So haben Mode-Umkleiden im Test abgeschnitten

Madeleine Ellerbrock und Christian Geisler

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Mode-Umkleiden im Test (© Fotos: Madeleine Ellerbrock)

Bielefeld. Die Kaufentscheidung des Kunden wird in der Umkleidekabine getroffen. Deswegen setzen immer mehr Modegeschäfte auf schnittige Spiegel und schmeichelndes Licht. In der Anprobe sieht das neue Outfit dann klasse aus. Es sitzt perfekt, wirft keine Falten und macht dazu auch noch schlank. Die Überraschung kommt Zuhause: Vor dem eigenen Spiegel sieht das gekaufte Shirt anders aus, nicht zwingend schlecht, aber im Laden war es doch irgendwie schöner.

Wir nehmen das zum Anlass, um die Umkleidekabinen von sechs großen Labels aus Bielefeld und Gütersloh zu testen. In welcher Umkleide sieht man am besten aus? Wo ist der Komfort am größten? Und welche Anprobe hat die beste Ausstattung?

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Mode-Umkleiden im Test (© Madeleine Ellerbrock)

MODEHAUS FINKE

Die Umkleidekabinen im Modehaus Finke in Gütersloh zeichnen sich durch ihre geräumige Größe sowie durch ihre gemütliche Atmosphäre aus. „Die Kunden sollen sich wohlfühlen", sagt Einkäuferin Anja Faltmann. Die Anprobe ist separiert vom Verkaufsraum und somit nicht einsehbar.

In Kombination mit warmen Brauntönen entsteht ein ruhiger Rückzugsort, an dem Kunden die ausgewählte Kleidung anprobieren können. Lediglich die Ausleuchtung der Kabinen ist ausbaufähig: Das Deckenlicht wirft Schatten auf Gesicht und Mode. Mit Schuhanzieher, Sitzbank und Schminkhaube und Ähnlichem sind die Umkleiden gut ausgestattet. Lediglich ein zweiter Spiegel innerhalb der Kabine fehlt.

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Mode-Umkleiden im Test (© Madeleine Ellerbrock)

P&C

„Die Fluchtwege müssen eingehalten werden", sagt Johannes Göke, Geschäftsleiter der P&C-Filiale in Bielefeld. So sind die breiten Gänge zu den separierten Umkleiden klar zu erkennen und gut strukturiert. „Denn Sicherheit geht vor", so Göke. Auch die Anproben an sich haben eine komfortable Größe und sind nahezu optimal ausgestattet.

Innerhalb der Kabine ist ein Zweitspiegel zu finden, ein Schuhanzieher sowie eine große Sitzgelegenheit. Was fehlt ist eine Schminkhaube für die Damenwelt. Optisch fallen die Umkleiden dagegen schlicht aus. Die Seitenwände sind weiß, der Vorhang mit einem unruhigen Streifenmuster versehen. Darunter leidet leider auch die Atmosphäre bei der Anprobe. Dafür sorgt die umfassende Ausleuchtung der Kabine für genügend Helligkeit beim Kleiderkauf.

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Mode-Umkleiden im Test (© Madeleine Ellerbrock)

s.OLIVER

Betritt ein Kunde die Umkleidekabine vom s.Oliver-Store in Bielefeld, dringt ihm ein angenehmer Duft von Parfum in die Nase. Zusammen mit abwechslungsreicher Hintergrundmusik entsteht so eine attraktive Einkaufsatmosphäre. Das Konzept der Umkleide passt optisch zum Verkaufsraum und ist stimmig – Sowohl im Laden als auch in der Anprobe tauchen hölzerne Elemente auf, warme Brauntöne überwiegen.

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Mode-Umkleiden im Test (© Madeleine Ellerbrock)

Ausschließlich die Größe der Kabinen ist zu bemängeln. „Unser Ziel ist es, den Kunden aus der Umkleide heraus zu bekommen", begründet Storemanagerin Emre Limandag. So könne besser beraten werden. Auch bei s.Oliver ist die Ausstattung der Anprobe ordentlich, lediglich die Sitzgelegenheit könnte größer ausfallen. Das indirekte Licht der Kabine sorgt für einen angenehmen Teint.

SINN LEFFERS

Der Testsieger kommt aus dem Hause Sinn Leffers aus Bielefeld. Die Umkleidekabinen zeichnen sich sowohl durch ihre komfortable Größe und Ausstattung, als auch durch ihr Aussehen aus. Je nach Abteilung ähneln sich die Anproben zwar, unterscheiden sich dann aber doch in der Farbgebung.

„Das ist eine Frage des Konzepts und der Zielgruppe", sagt Abteilungsleiterin Ulrike Saath. Besonders überzeugt die Beleuchtung der Anproben: Das umfassende Licht sorgt für ein vitales Aussehen des Kunden. Darüber hinaus sind dadurch selbst auf einer Jeans keine Faltenwürfe zu sehen. Besser geht es nicht.

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Mode-Umkleiden im Test (© Madeleine Ellerbrock)

LÖSEKANN

Lösekann in Bielefeld wurde für sein innovatives Konzept 2017 zum „Store of the Year" ausgezeichnet. Das sieht man auch an den Umkleiden: Durch ihren rustikal-eleganten Stil entsteht eine gemütliche Einkaufsatmosphäre mit optischen Hinguckern. Dem Konzept ist auch ein recht spärliches Licht geschuldet, der Kunde wird nicht voll ausgeleuchtet.

Die Ausstattung ist umfassend, leider gibt es nicht in jeder Kabine einen Zweitspiegel. Die Umkleiden sind über drei Etagen verteilt, alle individuell eingerichtet und unterschiedlich groß. Dazu steht keine Kabine neben der anderen. „Das ist bewusst so. Da, wo sich der Kunde aufhält, kann er direkt in eine Kabine gehen", sagt Abteilungsleiter Omer Kartal.

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Mode-Umkleiden im Test (© Madeleine Ellerbrock)

THE WEEKLY

„Ja", „Nein", „Vielleicht" – die Umkleidekabinen von The Weekly in Bielefeld bieten Kunden eine regelrechte Entscheidungshilfe bei der Auswahl ihrer Kleidung. Die Stangen in der Anprobe sind mit den drei Worten markiert – je nach Entschluss, können sie ihre Teile an die entsprechende Position hängen.

Auch optisch machen die Umkleiden einiges her: Im skandinavisch minimalistischen Stil passt das Layout der Kabinen zum Gesamtkonzept des Stores. „Unsere Sitzgelegenheit wurde aus einer alten Bielefelder Straßenlaterne gemacht", so Beraterin Anouk Mathieu. Nur die Größe der Kabinen sowie die Beleuchtung durch eine Edison-Glühbirne schneiden im Vergleich zu anderen Läden schlechter ab.

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