Auto von Paderbornerin während Klinik-Aufenthalt abgeschleppt

Hans-Hermann Igges

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Abschleppärger: Fabienne Pieper steht mit dem Schriftverkehr mit der Stadt Paderborn vor ihrem Auto. Das wurde wegen der Baustelle im Hintergrund abgeschleppt, als sie im Krankenhaus lag. - © Hans-Hermann Igges
Abschleppärger: Fabienne Pieper steht mit dem Schriftverkehr mit der Stadt Paderborn vor ihrem Auto. Das wurde wegen der Baustelle im Hintergrund abgeschleppt, als sie im Krankenhaus lag. (© Hans-Hermann Igges)

Paderborn. Niemand freut sich, wenn sein Wagen abgeschleppt wird. Meist ist man schließlich selbst Schuld daran gewesen – und Vorwürfe gehen ins Leere. Fabienne Pieper (25) aus Paderborn ist sich jedoch keiner Schuld bewusst – und entsprechend ärgerlich.

Sie fühlt sich von der Stadt Paderborn ungerecht behandelt, weil die nicht nur auf Abschleppkosten, sondern auch auf Verwarngeld, Geldbuße, Gebühren und Auslagen beharrt – insgesamt rund 280 Euro.

Was ist geschehen? Eines Donnerstags im März wurde der jungen Paderbornerin so richtig schlecht: Mit Herzrasen, Schüttelfrost und hohem Fieber kam sie noch in derselben Nacht ins Paderborner St. Vincenz-Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte bei ihr einen bakteriellen Infekt fest. Sie musste einige Tage in der Klinik bleiben, erst am Dienstag darauf wurde Fabienne Pieper aus dem Krankenhaus entlassen.

Doch dann folgte die böse Überraschung: Ihr Auto, ein VW-Beetle, stand nicht mehr vor der Haustür ihrer Wohnung in der Ballhornstraße. Der Wagen wurde offensichtlich abgeschleppt, weil gegenüber ein Haus abgebrochen werden sollte.

Die Angestellte eines Textilunternehmens schildert, was dann geschah: „Als ich endlich geklärt hatte, wo mein Auto stand, nämlich auf dem Parkplatz an der Rathenaustraße, bekam ich auch schon Post vom Paderborner Bürgermeister mit der Bitte um Bezahlung der Abschleppkosten oder aber einer Stellungnahme zu diesem Vorfall."

Fabienne Pieper verfasste einen langen Brief und erklärte die Sachlage, bat um eine kulante Einigung über die Kosten. „Freunde von mir waren sogar in der Wohnung, um mir Sachen ins Krankenhaus zu bringen. Sie haben aber nichts gesehen, was auf das Halteverbot ab Montag hingewiesen hätte", sagt sie.

Die Stadt Paderborn hatte nach eigener Darstellung fristgemäß, also 72 Stunden vor Inkrafttreten, mobile Halteverbotsschilder aufgestellt. Damit sollte auch der gegenüber liegende Bereich der Ballhornstraße ab dem folgenden Montag wegen des Abriss für parkende Autos gesperrt werden.

Gut zwei Wochen später fand Fabienne Pieper die Antwort der Stadt in ihrem Briefkasten: Einen Verweis auf die Rechtslage, wonach der Halter eines Fahrzeuges zu jedem Zeitpunkt dafür sorgen müsse, dass sein Wagen ordnungsgemäß abgestellt sei. Und dass die Stadt ihrerseits mit der Vorwarnzeit von 72 Stunden alles ihr Mögliche getan habe.

Fabienne Pieper: „Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, flatterte mir unlängst noch ein Bescheid ins Haus. Ich soll noch mal über 50 Euro bezahlen, 25 Euro als Geldbuße, 25 Euro für Gebühren und 3,50 Euro für Auslagen." Zusätzlich zu dem Knöllchen über 25 Euro fürs Parken im absoluten Halteverbot, das sie schon bekommen hatte. Und natürlich zu den 200 Euro fürs Abschleppen.

„Sie hat einfach Pech gehabt", sagt auf Nachfrage dieser Zeitung Katharina Multhaupt, Sprecherin der Stadt Paderborn, zu dem Vorfall. „Wir als Stadt Paderborn haben in diesem Fall alles richtig gemacht. Andernfalls müsste ja die Allgemeinheit die Kosten tragen."

Zwischenruf: "Bitteres Lehrgeld"

von Hans-Hermann Igges

Einerseits – stand das Auto der Paderbornerin definitiv nicht nur im absoluten Halteverbot, sondern auch im Weg. Und auf das Verbot war offenbar ordnungsgemäß vorher hingewiesen worden.
Andererseits – lag Fabienne Pieper nichts ahnend und mit einem Infekt kämpfend im Krankenhaus.

Wer an ihrer Stelle hätte sich so gravierende Sorgen um den gewohnten Standplatz des Wagens gemacht und Freunden Bescheid gesagt, nun auch noch auf diese Eventualität des Lebens zu achten?
Aus dem Weg musste das Auto wohl. Auch auf Kosten des Halters – das ist ja noch irgendwie nachvollziehbar. Aber muss man in diesem Fall auch noch auf Knöllchen bestehen?

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