Paderborner Osterlauf und Hermannslauf locken 19.000 Hobbysportler an

Gregor Winkler

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Die Ortsdurchquerung in Oerlinghausen ist für Hermannsläufer nicht zu unterschätzen. Die Stimmung ist in der Bergstadt dafür immer hervorragend. - © Joerg Dieckmann
Die Ortsdurchquerung in Oerlinghausen ist für Hermannsläufer nicht zu unterschätzen. Die Stimmung ist in der Bergstadt dafür immer hervorragend. (© Joerg Dieckmann)

Bielefeld. Volkslauf ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Massenbewegung. Wenn es eines Beweises bedürfe, dann tritt OWL ihn in diesen Wochen gleich doppelt an. Die beiden größten Läufe der Region locken rund 19.000 Läufer auf die Straße, beziehungsweise in den Teutoburger Wald. Der Paderborner Osterlauf mit seinen knapp 12.000 Aktiven am vergangenen Samstag und der Hermannslauf mit seinen 7.000 Startern am 30. April sind die Aushängeschilder einer gewaltigen Szene.

Der „Hermann". Der jährliche Termin dieses Kultlaufs steht unter Volksläufern wie in den massiven Sandstein des Teuto gemeißelt. In der Nacht, in der die Anmeldung freigeschaltet wird, sind regelmäßig alle Plätze vergeben. 600 Teilnehmer müssen sich den Stress des Online-Meldeverfahrens nicht antun. Sie erhalten im Rahmen des Trail- und Road-Cups einen Platz sozusagen frei Haus. In diesem Jahr heißt die Serie, die vom Active Sportshop ausgerichtet wird, noch Trailrunning Cup.

Der Hermannslauf ist das letzte Rennen dieser über die Wintermonate ausgetragenen Veranstaltungsreihe. Sie beginnt mit dem Run- & Roll Day im September. In die Ausgabe für 2017/2018 rutscht der Güterloher Halbmarathon mit rein. „Es war der Wunsch vieler Teilnehmer, einen Halbmarathon mit dabei zu haben. Aber dadurch hat die Serie nicht mehr viel Trail-Charakter. Darum haben wir uns für den neuen Namen entschieden", erklärt Chris Bossow vom Active Sportshop. Der „TRC" (die Abkürzung bleibt bestehen) hat die großen Namen – bei den Läufen, wie auch bei den Teilnehmern.

Elias Sansar, Jan Kerkmann oder Adam Janicki treten bei Böckstiegellauf, Luisenturmlauf oder dem „Hermann" gegeneinander an. Mit sechs, beziehungsweise vier Läufen sind der Volksbank-Night-Cup und der AOK-Lippe-Cup ähnlich aufgestellt wie der TRC. Beim Night-Cup dominieren die besonders stimmungsvollen Läufe in den Abendstunden. Die Nacht von Borgholzhausen und die Isselhorster Nacht gehören dazu. Es sind meist flache, schnelle Strecken. „Wir profitieren von den schnellen Läufern aus Bielefeld", sagt Organisator Robert Becker.
Besonderheit des Lippe-Cups ist, dass es keine gesonderte Anmeldung gibt.

Jeder Teilnehmer, der drei der vier Läufe absolviert, wird automatisch gewertet. Initiator Gunnar Klocke hatte vor sechs Jahren die Idee für die Serie und fand mit der AOK einen Sponsor. „In der Wertung sind ausschließlich die 10-Kilometer-Strecken", erklärt Klocke, der den Vertrag mit der Krankenkasse gerade um fünf Jahre verlängert hat.
Ohne Sponsoren lassen sich viele Serien nicht durchführen. Vor allem die spezialisierten kleineren Sportläden der Region sind häufig vor Ort.

Ob Olaf, Éwy, Active oder Endspurt – man kennt die Geschäfte, in denen meist bestens bekannte Läufer hinterm Tresen stehen. Bei der Ausrüstung wird mittlerweile geklotzt statt gekleckert: „Voll im Trend sind die neuen Herzfrequenzmesser, die ohne Brustgurt auskommen", erklärt Bossow. Um die 150 Euro geben die Sportler dafür aus. Schuhe (120 bis 140 Euro) und Textilien (von 40 bis 200 Euro ist alles möglich) schlagen ebenfalls hoch zu Buche. Bossow weiß: „Ein weiteres aktuelles Thema ist Ernährung, wobei man sagen muss, dass bei vielen Hobbyläufern nicht so recht ankommt, was wirklich wichtig ist". Seminare zu dem Thema werden aber reichlich angeboten.

Bossow plädiert dafür, bei diesen Themen immer ausgewiesene Experten zu Rate zu ziehen. Gut trainiert und ausgestattet lässt sich auch die zweitgrößte Laufserie in Angriff nehmen: Die OWL-Serie mit ihren 14 Läufen pilgert einmal quer durch die Region. Mit ihrer 38-jährigen Tradition bezeichnet sie sich gerne als „Großmutter aller Laufserien in OWL". Die älteste ist auch gleichzeitig die wohl familiärste Veranstaltungsreihe. „Rund 80 Teilnehmer begrüßen sich bei jedem Lauf untereinander mit Handschlag", beschreibt Organisator Karl-Wolfgang Seithümmer.

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