Bielefeld gehört zu den 20 Deutschen Städten mit den meisten Staus

28 Stunden steht der Bielefelder jährlich im Stau

Alexandra Buck

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Hätten Sie das gedacht? 28 Stunden steht der Bielefelder im Schnitt im Jahr im Stau. - © Oliver Krato (Archiv)
Hätten Sie das gedacht? 28 Stunden steht der Bielefelder im Schnitt im Jahr im Stau. (© Oliver Krato (Archiv))

Bielefeld. Das Ruhrgebiet und Köln sind die Stau-Hochburgen in NRW. Das ist weniger überraschend. Dass aber Bielefeld zu den 20 staureichsten Städten Deutschlands gehört, verwundert doch.

Im Ruhrgebiet und in Köln stehen Autofahrer so lange im Stau wie in kaum einer anderen Stadt Deutschlands. Durchschnittlich steckten Fahrer 2017 im Ruhrgebiet während der Stoßzeiten 40 Stunden fest. Das sind sogar fünf Stunden mehr als im Vorjahr. Damit landet die Region auf Platz 5 der staureichsten Städte Deutschlands.

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Stau-Hauptstadt ist München

Das ist das Ergebnis einer in dieser Woche veröffentlichten Studie des Verkehrsdatenanbieters Inrix. München ist demnach zum zweiten Mal hintereinander Deutschlands Stau-Hauptstadt - mit 51 Stunden. Es folgen Hamburg, Berlin und Stuttgart mit jeweils 44 Stunden.

Auch Bielefeld gehört zu den 20 Deutschen Städten mit den meisten Staus. Die Bielefelder Autofahrer stecken jährlich 28 Stunden auf verstopften Straßen fest. Das kritisiert die Bielefelder CDU. „Diese unerfreuliche Situation wird sich noch verschärfen, wenn die Paprika-Koalition ihre autofeindliche Verkehrspolitik durchsetzen sollte", befürchtet CDU-Fraktionsvorsitzender Ralf Nettelstroth.

Staus in 1.360 Städten

Das US-amerikanische Unternehmen Inrix analysiert regelmäßig die Auswirkungen von Verkehrsstaus in 1360 Städten weltweit, darunter 73 in Deutschland. Bielefeld belegt in dem Ranking Platz 20. Mit einer durchschnittlichen Staurate von 10 Prozent liegt Bielefeld allerdings gleichauf mit dem Ruhrgebiet (Platz 5) oder Frankfurt (Platz 8).

Staus kosten nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Holger Nolte, CDU-Sprecher im Stadtentwicklungsausschuss: „Die staubedingten direkten und indirekten Kosten pro Autofahrer beziffert Inrix auf 1.752 Euro pro Jahr. Ganz abgesehen davon, wird auch die Umwelt durch Staus zusätzlich unnötig belastet."

Kritik der Bielefelder CDU

Die CDU strebe seit Jahren ein gesamtstädtisches Verkehrskonzept an, das einen stetigen Verkehrsfluss sichere, erinnert Ralf Nettelstroth: „Das von den Grünen dominierte Paprika-Bündnis verweigert aber jede sachliche Diskussion."

Holger Nolte weist auf ein bezeichnendes Negativ-Beispiel hin: „Seit Paprika für eine Reduzierung der Fahrbahnspuren auf der Osningstraße gesorgt hat, bilden sich im Berufsverkehr ständig Staus, die beinahe einen Kilometer lang sind. Nun will das Bündnis auch noch unbedingt auf dem Jahnplatz die Fahrspuren auf nur noch eine je Richtung reduzieren. Damit ist aber das Verkehrschaos in der Stadtmitte geradezu programmiert."

  • Deutschland befindet sich weltweit auf Platz fünf der verkehrsreichsten entwickelten Länder und belegt auf europäischer Ebene den vierten Platz. Autofahrer verbringen hier zu Stoßzeiten pro Jahr durchschnittlich 30 Stunden im Stau
  • München hat in Deutschland das höchste Stauaufkommen. Durchschnittlich verbringen Autofahrer 49 Stunden im Stau, drei Stunden mehr als in Heilbronn, Köln und Stuttgart (je 46 Stunden)
  • Insgesamt wurden 62 deutsche Städte und große Ballungsräume analysiert. Die direkten und indirekten durch Stau verursachten Kosten für alle Autofahrer belaufen sich für 2016 auf 69 Milliarden Euro, das entspricht 1.531 Euro pro Fahrer
  • Die verkehrsreichste Straße Deutschlands war der Streckenabschnitt auf der A3 zwischen der Ausfahrt Dreieck Köln-Heumar in Richtung Norden bis zur A1. Hier standen Autofahrer im vergangenen Jahr 37 Stunden im Stau, also etwa eine durchschnittliche Arbeitswoche

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