Mit dem Frühlingsanfang kommen die Frühlingsgefühle

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Hallo Frühling: Eine Biene sitzt auf einer Krokusblüte. - © dpa
Hallo Frühling: Eine Biene sitzt auf einer Krokusblüte. (© dpa)

Berlin. Heute beginnt offiziell der Frühling. Die damit einhergehenden sprichwörtlichen „Frühlingsgefühle" haben ganz handfeste körperliche Ursachen. Ein Überblick.

KRAFT

Genau wie Pflanzen wenden sich auch Menschen instinktiv hin zu den ersten Sonnenstrahlen. Ist die UV-B-Strahlung, die die höher stehende Sonne liefert, in der dünnen Oberhaut angekommen, beginnt der Körper mit der Produktion von Vitamin D – eigentlich kein richtiges Vitamin, sondern ein Hormon. Spätestens nach dem dunklen Winter haben viele Deutsche einen Mangel. Wie wertvoll Vitamin D ist, verrät schon der wissenschaftliche Name: Calciferol, „Kalkbringer". Das Hormon hilft, Calcium dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird – in Knochen und Muskeln. Die Muskelkraft steigt, die Knochen werden stabiler.

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MÜDIGKEIT

Die Sonnenstrahlung wirkt auch über die Wärme. Einige Forscher erklären so die Frühjahrsmüdigkeit. Man muss sich die ersten Frühlingstage demnach vorstellen wie eine laue Dauersauna: Durch die Wärme weiten sich die Adern, der Blutdruck sinkt, wir fühlen uns schlapp. Hat sich der Organismus angepasst, ist auch die Frühjahrsmüdigkeit vorbei.

GLÜCKSGEFÜHLE

Bleibt noch das Rätsel der Frühlingsgefühle. Woran liegt es, dass wir uns frischer fühlen, fröhlicher und vielleicht auch attraktiver? Wir profitieren nicht nur von den Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Auch auf die Netzhaut im Auge fällt viel mehr Licht als im Winter; selbst der sonnigste Wintertag wird nur so hell wie ein trüber Tag im Sommer. Das Frühjahrslicht hemmt nun über Rezeptoren in der Netzhaut die Produktion von Melatonin im Hirn. Vor allem im Winter hat uns dieses "Schlafhormon" müde und schlapp gemacht.

Je weniger Melatonin gebildet wird, desto besser kann Serotonin wirken. Serotonin gilt als "Glückshormon", Depressive leiden unter einem Mangel daran. Je mehr Licht, desto mehr Serotonin. Der Frühling ist also eine Art kostenlose Lichttherapie.

VORSICHT JUNGTIERE

Auch bei Tieren sind die Frühlingsgefühle los. Wildschweine und Feldhasen bekommen im Frühjahr viel Nachwuchs. Spaziergänger und Hundehalter sollten sich deshalb besonders vorsichtig verhalten, empfiehlt der Deutsche Jagdverband.

Frischlinge sind derzeit in den Wäldern unterwegs. - © Pixabay
Frischlinge sind derzeit in den Wäldern unterwegs. (© Pixabay)

Vor allem am frühen Morgen und Abend sollten Spaziergänger auf den Wegen bleiben und Hunde an der Leine führen. Denn in der Aufzuchtzeit reagieren Tiere sensibel auf Störungen, im Extremfall verlassen sie sogar ihren Nachwuchs. Wildschweinmütter können auch sehr aggressiv auf Hunde reagieren, wenn sie ihren Nachwuchs bedroht sehen.

Zurückhaltung ist auch gefragt, wenn man ein Jungtier findet. Am besten entfernt man sich zügig, ohne es anzufassen. Denn erst durch Menschengeruch werden Jungtiere wirklich zu Waisen. Finder sollten im Zweifelsfall einen ortsansässigen Jäger kontaktieren, der den Zustand des Tieres einschätzen kann.

Meist ist der Nachwuchs nur scheinbar verlassen: Die Eltern halten sich in der Nähe auf und kehren zurück, sobald der Mensch weg ist. Junghasen werden zum Schutz vor Feinden beispielsweise in eine Bodenmulde abgelegt. Dort harren sie reglos aus. Die Häsin kommt nur zwei- bis dreimal täglich zum Säugen vorbei.

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