CDU will Militär in 
der Senne halten

Ingo Kalischek

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Naturschönheit: Die artenreiche Senne. - © Martin Düsterberg
Naturschönheit: Die artenreiche Senne. (© Martin Düsterberg)

Bielefeld. Wie soll die Senne künftig aussehen? In welcher Form kann die Naturlandschaft erhalten bleiben? Diese Fragen beschäftigen Bürger und Politiker seit Jahren. Jetzt positioniert sich die CDU in OWL. „Die militärische Nutzung der Senne hat auch in Zukunft Vorrang vor allen anderen Nutzungsansprüchen“, sagt Bezirksvorstand Manfred Müller. Entscheiden kann das die CDU aber nicht. Und deshalb haben Müller und sein Stellvertreter Christian Haase eine Alternative erarbeitet.

Diese sieht vor, dass die Senne zum Teil des „Nationalen Naturerbes“ erklärt wird. Heißt: Sie bleibe als Natur- und Kulturlandschaft wie bislang erhalten und dürfe weiterhin forstwirtschaftlich genutzt werden. Auch das Jagen soll weiter möglich sein. Als Partner käme die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück in Frage. Die Stiftung würde einen Großteil der Kosten stemmen – und hat laut Müller viel Erfahrung in der Verwaltung großer Liegenschaften.

Damit reagiert die Partei auf Vorschläge der rot-grünen Landesregierung, die Senne als Nationalpark auszuweisen. Vorteile eines Parks seien unter anderem die Kombination von Wildnis und Offenlandflächen sowie naturorientierter Tourismus. Das hätte zur Folge, dass 75 Prozent der Fläche unter Prozessschutz gestellt würden. Pflegearbeiten durch den Menschen wären in diesen Bereichen nicht mehr erlaubt. Doch genau diese Eingriffe der Menschen hätten der Senne ihr heutiges Gesicht gegeben, heißt es von Paderborns Landrat Manfred Müller.

„Viele Tiere und Pflanzen gibt es dort nur, weil Freiflächen es ermöglichen“, sagt der Europa-Abgeordnete Elmar Brok. „Diese Tiere wären weg, sobald Wälder und Büsche in der Senne zuwachsen“, sagt Brok und ergänzt: „Die Folge eines Nationalparks wäre ein Urwald.“ Brok betont, dass sich die Landschaft in den vergangenen 100 Jahren nur durch die militärische Nutzung so entwickeln konnte, wie es sie heute gibt – „mit einem ungeheuren Reichtum an Flora und Fauna.“

Die CDU macht indes deutlich, dass die Senne als „Nationales Naturerbe“ lediglich eine Art Vorsorge und Alternative zum Nationalpark ist, für den Fall, dass eine militärische Nutzung irgendwann vom Tisch falle. Davon geht Brok aber nicht aus: „Ich habe in verschiedenen Gesprächen gehört, dass die Senne auch künftig militärisch genutzt wird.“ Laut Müller ist nicht auszuschließen, dass das sogar durch die britischen Streitkräfte erfolgen kann – trotz des Abzugs.

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