Immer mehr Genehmigungen: Darum gibt es einen Bauboom in OWL

Matthias Bungeroth

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In diesen Wochen auch in OWL ein gewohntes Bild: Baukräne stehen auf einem Baugrundstück neben bereits fertiggestellten Wohnhäusern. - © dpa
In diesen Wochen auch in OWL ein gewohntes Bild: Baukräne stehen auf einem Baugrundstück neben bereits fertiggestellten Wohnhäusern. (© dpa)

Bielefeld. Der Bedarf an Wohnraum in Ostwestfalen-Lippe ist groß. Im März hatte der zweite regionale Wohnungsmarktbericht für den Regierungsbezirk Detmold festgestellt, dass in der Region bis 2020 etwa 39.000 Haushalte zusätzlich eine Wohnung suchen werden.

Aktuelle Zahlen zeigen: Die Genehmigungsbehörden setzen offenbar alles daran, dafür die Weichen zu stellen. Denn sowohl im Land Nordrhein-Westfalen als auch in OWL ist die Zahl der Baugenehmigungen im Vorjahr teils kräftig gestiegen.

Nach einer Erhebung des Statistikbetriebs IT NRW wurden im Bundesland 2016 exakt 66.555 Wohneinheiten zum Bau freigegeben. das entspricht einem Anstieg von 19,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei fiel die Zunahme bei Mehrfamilienhäusern mit einem Plus von 22,2 Prozent überdurchschnittlich aus, so IT NRW.

NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) spricht von einem Spitzenergebnis für die soziale Wohnraumförderung. „11.149 Wohneinheiten konnten wir mit einem Fördervolumen von 1,060 Milliarden Euro fördern", so Groschek auf Anfrage. Wohnungspolitik sei inzwischen in vielen Kommunen Chefsache. „Wir sind aber noch nicht am Ziel. Vor allem gilt es, Bauland zu mobilisieren", so Groschek weiter.

In OWL wurden im Vorjahr 8.298 neue Wohneinheiten genehmigt, ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr (7.410). Bei den Mehrfamilienhäusern gab es ein Plus von 4,7 Prozent: von 3.954 auf 4.140. „Das ist noch zu wenig, um die Nachfrage zu erfüllen", mahnt Jürgen Upmeyer, Geschäftsführer der Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus und Grund Ostwestfalen-Lippe, auf Anfrage.

In der Tat verzeichnen alle andere Regierungsbezirke deutlich höhere Steigerungsraten bei der Genehmigung von Mehrfamilienhäusern. An der Spitze steht der Regierungsbezirk Düsseldorf mit einem Plus von 53,2 Prozent. „Das Wichtige ist, dass Wohnraum geschaffen wird", sagt Upmeyer. Allerdings lohne es sich, gerade für Projekte im Mehrfamilienwohnungsbau noch mehr die Werbetrommel zu rühren. Die Fördermittel hierfür stünden bereit.

Bei der Zahl der tatsächlich im Vorjahr errichten Wohngebäude (nicht zu verwechseln mit den Wohneinheiten) fällt auf, dass die Zahl neuer Einfamilienhäuser in NRW im Vorjahr um 5,2 Prozent auf 14.545 Häuser gesunken ist. Bei Zwei- und Mehrfamilienhäusern gab es hingegen zweistellige Wachstumsraten.

Das bestätigt sich auch in OWL, wo insgesamt 2,4 Prozent weniger Häuser fertiggestellt wurden (2.727; 2015: 2795). Bei den Einfamilienhäusern gab es ein Minus von 7,5 Prozent, bei Zweifamilienhäusern hingegen ein Plus von 22,3 Prozent. Fertiggestellte Mehrfamilienhäuser verzeichnen ein Plus von 5,2 Prozent. Upmeyer: „Zweifamilienhäuser dienen der klassischen Eigentumsbildung von jungen Familien."

Bei den Baugenehmigungsquoten liegt der Kreis Gütersloh mit 57,5 Genehmigungen pro 10.000 Einwohner innerhalb von OWL an der Spitze, gefolgt von Bielefeld mit 53,3. Am niedrigsten ist die Quote im Kreis Höxter mit 24,9 Genehmigungen.

Baugenehmigungsquoten in OWL - © Grafik: IT NRW; NW
Baugenehmigungsquoten in OWL (© Grafik: IT NRW; NW)

Jan Focken, Sprecher des Kreises Gütersloh, führt das auf den hohen Zuzug ins Kreisgebiet „aufgrund der Vielzahl der Arbeitsplätze" zurück, wie er sagt. Jörg Deibert, Sprecher der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, betont, der Bauboom sei ein Zeichen für die Dynamik der Region. „Einziger Wermutstropfen: Auf Grund des aktuellen Booms und des damit einhergehenden Flächenverbrauchs dürfte es in Zukunft schwieriger werden, neue Baugebiete auszuweisen", so Deibert.

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