mit den überflüssigen Pfunden auf den Rippen nicht mehr wohl gefühlt", sagt Klüter.

Neben der Lebensqualität, dem Wohlgefühl und der Gesundheit ging es auch um die finanzielle Existenz seiner Familie. Jeden Monat standen etwa 900 Euro weniger auf der Gehaltsabrechnung des Vaters von drei Kindern, als bei seinen verbeamteten Kollegen. Grund genug, etwas zu ändern.

Um sich selbst zu mehr Bewegung und zum Laufen zu motivieren, meldete sich der Lehrer zum Hermannslauf an: 31,1 Kilometer vom Hermannsdenkmal zur Sparrenburg. „Damals war ich etwas übermütig und wusste nicht wirklich, was mich da erwartet", sagt Klüter heute. Aber er 
trainierte regelmäßig, ging Ende April 2016 in Detmold an den Start und rannte bis Bielefeld. „Um ehrlich zu sein, bin ich viele Steigungen hochgegangen", erinnert sich der Lehrer.

Danach lief er weiter, und auch die gesunde Ernährung gab er nicht auf. Klüters Hausarzt kontrollierte Blutdruck und Cholesterinwert regelmäßig. Im Oktober stellte Klüter dann den Antrag auf seine Verbeamtung bei der Bezirksregierung Detmold. Nach der offiziellen Untersuchung im Dezember sprach der Amtsarzt die Empfehlung aus. Anfang Februar wurde Tobias Klüter feierlich vereidigt. Jetzt ist er Beamter auf Probe.

„Das ist ganz üblich so", sagt Bettina Lienenlüke, die kommissarische Leiterin der Friedrich-Murnau-Gesamtschule. „Normalerweise hat man zwei oder drei Jahre Probezeit, durch die Länge der Dienstzeit ist es in diesem Fall nur eins." Durch den Wechsel vom Angestelltenverhältnis in den Beamtenstatus muss Klüter aber auf seine Beförderung verzichten. „Das ist gesetzlich so festgelegt", sagt Andreas Moseke, Sprecher der Bezirksregierung.

Statt mit der Besoldungsgruppe A14 startet der Gesamtschullehrer seine Beamtenlaufbahn mit A13. Er bekommt so monatlich etwa 600 Euro mehr auf sein Konto überwiesen. „Und das macht schon einen Unterschied, wenn man drei Kinder zu Hause hat", so der Gesamtschullehrer.

Seine Schüler sind nach wie vor begeistert von Tobias Klüters Unterricht. „Das ist ein guter Lehrer, da können sie jeden hier fragen", sagen David Mateo Puscus Hernandez und Egzon Thaqi aus der Stufe zwölf. Bis die Geschichte über den Hermannslauf ihres Lehrers in der Zeitung stand, wussten die beiden gar nicht, dass es verbeamtete und angestellte Lehrer gibt: „Die 
machen doch die selbe 
Arbeit."

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