Das googeln Menschen aus OWL

Christian Geisler

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- © Screenshot: Google 16.07.2017
Google OWL (© Screenshot: Google 16.07.2017)

OWL. Warum sind Schlaglöcher rund? Welcher Haarschnitt passt zu mir? Und warum hat Donald Duck keine Hose an? Fragen über Fragen, deren Antworten häufig nur ausgewiesene Experten oder aber die Suchmaschine Google wissen.

Durch die Auswertung von Billionen Suchanfragen im Jahr ermittelt der amerikanische Konzern globale und regionale Suchtrends. Er gibt Einblicke darüber, welche Ereignisse interessieren und die Menschen bewegen. Doch was suchen Internetnutzer in OWL? Auf Anfrage dieser Zeitung hat Google einen exklusiven Überblick erstellt.

Demnach wird in OWL am häufigsten die Stadt Bielefeld gesucht. Auf sie folgt Paderborn. Dann kommen, noch vor Gütersloh, die Kurstädte Bad Salzuflen und Bad Oeynhausen. So weit, so gut. Ansonsten scheinen Menschen das zu googeln, was sie gerade bewegt oder welche Aktivität sie in nächster Zeit ausüben wollen. Unter den zehn meistgesuchten Begriffen zur Region finden sich neben den Städtenamen nämlich auch noch Wortkombinationen wie „Wetter Bielefeld", „Sparkasse Paderborn" oder „Cinemaxx Bielefeld" wieder.

Interessant wird es aber erst, wenn die Topaufsteiger unter den Suchanfragen herangezogen werden. Diese wurden seit 2016 erhoben und sind in Relation zu den vorangegangenen zwölf Monaten gesetzt. Unter den „Top 5"-Aufsteigern sind so ausschließlich Begriffe zu finden, die sich auf Ereignisse beziehen. Demnach sind seit Anfang 2016 der Brand bei „Westfleisch Paderborn" und der „Leineweber Bielefeld" besonders häufig gesucht worden.

Auf Position drei folgt das Abstiegs-Wirrwarr um den SC Paderborn mit den Begriffen „1860 München Paderborn". Auf den weiteren Plätzen folgen schließlich „Shopping Queen Bielefeld" und „Nachtansichten Bielefeld".

2008 führte Google die Autovervollständigungsfunktion in der Suchmaske ein. Ein Jahr später, seit April 2009, gibt es das sogenannte Google-Suggest auch in Deutschland. Die Funktion präsentiert dem Nutzer Vorschläge – Begriffe, die mit den bereits eingegebenen Worten verbunden werden. Diese Angebote basieren auf den drei Kriterien Suchhäufigkeit, Saisonalität und Lokalität. Gibt der Nutzer also den Beginn eines Satzes oder einer Frage ein, vervollständigt Googles Algorithmus diesen mit Vorschlägen.

Mit Blick auf die Region kommen auf diese Weise Einblicke in die ungewöhnlichen Suchgewohnheiten der Menschen aus OWL zum Vorschein. Unter anderem scheint die Sehnsucht der Bielefelder nach der Meisterschale groß zu sein. Viele fragen sich zudem, was hinter dem Begriff Paderborner Pupsglobuli steckt, einem Medikament mit homöopathischen Wirkstoffen. Dieses ist speziell auf die Bedürfnisse von Babys abgestimmt, die unter Blähungen oder Koliken leiden. Bis Ende 2016 hat eine Paderborner Apotheke die sogenannten Pupsglobuli hergestellt und vertrieben.

Mit Hilfe des Tools „Google Trends" können Suchanfragen online von jedermann eingesehen werden. „Dabei können unsere Tools nie dazu verwendet werden, individuelle Nutzer und deren Suchinteressen zu identifizieren", sagt ein Sprecher. Vielmehr lassen sich durch Google Tendenzen für Trends erkennen.

Manche Regionen können auf diese Weise sogar in Interessengebiete eingeteilt werden. Demnach suchen Menschen aus Bünde und Gütersloh besonders häufig nach „Geld", „Macht" und „Karriere". In Minden wird oft nach „Arbeit" gegoogelt. Besonders deprimiert scheinen die Bielefelder zu sein. Sie sind im OWL-Vergleich besonders oft auf der Suche nach „Glück", „Lachen", „Flirt" und „Leidenschaft". Aber auch „Trauer" und sogar „Selbstmord" sind häufig gesuchte Begriffe in der Leineweber-Stadt.

Die Suchanfragen müssen aber nicht zwingend mit der Gefühlswelt der Menschen zusammenhängen – auch Ereignisse oder Unfälle können die Google-Ergebnisse beeinflussen. Bestes Beispiel hierfür sind die Paderborner. In der Domstadt wird nach wie vor besonders häufig der „FC Bayern München" gegoogelt. Den Abstieg aus der Bundesliga haben die Domstädter also wohl noch immer nicht verdaut.

Repräsentativ sind die Ergebnisse nicht. Stattdessen lassen sich durch „Google Trends" aktuelle Themen der Bevölkerung identifizieren.

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