DMG Mori stellt neue Rekorde auf

Martin Krause

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Selbstbewusst: Christian Thönes ist der Chef der DMG Mori AG. Sein Unternehmen sieht er „exzellent aufgestellt“. - © Sarah Jonek
Selbstbewusst: Christian Thönes ist der Chef der DMG Mori AG. Sein Unternehmen sieht er „exzellent aufgestellt“. (© Sarah Jonek)

Bielefeld. Christian Thönes, der Vorstandschef der Bielefelder DMG Mori AG, gibt ehrgeizige Ziele aus: „Wir wollen mit unseren Maschinen, Technologien und Services weltweit die Nummer 1 für unsere Kunden sein", sagt der 45-Jährige. Und mit „wir" meint er ohne Zweifel den Gesamtkonzern unter dem Dach der in Japan ansässigen DMG Mori Company Limited.

Die Deutschen fühlen sich mit der gegebenen Konstellation offenbar äußerst wohl. Das Verhältnis zum Mutterkonzern sei „von Vertrauen gekennzeichnet", betont Thönes. Die im Unternehmen weltweit gelebte „kulturelle Vielfalt" wirke leistungssteigernd.

Selbstbewusst erklärt Thönes am Stammsitz die Rekordzahlen des von ihm geführten Tochterkonzerns für 2017 und die Pläne des Werkzeugmaschinenbauers. Mit einem um 16 Prozent auf 2,75 (Vorjahr 2,37) Milliarden Euro erhöhten Auftragseingang sei der höchste Bestellwert der 147-jährigen Unternehmensgeschichte verbucht worden, so Thönes stolz. Damit habe DMG Mori die Prognosen übertroffen und sei stärker gewachsen als der Weltmarkt.

Neuer Höchstwert auch beim Umsatz

DMG Mori hatte die Welt nach der Übernahme neu aufgeteilt: Während die Bielefelder sich um Europa, den nahen Osten und Afrika sowie China und Indien kümmern, verantwortet die Zentrale in Tokyo die Geschäfte in Japan und Korea sowie Amerika. Ohne diese Neuordnung wäre der Auftragseingang der DMG Mori AG gar um 23 Prozent gewachsen. Der Auftragsbestand sei auf 1,31 (Vorjahr 0,94) Milliarden Euro gestiegen, was eine Auslastung für 6 Monate verspreche. Einen Höchstwert habe mit 2,35 Milliarden Euro (plus 4 Prozent) auch der Umsatz erreicht. Die Exportquote stieg von 67 auf 70 Prozent.

Die Zahl der Mitarbeiter sank durch die Umstrukturierung um 181 auf 7.101 (davon 1.000 in Bielefeld).

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte um 73 Prozent auf 180,1 (104,0) Millionen Euro. Unterm Strich wuchs der Gewinn um 149 Prozent auf 118,4 (47,5) Millionen Euro. Alle Beschäftigten – auch die Leiharbeiter – erhielten eine Prämie. Thönes: „Wir haben noch nie so viel ausgeschüttet."

"Die Mutter ist mit der Tochter gut zufrieden"

Aufgrund des Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrags kassieren freie Aktionäre die vereinbarte Garantiedividende in Höhe von 1,17 Euro brutto je Aktie. Bisher halte der von Masahiko Mori geführte Mutterkonzern gut 76 Prozent der Aktien. „Und die Mutter ist mit der Tochter gut zufrieden", weiß Thönes. Pläne für einen Börsenabgang gibt es demnach derzeit nicht.

Lieber als über die Strukturen spricht Thönes über Innovationen und Technologie: „Wir haben wichtige Zukunftsfelder besetzt", sagt er. So sei die Automatisierungskompetenz Ende 2017 durch ein Joint Venture mit der Software- und Elektronikfirma Heitec (Erlangen) gestärkt worden. Die Gründung des Start-Ups Istos, die Übernahme der Bielefelder Werkbliq GmbH und der Aufbau der Plattform ADAMOS habe die Digitalisierungskompetenz erhöht. Und ein wichtiges Zukunftsthema sei der sogenannte 3-D-Druck ("Additive Manufacturing"), wo DMG Mori nun Komplettanbieter sei. Für die neue Tochterfirma Realizer sei eine Fertigung in Bielefeld aufgebaut worden.

Hohe Investitionen in polnisches Werk

2017 hatte DMG Mori unter anderem ein neues Technologiezentrum in Schanghai eröffnet. Eine der großen Investitionen 2018 ist im polnischen Pleszew geplant – das dortige Werk soll für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erweitert werden.

Mit seiner Prognose für 2018 bleibt Thönes trotz aller Zuversicht vorsichtig: Angesichts globaler Unsicherheiten hält er einen Rückgang des Auftragseingangs auf 2,5 Milliarden Euro für möglich: „Ich korrigiere lieber nach oben als nach unten", sagt Thönes dazu.

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