Unbekannter droht auf türkischer Hochzeit mit Bombe: Evakuierung

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Stadthagen. Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften hat Samstag eine türkische Hochzeit in der Festhalle räumen müssen. Ein Unbekannter hatte angekündigt, im Gebäude eine Bombe deponiert zu haben. Die Halle, in der sich 900 Gäste befanden, musste evakuiert werden, berichteten die Schaumburger Nachrichten.

Bei dem Hochzeitspaar handelt es sich um den Fußball-Kapitän der ersten Mannschaft des VfREvesen, Burak Buruk. Für ihn und seine künftige Ehefrau Esra Mur sollte es der schönste Tag im Leben werden, Freunde und Verwandte aus dem gesamten Bundesgebiet und Ausland waren nach Stadthagen gereist. Doch die Feier nahm um kurz nach 18 Uhr ein jähes Ende.

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Ein Unbekannter rief nach Polizeiangaben auf dem Kommissariat in Bad Nenndorf an und drohte, eine Bombe in der Halle platziert zu haben. Umgehend fuhren Einsatzkräfte an die Seilerstraße. Mit einem Megaphon forderten die Beamten die Hochzeitsgesellschaft auf, die Räume zu verlassen. Währenddessen fuhren die Hundeführer mit ihren Sprengstoffspürhunden in Hannover und Göttingen los. Während der Einsatz lief, feierten die Gäste auf dem Festplatz weiter.

Um 19.56 Uhr ging ein Anruf auf der Polizeiwache in Stadthagen ein. „Die Hurensöhne in der Festhalle werden alle in die Luft fliegen", drohte der Anrufer nach Polizeiangaben dieses Mal. Da es sich um etwa 900 Personen handelte, die betreut werden mussten, rief die Leitstelle kurzerhand MANV (Massenanfall von Verletzten) aus. Rettungswagen, Streifenwagen und Feuerwehrfahrzeuge säumten die Seilerstraße sowie die Enzer Straße. Die Helfer mussten für den Einsatz ihre sogenannte Blaulichtparty am Abend unterbrechen. Da sich die Suche in der Festhalle hinzog, verlagerten die Veranstalter die Hochzeitsfeier ins Foyers der Kreissporthalle – begleitet und betreut von Feuerwehr sowie DRK.

Aufregung für die Einsatzkräfte gab es erneut um 21.20 Uhr. Nach Behördenangaben rief ein Unbekannter auf der Dienststelle in Bückeburg an. Dort kündigte der Unbekannte an, dass das Firat-Restaurant in der Hüttenstraße in Stadthagen in die Luft fliegt. Die Polizei räumte den Imbiss sowie die darüber liegenden Wohnungen. Da die Spürhunde noch in Stadthagen waren, wurden sie auch dort eingesetzt. In beiden Fällen fanden die Ermittler keine Sprengsätze.

Vor Ort waren außer den Hundeführern aus Hannover und Göttingen Streifenwagenbesatzungen aus Stadthagen, Bückeburg, Bad Nenndorf, Rinteln, Stolzenau und Nienburg.

Die Polizei ermittelt gegen unbekannt wegen Störung öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat. Offenbar kamen die Anrufe aus unterschiedlichen Telefonzellen. Der Anrufer wählte nach Polizeiangaben nicht den Notruf, sondern steuerte die drei einzelnen Wachen gezielt an.

Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Möglicherweise spielt auch dabei der Konflikt zwischen Türken und Kurden eine Rolle. Die Anspannung war erst bei der Demonstration am 9. Februar auf dem Marktplatz spürbar. Auch in diesem Fall gab es zuvor eine Drohung gegen die Veranstalter, die den Schaumburger Nachrichten zugeschickt worden war.

Hinweise zur Bombendrohung nimmt die Polizei unter (0 57 21) 400 40 entgegen.

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