Minister-Vorstoß für Autoführerschein mit 16

Matthias Bungeroth

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Niedersachsens Verkehrsministerium stellt am 17. Juli eine Initiative zum Führerschein mit 16 vor. - © dpa
Niedersachsens Verkehrsministerium stellt am 17. Juli eine Initiative zum Führerschein mit 16 vor. (© dpa)

Bielefeld. Das Land Niedersachsen hat einen Vorstoß gestartet, um das begleitete Fahren künftig bereits für Jugendliche mit 16 Jahren zu ermöglichen statt wie bisher mit 17. Experten wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) unterstützen das.

„Begleitetes Fahren ist die preiswerteste und effektivste Methode, die Verkehrssicherheit zu erhöhen", sagt der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies (SPD). Deshalb sei das begleitete Fahren mit 16 „ein Modell, das man testen könne". Niedersachsen war bereits 2004 beim begleiteten Fahren mit 17 Vorreiter. Dieses bewährte sich mit stark sinkenden Unfallzahlen bei Jugendlichen so gut, dass es 2008 auf das Bundesgebiet ausgeweitet wurde.

Information
Zahl der Unfälle sinkt kräftig
  • Bundesweit gilt, dass die Teilnehmer am begleiteten Fahren mit 17 rund 22 Prozent weniger Unfälle haben und rund 20 Prozent weniger Ordnungswidrigkeiten begehen.
  • In NRW nehmen rund 45 Prozent der Fahranfänger daran teil.

„Wir sehen das durchaus positiv", kommentiert Sven Rademacher, Sprecher des DVR, den Vorstoß. Wichtig sei aber, dass nur die Begleitphase verlängert werde. „Der Führerschein selbst darf erst mit 18 erworben werden."

Auch Michael Schreckenberg, Professor für die Physik von Transport und Verkehr an der Universität Duisburg-Essen, steht der Idee aus Niedersachsen positiv gegenüber. „Ich habe dagegen grundsätzlich keine Bedenken. Die jungen Menschen werden heute viel eher an die moderne Technik herangeführt", so der renommierte Unfallforscher.

Schreckenberg hat hier vor allem die Gruppe der 18- bis 24-jährigen Autofahrer im Blick, die erwiesenermaßen besonders risikoreich fahre. „Wenn man diese Menschen früher ans Autofahren heranführt, kann man hoffen, dass diese Bilanz hier besser wird", sagt der Professor.

In die gleiche Richtung argumentiert Friedel Thiele, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Westfalen. „Ich kann den Ansatz, das begleitete Fahren mit 16 einzuführen, nur begrüßen", sagt Thiele. Denn schon das Modell mit 17 sei „die beste Verkehrssicherheitsmaßnahme, die der Gesetzgeber je eingeführt hat". Allerdings schaffe es ein großer Teil der Jugendlichen aktuell gar nicht, auf ein ganzes Jahr begleitetes Fahren zu kommen. Dies könne sich mit dem neuen Modell ändern.

„Wir würden gerne die Ausbildung der Fahranfänger auf andere Füße stellen", sagt Ralf Collatz, Sprecher des ADAC in OWL auf Anfrage. Denke man an den Führerschein ab 16, müssten in die Ausbildung Elemente wie von Experten kontrollierte Fahrsicherheitstrainings sowie psychologische Gruppengespräche eingeschoben werden. Dies sei in Österreich üblich, wo es bereits das begleitete Fahren ab 16 gebe, so Collatz. Das NRW-Verkehrsministerium äußerte sich auf Anfrage noch nicht zu dem Vorschlag.

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